1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Kliniken schreiben 2011 wohl eine „schwarze Null“

Ausschuss

06.04.2011

Kliniken schreiben 2011 wohl eine „schwarze Null“

Direktorium erwartet, dass kein Defizit aufläuft. Illertissen mit deutlichem Plus an Patienten

Illertissen/Landkreis Erwartet worden war das freudige Ereignis vor einigen Jahren für 2010 – eintreten wird es mit einiger Wahrscheinlichkeit heuer: die drei unter dem Dach der Kreisspitalstiftung vereinigten Kreiskrankenhäuser in Neu-Ulm, Weißenhorn und Illertissen werden zusammengenommen unterm Strich der Jahresbilanz 2011 eine „schwarze Null“ stehen haben. Sprich: Es wird kein Defizit auflaufen, das der Landkreis ausgleichen muss. Mit dieser Nachricht erfreute gestern Landrat Erich Josef Geßner die Mitglieder des Kreistags-Krankenhausausschusses. Damit, so Geßner, sind die Kreiskrankenhäuser einige der wenigen in ganz Deutschland, die nicht ständig am Tropf der öffentlichen Hand hängen.

Möglich wird die „schwarze Null“ unter anderem durch interne Verrechnungen unter dem Stiftungsdach – beispielsweise stellt die Illertisser Illertalklinik für „Leistungen“ Rechnungen an die Häuser in Neu-Ulm und Weißenhorn. In der Vergangenheit, als gemäß Stiftungsrecht die einzelnen Kliniken eigene Bilanzen vorlegen mussten, wies das Illertisser regelmäßig Miese auf, während die beiden anderen Spitäler Gewinne erzielten.

Aber es sind nicht nur Bilanzfeinheiten, die für das positive Ergebnis verantwortlich sind. Stiftungsdirektor Konrad Hunger konnte nicht ohne Stolz vermelden, dass 2010 im Vergleich zum Vorjahr die Patientenzahlen in Illertissen um knapp fünf Prozent gestiegen sind, während sie in Neu-Ulm und Weißenhorn „auf hohem Niveau stabil geblieben sind“. Mit zum Ergebnis in Illertissen trugen laut Hunger auch die neuen medizinischen Angebote Hämatologie und Onkologie bei. Auch der Einzug der TCM-Klinik (traditionelle chinesische Medizin) wirke sich positiv aus.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Dazu kommt, dass sich trotz laufender Umbauarbeiten die „Erlössituation“ in der Stiftungsklinik Weißenhorn durch die Behandlung „schwerer Fälle“ verbessert hat.

Auch für das erste Quartal 2011 konnte Konrad Hunger steigende Fallzahlen vermelden: Zwischen Neujahr und 31. März wurden in Neu-Ulm 2188 Patienten behandelt. Vor Jahresfrist lag dieser Wert bei 2136. In Illertissen wurden 957 Kranke aufgenommen (938 im Vorjahr), in Weißenhorn 1964 (1927).

Sollte dieser Trend anhalten und sollten die Budgetverhandlungen mit den kostentragenden Krankenkassen keine unliebsamen Überraschungen erbringen, steht besagter schwarzer Null wohl nichts mehr im Wege. „Luft nach oben“ in Sachen Finanzen gibt es aber noch – beispielsweise bei der Geriatrie in Illertissen. Die Abteilung sei trotz guter Belegung ein chronischer Defizitfaktor. Wie Geßner berichtete, betrage der Tagessatz für einen Patienten laut einem Gutachten circa 211 Euro. Erstattet werden der Klinik aber nur 167. Ungefähr 680000 Euro im Jahr fehlen der Krankenhausstiftung deshalb an Einnahmen.

Der Illertisser Kreis- und ehemalige Stadtrat Roland Hunger (CSU) drückte die Hoffnung aus, die Entwicklung im Krankenhaus seiner Stadt baue die „Ressentiments Weißenhorn vor Illertissen“ ab. Geßner sagte, dass es Ziel der Klinikreform war, alle drei Kreiskliniken zu erhalten – ohne Beteiligung der jeweiligen Stadt. Er führte gegenüber Kritikern die Stadt Wertingen an (die das örtliche Kreiskrankenhaus freiwillig bezuschusst, Illertissen beteiligt sich nicht finanziell an seiner Klinik, Anm. d. Red.). Geßner: „Eigentlich sollten die Illertisser still und leise Danke sagen.“

Alles in allem aber sehen sowohl Landrat Geßner als auch Klinikdirektor Konrad Hunger die „schwarze Null“ als Beweis für den Erfolg der Klinikreform an. Geßner: „Obwohl dies schon für 2010 angestrebt war, es schmälert den Erfolg nicht.“

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren