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Basketball

19.12.2020

Sie spüren die Belastung

Es sind anstrengende Tage auch für Demitrius Conger. Der Amerikaner hat aber gute Chancen, dass er auch nach Ablauf der Probezeit in Ulm bleiben darf.
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Es sind anstrengende Tage auch für Demitrius Conger. Der Amerikaner hat aber gute Chancen, dass er auch nach Ablauf der Probezeit in Ulm bleiben darf.
Bild: Horst Hörger

Ulm ist im Stress, Berlin auch und Corona verkompliziert alles zusätzlich. Vor dem direkten Duell in der Bundesliga macht der Alba-Trainer seinem Ärger Luft

Aito Garcia Reneses beschwerte sich in deutscher Sprache. „4 Spiele in sieben Tagen. Sonntag, Dienstag, Donnerstag und Samstag. Berlin, Belgrad, Athen, Berlin. Zwischenstopps in Wien und Frankfurt mit neugierigen Terminen. Ist dieser Kalender logisch?“, schrieb der spanische Trainer von Alba Berlin beim Kurznachrichtendienst Twitter. Dann legte er in seiner Muttersprache nach: „Es gibt zu viele Spiele und Ausflüge, das wird sich zum Schlechten wenden.“ Das Programm des deutschen Basketball-Meisters ist tatsächlich extrem hart: Am vergangenen Sonntag hat Alba zu Hause in der Bundesliga mit 82:70 gegen Bamberg gewonnen, am Dienstag in der Euroleague mit 90:84 nach Verlängerung in Belgrad, nur zwei Tage danach wiederum in der Königsklasse mit 69:92 in Athen verloren – und am Samstag (18 Uhr) steigt in der Bundesliga das Spitzenspiel zwischen Berlin und Ratiopharm Ulm. Aito Reneses ist 73 Jahre alt, man kann also davon ausgehen, dass der Grandseigneur unter den Trainern im deutschen Basketball die Belastung ähnlich deutlich spürt wie seine Spieler.

Der Ulmer Sportdirektor kann die Kritik ein Stück weit nachvollziehen. Aber Thorsten Leibenath gibt auch zu bedenken: „Es ist keine Pflicht, in der Euroleague zu spielen, es ist ein Privileg.“ Zudem ist die Belastung der Ulmer Mannschaft nur unwesentlich kleiner: Am vergangenen Sonntag die Partie in Hamburg, am Dienstag der Flug über Brüssel zum Eurocup-Spiel nach Malaga, anschließend zweimal Training in Spanien und von dort aus am Freitag direkt nach Berlin. Corona macht zudem alles noch sehr kompliziert. Die Kontrollen an den Landesgrenzen sind aufwendig und manchmal in ihrem Umfang schwer kalkulierbar, die Bescheinigung, dass die Profis aus beruflichen Gründen im Lockdown auch nach 21 Uhr noch unterwegs sein dürfen, muss immer mitgeführt werden.

Leibenath selbst ist übrigens nicht direkt mit der Mannschaft nach Berlin gereist, sondern aus Malaga zurück nach Ulm geflogen. Der Sportdirektor war als Kurier unterwegs, in seinem Rucksack transportierte er die natürlich sorgsam in Tütchen verpackten Corona-Teststäbchen. Unterwegs hatte er Gelegenheit, die Vorrunde im Eurocup noch einmal Revue passieren zu lassen. Leibenath kam zu dem Ergebnis, dass Ulm zwar ausgeschieden ist, sich aber gut geschlagen hat im zweitwichtigsten europäischen Wettbewerb. Er erwähnt die Tatsache, dass vier Siege aus zehn Spielen in zwei Vorrundengruppen für das Weiterkommen gereicht hätten. Zudem hat Ulm in der Gruppe B von allen Mannschaften die wenigsten Körbe zugelassen, was für eine exzellente Verteidigung spricht.

In naher Zukunft muss Leibenath zudem eine personelle Entscheidung treffen. Ende November wurde Demitrius Conger verpflichtet, sein Vertrag gilt zunächst für zwei Monate. Der Sportdirektor hält den 30 Jahre alten Amerikaner für eine klare Verstärkung und kann sich durchaus vorstellen, dass Conger auch nach dieser Probezeit weiter für Ulm spielt. Gleichzeitig betont Leibenath, dass das nicht nur eine Entscheidung des Vereins, sondern auch eine des Spielers ist.

Jaka Lakovic will derweil die Sache mit der hohen Belastung von Alba nicht zu hoch bewerten. Der Ulmer Trainer sagt: „Die Berliner werden vielleicht müde sein. Aber wir sollten daraus nicht den Schluss ziehen, dass sie gegen uns schlecht spielen.“

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