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FVI-Schlagerspiel

25.09.2012

Vöhlinstadion eine friedliche Fanmeile

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6 Bilder
Garant für Sicherheit: Die Polizei war an jedem Zugang zum Stadion zu finden.

Gute Organisation, disziplinierte Zuschauer und ein Sieg für Illertissen

Illertissen Was für ein Fußballfest! Das Vöhlinstadion war voll, die Stimmung toll – vor allem nach dem Regionalliga-Spitzenspiel zwischen dem FV Illertissen und dem FC Bayern München II. Mit 3:2 besiegten die Killer von der Iller das Team aus der Landeshauptstadt und bauten damit ihre Tabellenführung aus. 3000 Fans waren gestern am frühen Abend ins Vöhlinstadion gekommen – nicht zuletzt wegen des prominenten Gegners und seinem Trainer Mehmet Scholl.

Doch der hatte nicht viel zu lachen und musste nach der Begegnung erst mal unter die Dusche, denn während der Begegnung war er wohl heftig ins Schwitzen geraten.

Nach Hause – mit einem Lächeln auf dem Gesicht

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Aufregung auch bei den Oberen des FVI, zumindest vor dem Anpfiff. Doch nicht nur das Spiel ging im Sinne des Illertisser Vereins aus, auch das ganze Drumherum lief hervorragend. Reibungslos wurde der außergewöhnliche Ansturm bewältigt und hinterher floss der Verkehr ohne größere Probleme wieder ab. Und die Illertissen-Fans gingen mit einem Lächeln auf dem Gesicht heim. Das Stadion blieb bis zum Schluss eine friedliche Fanmeile.

Für die Verantwortlichen des FV Illertissen hatte der Fußballtag schon gegen Mittag begonnen. Vorsitzender Ludwig Kränzle hatte alle Hände voll zu tun. Kurz vor 16 Uhr keuchte er auf Anfrage der IZ ins Handy: „Läuft alles nach Plan. Aber wir müssen jetzt schnell die Eingangstore öffnen. Es stehen schon 500 bis 600 Fans draußen.“ Eine Viertelstunde vor Spielbeginn – es standen zwar immer noch viele Fans vor den Eingängen – hatte sich Kränzles Miene schon wenig erhellt. Es deutete sich an, dass die Organisation perfekt geklappt hatte.

Die Illertisser Polizei, verstärkt durch Einsatzzüge aus Neu-Ulm und Augsburg, war seit etwa 15 Uhr vor Ort. Die Bundespolizei hatte extra aus Nürnberg zwei sogenannte fankundige Beamte anreisen lassen, um den Illertisser Bahnhof in Augenschein zu nehmen. Sie bleiben arbeitslos. „Total ruhig, mit der Bahn sind keine Fans gekommen“, bilanzierten sie vor der Abreise. Vor dem Vöhlinstadion herrschte der große Andrang, aber es ging geordnet zu. Die Polizei überwachte den Verkehr, die Illertisser Feuerwehr wies die Parkplätze zu.

Von Gut und Böse ist nichts zu spüren

Von der Wiese vor dem Nautilla oder dem Parkplatz an der Staatsstraße gegenüber bei Ruku strebten die Fans guter Dinge, aber vollkommen friedlich dem Stadion zu. Dort stand schon ein Bayern-Fanbus aus München (nicht der gefürchtete Fanclub „Schickeria“). FVI-Kassier Toni Endler überreichte den Münchnern die angeforderten 100 Eintrittskarten, dann ging’s zu den Stehplätzen im Gästeblock.

Hier die Guten, drüben die Bösen – diese in Fußballstadien weitverbreitete Stimmungslage war gestern in Illertissen nicht zu spüren. Trotzdem: Die mindestens 50 Security-Mitarbeiter und Ordner schauten genau hin. Tobias Walker aus Altenstadt bekam das zu spüren. Er hatte sich Claudia, Alina und Jasmin Schugg sowie Manuela Zoller angeschlossen. Das Spiel konnte er jedoch nicht gemeinsam mit den vier fußballbegeisterten Damen aus seinem Heimatort anschauen. Er hatte sich nämlich ein Bayern-Trikot übergezogen und das bedeutete: Ab in den Gäste-Block. Vielleicht hätte es geholfen, wenn er nicht auch noch an einen 2:1-Sieg für die Bayern geglaubt hätte.

Die große Mehrheit der befragten Zuschauer hatte nämlich vor dem Spiel den FV Illertissen vorne gesehen – selbst eingefleischte „Rote“ vom Bayern-Fanclub aus Blaustein. Zwei der Mitglieder, Jürgen Wöhrle und Bernd Netzer (mit so einem Namen muss man doch Fußball-Fan sein) hofften zwar auf ihre kleinen Bayern, tippten aber auf ein 2:1 für den FVI. „Die sind gut“, sagten sie. Und deshalb hatte sie die Neugier nach Illertissen getrieben, obwohl sie heute schon ihren nächsten Fan-Einsatz haben. Gegen Wolfsburg. Wöhrle und Netzer haben Dauerkarten in der Münchner Arena. Ach übrigens: Mario Götze ist da! Wirklich? Nein, aber die Ähnlichkeit mit dem Jungnationalspieler von Borussia Dortmund ist verblüffend. Unser Mario Götze heißt Manuel Enderle, ist 21 und kommt aus Illerrieden. Er gestand, ein Bayern-Fan zu sein, tippte aber auf Illertissen.

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