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Oberroth

04.11.2018

Vorerst hält kein Flexibus in Oberroth

Der Flexibus soll vorerst nicht in Oberroth halten.
Bild: Johann Stoll (Symbol)

Viele Fragen scheinen bisher noch ungeklärt. Die Räte sind deshalb skeptisch.

An einer Beteiligung am Flexibus-System des Nachbarlandkreises Unterallgäu zeigt die Gemeinde Oberroth derzeit kein Interesse. „Es gibt derzeit noch zu viele Fragezeichen“, lautete nur eine der vielen Begründungen der Räte, die sich bei ihrer vergangenen Sitzung klar gegen die Einführung des Rufbus-Konzepts aussprachen. Dieses hatte Babenhausens Bürgermeister Otto Göppel den Nachbargemeinden Osterberg, Oberroth und Unterroth im September 2018 erläutert.

Das Flexibus-System sei eine bedarfsorientierte Form des öffentlichen Personennahverkehrs, welche das bestehende Verkehrsangebot in nachfrageschwachen Zeiten ergänze. Es sei jeweils ausgerichtet auf einen Knotenpunkt mit Verknüpfung zu weiterführenden Zug- oder Buslinien, informierte Bürgermeister Willibold Graf.

Zusammen mit dem regulären öffentlichen Personennahverkehr bilde das Flexibus-System einen interessanten Angebotsmix, der untrennbar mit dem bestehenden Liniennetz verbunden sei. Insbesondere für Senioren, Schüler und Bürger ohne Führerschein könne der Flexibus eine Beförderungsmöglichkeit nach Babenhausen und in den Raum Memmingen sein.

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Grundlagen und Erkenntnisse über das neue System lägen bereits aus dem Landkreis Günzburg vor, berichtete Graf. Im Landkreis Unterallgäu habe der Kreisausschuss bereits im September 2017 die Empfehlung zur Einführung abgegeben. Insgesamt sieben Knotenpunkte seien im Unterallgäu vorgesehen. Die Gemeinde Oberroth könnte an den Knotenpunkt Babenhausen/Boos angeschlossen werden.

Flexibus: Kreis Unterallgäu und Neu-Ulm müssen zustimmen

Laut Bürgermeister Graf liege für Oberroth bereits ein Rechenmodell mit einer Grobkostenschätzung vor. Diese sei aber von mehreren Dingen abhängig – unter anderem müssten sowohl der Landkreis Neu-Ulm, als auch der Kreis Unterallgäu zustimmen.

Den Antrag an den Landkreis Neu-Ulm müsse die Gemeinde Oberroth aber selbst stellen. Über die mögliche Beteiligung und somit die Zuschusshöhe entscheide dann wiederum der Neu-Ulmer Kreistag beziehungsweise ein Ausschuss. Bei einer Zustimmung würde nach ersten Schätzungen ein Zuschuss zwischen acht und neun Euro pro Einwohner an die Gemeinde fließen. Diese im ersten Jahr 65 Prozent betragende Förderung schmelze während der fünf Vertragsjahre aber um jährlich zehn Prozent, sagte Graf.

Der zweite wichtige Punkt ist laut Bürgermeister, dass auch der Landkreis Unterallgäu die Beteiligung Oberroths am Flexibus-System befürwortet und bei der Ausschreibung dieses Dienstes an Busunternehmen günstige finanzielle Konditionen erzielt. Sollte der Flexibus von den Oberrothern wenig genutzt werden, schätzte Graf den finanziellen Aufwand der Gemeinde im ersten Jahr grob auf rund 1000 Euro. Aufgrund der geringer werdenden Zuschüsse des Landkreises Neu-Ulm werde sich dieser Betrag jedoch in den weiteren vier Vertragsjahren noch steigern, sagte er.

Als Nachteil des Flexibusses sahen die Räte, dass der Beförderungsverkehr auf die Zeiten von sechs oder sieben Uhr bis 18 oder 19 Uhr beschränkt ist, also nicht von „Nachtschwärmern“ genutzt werden könne. Aufgrund der unklaren Förderungssituation und die kaum abschätzbare Nutzungshäufigkeit sei die finanzielle Beteiligung der Gemeinde kaum abschätzbar, erkannten die Oberrother Räte. Einen Beschluss fassten sie.

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