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Au

16.03.2018

Treuer Genosse blickt zufrieden zurück

Ein Grandseigneur der Illertisser Politikszene wird 80: Josef Fackler feiert heute Geburtstag. Der SPD-Mann saß viele Jahre im Stadt- und Kreistag. Er hält sich auch mit der Arbeit am PC fit. Und das Tablet liegt vor dem Fernseher bereit.
Bild: Carsten

Drei Jahrzehnte lang saß Josef Fackler aus Au im Stadtrat. Heute wird der Grandseigneur der SPD 80. Ein Gespräch über Bier, Politik und die schönsten Augenblicke.

Festlegen will sich Josef Fackler nicht – zumindest nicht, wenn es um Bier geht: „Ich trinke eigentlich alles gerne“, sagt der Auer, der als langjähriger Stadtrat und Urgestein der hiesigen SPD vielen Illertissern bekannt ist. Als gelernter Brauer hat Fackler grundsätzlich Respekt vor der Handwerkskunst seiner Zunft. Favoriten gibt es dann aber doch: Etwa das Kellerbier einer Ulmer Brauerei und das einer anderen aus Offenhausen. Aber auch im Illertisser Bräuhaus kehrt Fackler gerne ein, einmal in der Woche zum Stammtisch der Alten Herren des FV Illertissen. Möglicherweise gibt es auch heute die Gelegenheit für ein Gläschen: Denn Josef Fackler feiert seinen 80. Geburtstag.

Im Hause des stadtbekannten Jubilars wird einiges geboten sein: Kinder, Enkelkinder und Urenkel haben sich angekündigt, alle übernachten in Au: „Da wird es voll“, freuen sich Fackler und seine Frau Anneliese. Zudem wollen Bekannte aus der Illertisser Partnerstadt Elbogen zu Besuch kommen – denn mit den Tschechen verbindet Fackler eine enge Freundschaft. So organisiert der Auer die jährlichen „Goethewanderungen“ rund um das „böhmische Rothenburg“, wie Loket wegen seiner historischen Altstadt genannt wird. Weitere Gratulanten werden heute erwartet: Denn zu behaupten, Josef Fackler kenne halb Illertissen, wäre möglicherweise eine Untertreibung.

Politik: Josef Fackler war 30 Jahre lang Mitglied im Stadtrat

Sein Engagement in Politik und Vereinen reichte wohl für einige Leben aus: 30 Jahre lang saß Fackler im Illertisser Stadtrat, sechs Jahre als Fraktionschef der SPD, von 1996 bis 2000 war er stellvertretender Bürgermeister. Und dabei mitunter sogar „Diener zweier Städte“, wie die Illertisser Zeitung im August 1997 titelte: In seinem Hauptjob als Personalsachbearbeiter saß Fackler im Vöhringer Rathaus und in Illertissen vertrat er zugleich Bürgermeister Karl-Heinz Brunner, als jener im Urlaub weilte. Ab 1993 war Fackler Mitglied des Kreistags, wo er 21 Jahre mitwirkte. Zahlreiche Vereine führen den Auer auf ihrer Mitgliederliste: 14 Jahre lang führte Fackler den FV Illertissen, 20 Jahre war er Schriftführer bei der Egerländer Gmoi und 15 Jahre lang Revisor beim Kneippverein. Und wem der Name Fackler vor diesem Hintergrund kein Begriff ist, kennt ihn vielleicht einfach „von der Post“, wo er einst gearbeitet hat.

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Grundsätzlich zufrieden blickt der Jubilar auf sein politisches Wirken zurück: Man habe in den 1990er und 2000er Jahren den Grundstein dafür gelegt, dass sich Illertissen zu einem Mittelzentrum und zu einem „Gegengewicht“ zu Ulm und Memmingen entwickeln konnte, sagt Fackler. Der Aufstieg der Vöhlinstadt sei auch durch Nautilla und Sportzentrum befördert worden. Und die Marktplatzsanierung habe der Stadt ein Gesicht gegeben. „Das war wichtig.“

Die Frage nach dem Bau einer Veranstaltungshalle habe sich in Illertissen schon vor langer Zeit gestellt – doch vor 30 Jahren sei das kulturelle Leben noch nicht so ausgeprägt gewesen wie heute. „Jetzt könnte man darüber nachdenken“, glaubt Fackler, der genau verfolgt, was sich in der Vöhlinstadt und ihrer Umgebung so tut. Und auch in der SPD, der er seit vielen Jahrzehnten die Treue hält. Die Große Koalition hält er für richtig. Anders als mehrere Genossen des hiesigen Ortsvereins, die ihre ablehnende Haltung dem einstigen SPD-Vorsitzenden Martin Schulz in einem Brief kundgetan haben. „Ich war nicht der Meinung, dass man das hätte tun sollen. Da bin ich loyaler.“

Einer der schönsten Augenblicke in Facklers politischem Leben: Als er im Juni 2006 das Bundesverdienstkreuz erhielt. Ehrgeizig sei er zwar nicht, sagt der langjährige Lokalpolitiker. „Aber es ist dann doch schön, wenn es eine Anerkennung gibt.“ Die erhielt er auch von seiner Heimatstadt: Im vergangenen Jahr bekam er den Ehrenring verliehen. Es ist nach der Ehrenbürgerwürde die zweithöchste Auszeichnung der Stadt Illertissen. Den goldenen Ring wird er vielleicht auch heute tragen, wenn er zu seinem 80. Geburtstag viele Gäste erwartet. Sie wollen sich mit ihm freuen: „Ich bin agil und lebensfroh“, sagt Fackler. Und wenn er dazu lächelt, dann glaubt man ihm gerne.

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