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Thannhausen

03.08.2017

Der Fahrplan für die Entwicklung der Thannhauser Innenstadt

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3 Bilder
Die Bahnhofstraße ist eine der wichtigen Thannhauser Zentralachsen.
Bild: Andreas Langer (Archivfoto)

Wie das Zentrum der Mindelstadt lebendig gestaltet werden soll und welche Aufgaben ein neuer City-Coach übernimmt.

Leerstehende Geschäfte, der Einzelhandel unter dem zunehmenden Druck der Onlinekonkurrenz, Gastronomie im Wandel: Immer wieder tauchen diese Themenkomplexe auf, wenn über die Entwicklung von Innenstädten diskutiert wird. Und ähnlich wie in Krumbach steht dieses Thema auch in Thannhausen ganz oben auf der Tagesordnung. Doch welcher Weg ist der richtige? Soll Thannhausen ähnlich wie Krumbach ein Fachbüro engagieren? Die Mindelstadt hat sich nun für einen anderen Weg entschieden. Im Januar 2018 soll in Thannhausen ein City-Coach seine Arbeit beginnen. Zunächst befristet für drei Jahre im Rahmen einer Halbtagesstelle, wie Bürgermeister Georg Schwarz gegenüber unserer Zeitung erläutert. „Es muss jemand sein, der für seine Aufgabe brennt“, betont Josef Brandner. Der Stadtrat ist Vorsitzender des Stadtentwicklungsbeirates, in dem in Sachen Stadtentwicklung in den vergangenen Monaten wesentliche Weichen gestellt worden waren.

Wie Bürgermeister Schwarz weiter erläutert, lehnt sich das Modell für Thannhausen an die Organisationsform der Regionalmarketing Günzburg an. Ins Leben gerufen werden soll eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). „An ihr beteiligt sich die Stadt, aber nicht allein“, sagt Schwarz. Mit eingebunden werden sollen auch Akteure aus der heimischen Wirtschaft. 75 Prozent der Kosten würde die Stadt übernehmen, 25 Prozent die anderen Beteiligten. In der GbR soll es stimmberechtigte und nicht stimmberechtigte Mitglieder geben. Im Stadtrat hatte Brandner die Kosten für die Stadtentwicklung für drei Jahre auf 123000 Euro beziffert. Der City-Coach soll von der GbR angestellt werden. Anders als bei einer Lösung mit einem externen Fachbüro wird der City-Coach nur für Thannhausen arbeiten. Nach drei Jahren werde es, so Schwarz, eine umfassende Bilanz geben. Dann werde sich zeigen, ob der eingeschlagene Weg der richtige sei und ob man diesen weitergehen wolle.

Wichtige Entscheidungen in Sachen Innenstadtentwicklung gab es in der jüngsten öffentlichen und nichtöffentlichen Stadtratssitzung (wir berichteten). Möglicherweise im September könnten, so Schwarz, im Stadtrat weitere Details geklärt werden.

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Impulse für die Innenstadt setzen – das ist schnell dahin gesagt. Wie umfangreich diese Aufgabe ist, umschreibt Josef Brandner. Da ist zunächst das Thema Einkauf. Wie kann sich die heimische Geschäftswelt zukunftssicher positionieren? Dann die Frage, wie es gelingt, Thannhausen durch Aufenthaltsqualität für Besucher attraktiv zu machen. Das Stichwort „Senioren“ deutet ein weiteres Feld an, das für Städte in der Größenordnung von Thannhausen immer wichtiger wird. Größere Städte wie München oder Augsburg sind zunehmend auch schlichtweg teuer, inzwischen zieht so mancher im Alter in eine Kleinstadt. Auch hier müssen Städte wie Thannhausen Lösungen finden. Und dann natürlich die Frage, wie Investoren nach Thannhausen gebracht werden können und wie Existenzgründungen gefördert werden können. In Sachen Innenstadtentwicklung arbeitet Thannhausen schon seit einiger Zeit mit dem Lehrstuhl für Humangeografie der Universität Augsburg zusammen. Die zehn Mitglieder des Stadtentwicklungsbeirates haben sich in mehreren Sitzungen des Themas angenommen. In Thannhausen gibt es beratende Beiräte für verschiedene Themenfelder, unter anderem für Integration oder auch Familie, Jugend und Senioren. Ziel sei es, externen Sachverstand in die klassische kommunalpolitische Arbeit im Stadtrat zu integrieren, berichtet Schwarz. „Wir wollen nicht im eigenen Saft schmoren, sondern Wissen von außen gezielt nutzen.“

Dem Stadtentwicklungsbeirat gehören von politischer Seite Bürgermeister Georg Schwarz, die Stadträte Josef Brandner (Vorsitzender), Alois Held, Albert Kytka und Gerd Olbrich an. „Externe“ Mitglieder sind Anton Rauner, Margarethe Joas, Renate Schrodi, Peter Vohle und Helmut Wiedemann (Wirtschaftskreis). Am Entscheidungsprozess in Sachen Innenstadt ist der Beirat maßgeblich beteiligt. Soll für die Entwicklung der Innenstadt ein Verein gegründet werden? Ist das Organisationsmodell der Günzburger Regionalmarketing eine gute Grundlage? Was soll ein Coach für Thannhausen leisten? Über all das habe man sich in den vergangenen Monaten umfassend Gedanken gemacht. Mit der jetzt gefundenen Lösung sieht Bürgermeister Schwarz Thannhausen auf einem guten Weg.

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