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Günzburg

22.06.2017

B16: Arbeiten liegen im Zeitplan

In der ersten Pfingstferienwoche begannen die Sanierungsarbeiten auf der B16 zwischen Günzburg und Birkenried. Seitdem ist die Strecke voll gesperrt. Derzeit wird die Fahrbahn asphaltiert. Bis Ende nächster Woche soll dann alles fertig sein und der Verkehr wieder fließen.
Bild: Staatliches Bauamt Krumbach

Seit Beginn der Pfingstferien ist die Strecke zwischen Birkenried und Günzburg gesperrt. Ende nächster Woche soll sie wieder offen sein. Anlieger klagen über Umsatzeinbußen.

Seit zweieinhalb Wochen ist die B16 zwischen Birkenried und Günzburg voll gesperrt. Doch ein Ende der Umleitung, die derzeit viele Autofahrer auf sich nehmen müssen, ist in Sicht. Wie Andreas Reiser vom Staatlichen Bauamt Krumbach erklärt, liegen die Arbeiten auch dank des guten Wetters voll im Zeitplan. Der Durchlass unter der Fahrbahn bei der Firma Fetzer wurde herausgenommen und der Straßendamm neu hergestellt. Parallel dazu wurde der an vielen Stellen aufgerissene Asphalt auf der kompletten Länge von 1,7 Kilometern der Länge nach abgefräst. „Dann wurde die Fläche mit einem speziellen Fahrzeug gereinigt und ein Haftkleber aufgebracht, der den Unterbau mit dem neuen Asphalt verbindet.“

Derzeit wird laut Reiser schon die neue Asphaltschicht eingebaut. Das wird sich auf der Hauptfahrbahn voraussichtlich noch den Rest der Woche hinziehen. Nächste Woche werden dann noch die Wegeanschlüsse asphaltiert, die Bankette wieder her- und die Leitpfosten aufgestellt. „Bis Ende nächster Woche sind wir spätestens fertig“, sagt Andreas Reiser. Den Abschluss der Bauarbeiten sehnen nicht nur viele Autofahrer herbei, sondern auch die Gewerbebetriebe, die an der Strecke liegen. Etwa Blumen Eber in Birkenried. Der kleine Weiler ist zwar aus Richtung Gundelfingen während der gesamten Bauzeit erreichbar gewesen. Trotzdem, sagt Bernd Hödl, fehle es vor allem an der Laufkundschaft. „Der Umsatzrückgang liegt nach den zwei Wochen bei über 60 Prozent. Wir sind momentan bei einem Verlust im fünfstelligen Bereich. Das ist schon eine Hausnummer.“

Etwa zehn bis 15 Mal klingelt bei Blumen Eber das Telefon. Am anderen Ende sind Kunden, die wissen wollen, ob und wie man nun eigentlich zur Gärtnerei fahren kann. Trotz der 28 Kilometer zusätzlich gibt es laut Hödl immer noch treue Kunden, die aus Günzburg und Ichenhausen kommen. Die Verluste ausgleichen kann das aber nicht. „Es fehlen die, die gerade vorbeifahren, das Schild sehen und sich sagen: Jetzt kaufe ich noch eine neue Tomatenpflanze oder einen Blumenstrauß für die Mama.“

Die Baustelle ist beschwerlich

Doch auch für die Mitarbeiter und die Betreiber selbst ist die Baustelle beschwerlich. Bernd Hödl und seine Frau Isabelle Eber wohnen in Günzburg. Ihr Weg zur Arbeit ist nun um einiges weiter als sonst. Weiter zu fahren hat nun aber auch der Lieferverkehr zur Gärtnerei. In der ersten Woche hat das Team von Blumen Eber versucht, die Verluste durch zusätzliche Verkaufsstände vor Rewe-Märkten in der Region auszugleichen. „Da hat sich aber gezeigt, dass es eine Weile dauert, bis sich so ein Angebot etabliert. Deswegen haben wir den Versuch wieder abgebrochen“, sagt Bernd Hödl. Immerhin: Ein ganz kleines Stück Gutes kann er der Misere abgewinnen. „Es ist brutal ruhig in Birkenried. Am Samstag ist das eine richtige Idylle.“ Den werden sie an diesem Wochenende aber ohnehin nicht dort verbringen. Stattdessen geht es auf den Guntiamarkt. „Das können wir uns dieses Jahr nicht leisten, den zu verpassen.“

Schwer mit der Baustelle zu kämpfen hatte auch der Spargel- und Erdbeerhof Gollmitzer. „Wir spüren das schon erheblich. Es fehlt einfach der Durchgangsverkehr. Und wenn die Straße wieder aufmacht, dann ist die Spargelsaison schon bald zu Ende“, sagt Alexandra Gollmitzer. Noch bis Anfang Juli gibt es bei den Gollmitzers das weiße Gold zu kaufen. Doch die Hauptsaison ist vorbei, wenn die Baustelle ein Ende hat.

Auf dieses Ende freut sich auch Bernhard Eber vom Kulturgewächshaus schon. Auch wenn sich der Besucherrückgang durch die Arbeiten an der B16 dort in Grenzen halte, wie er sagt. „Wir haben am Wochenende beim Motorrad- und Oldtimerfest viele Besucher gehabt. Die haben die 30 Kilometer Umweg auch in Kauf genommen. Es macht sich bemerkbar, aber die Leute kämpfen sich zu uns durch“.

Doch viele Besucher, erzählt Eber, hätten bei der Ankunft ganz schön, gestöhnt. „Sie haben gesagt, dass man teilweise gar nicht wisse, wie man fahren soll, weil es nicht so eindeutig ausgeschildert ist. Erschwerend kommt hinzu, dass in Sontheim die Hauptstraße auch gesperrt ist, sodass Ortsunkundige schnell dumm dastehen.“

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