Fußball

19.06.2019

Das sind die neuen Spatzen

Die bisherigen Neuzugänge des SSV Ulm 1846 Fußball für die Saison 2019/2020 (von links): Burak Coban, Thomas Geyer, Lukas Lämmel, Angelo Rinaldi, Michael Heilig, Alessandro Abruscia und Haris Hyseni.
Bild: Horst Hörger

Bislang sieben Zugänge verstärken die Ulmer in der neuen Saison. Für einige von ihnen wird es nicht leicht, einen Stammplatz zu ergattern

Der SSV Ulm 1846 Fußball und vor allem dessen Trainer Holger Bachthaler hatten in der vergangenen Saison ein vermeintliches Luxusproblem: Der Kader war zu voll. Wovon mancher Kreisligist nur träumt, kann für ein Team wie die Spatzen zur Belastung werden. Spieler aus der zweiten Reihe kommen kaum oder gar nicht zum Einsatz – Frust ist da vorprogrammiert. Der droht auch in der kommenden Saison, denn bei bislang sechs Abgängen haben die Ulmer sieben neue Spieler verpflichtet. So wird der Kader nicht kleiner, das wissen die Verantwortlichen. „Wir möchten den Kader reduzieren, wenn es uns gelingt“, sagt Holger Bachthaler. Wie berichtet soll deshalb in nächster Zeit manchem Ulmer nahegelegt werden, sich einen anderen Klub zu suchen. Bis Ende August läuft das Transferfenster noch und die Ulmer schließen weder weitere Zu- noch Abgänge aus. Die sieben Neuen, die sich jüngst zu den Spatzen gesellt haben, müssen sich mit der Thematik erst mal nicht herumschlagen. Ihre größte Aufgabe wird es sein, nicht zur zweiten Reihe zu gehören. Schlecht stehen die Chancen dafür nicht. Einen guten Mix aus jungen und erfahrenen Spielern wollten die Ulmer finden und den haben sie gefunden. Der Sportliche Leiter Stephan Baierl und Bachthaler sind zufrieden mit den Neuzugängen, unter denen sich auffallend viele Mittelfeldspieler befinden. Nicht ohne Grund, sagt Holger Bachthaler: „Wir möchten mehr Torgefahr vom Mittelfeld ausstrahlen.“

Das könnte auch der Job von Burak Coban werden, der vom FV Illertissen an die Donau wechselte. An der Iller gehörte er zu den Stützpfeilern der Mannschaft und machte auf der linken Seite viel Dampf. Zwölf Mal traf er dabei in der abgelaufenen Saison. „Burak hat sich richtig gut entwickelt“, sagt sein neuer Trainer Holger Bachthaler. Der 24-jährige Coban spielte schon von 2014 bis 2016 für die Spatzen, konnte sich damals aber nicht durchsetzen. In Ulm hat er auf der linken Seite Nicolas Jann vor sich, ebenfalls ein ehemaliger Illertisser. Für das Zentrum haben die Spatzen gleich drei neue Spieler verpflichtet. Alessandro Abruscia ist einer von ihnen. Der 28-Jährige lief in der vergangenen Saison in 13 Drittligapartien für den TSV 1860 München auf. Für die Position im Zentrum bringt er laut Holger Bachthaler die richtigen Eigenschaften mit: „Er hat viel Erfahrung und eine riesige Qualität am ruhenden Ball.“ Drei Tore und fünf Vorlagen hat Abruscia in der vergangenen Zeit für die Münchner Löwen beigesteuert. Seine Konkurrenten im Team werden Albano Gashi und Vinko Sapina sein.

Erfahrung bringt auch der zweite Neue fürs Mittelfeld mit: Thomas Geyer, 28, vom Drittliga-Absteiger VfR Aalen. 306 Spiele absolvierte er insgesamt in der dritthöchsten deutschen Spielklasse und wird in Ulm wohl Luigi Campagna auf der Position im defensiven Mittelfeld beerben, der zu den Kickers Offenbach wechselte. Geyer stammt aus der Jugend der Spatzen und stand in fünf Länderspielen für die deutsche U20-Nationalmannschaft auf dem Platz. Ein Maß an Erfahrung also, das Lukas Lämmel noch nicht aufweisen kann. Der 21-Jährige begleitete Geyer von Aalen nach Ulm und wurde beim künftigen Bundesligisten Union Berlin ausgebildet. 36 Partien absolvierte er für Aalen. Lämmel ist der dritte neue Mittelfeldmann. Als bislang einziger neuer Stürmer kam Haris Hyseni, 26, von Jahn Regensburg nach Ulm. Der 1,92 Meter große Deutsch-Kosovare war einer der Hauptprotagonisten beim Regensburger Aufstieg aus der dritten in die zweite Liga im Jahr 2017. Da sich Steffen Kienle von seinem Kreuzbandriss erholt hat und ans Mannschaftstraining herangeführt wird, könnte Bachthaler in der kommenden Saison einige Optionen im Sturm haben.

Für die Absicherung in der Defensive setzen die Verantwortlichen auf zwei Perspektivspieler. Michael Heilig (Bachthaler: „Ein extrem spannender Spieler“) ist 20 Jahre alt und kommt vom FC Memmingen, wo er sich als Stammspieler etabliert hatte. Außerdem kommt Angelo Rinaldi vom Ligakonkurrenten SC Freiburg II. Er spielt vor allem auf der rechten Abwehrseite, wo er allerdings zunächst kaum Chancen haben wird, an Lennart Stoll vorbeizukommen. Als Ergänzung bringt er aber die nötige Erfahrung mit. Der Deutsch-Italiener spielte auch schon für die deutsche U18-Nationalmannschaft.

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