1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Durch die Wendungen der Nachkriegszeit

Krumbach

31.01.2018

Durch die Wendungen der Nachkriegszeit

Copy%20of%20Bosch-heute(1).tif
2 Bilder
Hans Bosch war 25 Jahre MN-Redaktionsleiter. Er ist Autor und Mitautor mehrerer Bücher (Wanderführer, Landkreisbuch).
Bild: Peter Bauer

Wie Hans Bosch die Mittelschwäbischen Nachrichten über viele Jahrzehnte geprägt hat. Die journalistische Arbeit ist bis in die Gegenwart sein Lebensbegleiter. Biografische Notizen zum 80. Geburtstag.

Winkelhaken? Es ist ein seltsam fremd klingender Begriff, mit dem heute wohl nur noch wenige etwas anfangen können. Wie die Buchstaben aus Blei war der sogenannte Winkelhaken in früheren Jahrzehnten elementarer Bestandteil der Zeitungsproduktion. Hans Bosch hat diese Zeit erlebt und bei den Mittelschwäbischen Nachrichten maßgeblich mitgestaltet. 1955 begann der Krumbacher Bauernsohn bei der Buchdruckerei Müller eine Lehre als Schriftsetzer. Dann wechselte er sozusagen die Seite, er wurde Lokalredakteur und stand von 1975 bis zum Jahr 2000 an der Spitze der Lokalredaktion der Mittelschwäbischen Nachrichten in Krumbach. 25 Jahre – mit Blick auf unsere turbulenten Zeiten, in der sich Veränderungen gefühlt in Sekundenschlägen vollziehen, ist das schlichtweg eine unglaublich lange Zeit. Doch am heutigen Tag geht der Blick von Hans Bosch noch weit über seine lange Zeit als Redakteur hinaus. Er kann seinen 80. Geburtstag feiern.

Dem „Schreiben“ ist er auch nach der Pensionierung im Jahr 2000 treu geblieben: Als freier Mitarbeiter unserer Zeitung, aber auch als Autor und Mitautor zahlreicher Bücher wie zum Beispiel der 2006 erschienenen Krumbacher Wanderführer und das jüngst publizierte offizielle Buch über den Landkreis Günzburg. Die Geschichte des Landkreises ist ein wesentliches Thema dieses Buches. Die Wechselfälle der Zeit, die geradezu drastischen gesellschaftlichen Veränderungen, hat Bosch immer wieder aufgegriffen. Er erinnert sich an die Anfänge seiner Lehre als Schriftsetzer: „Wir haben damals Etiketten für Einsle-Weine hergestellt.“ Einsle-Weine gibt es bekanntlich schon lange nicht mehr und auch die heiße Debatte über die Gebietsreform, die Bosch Anfang der 70er-Jahre journalistisch begleitet hat, flammt nur noch gelegentlich auf.

Ein „Ur-Krumbacher“: Wohl nicht wenige würden Hans Bosch so bezeichnen. Umso mehr wird der eine oder andere wohl überrascht sein, wenn Hans Bosch aus seiner Jugend erzählt. Lehre in Krumbach, dann Station in einer Druckerei in Fellbach bei Stuttgart, eine neue Arbeit in Bad Wörishofen. Schließlich war er 1959 einer der ersten Wehrpflichtigen, die zur Bundeswehr eingezogen wurden – zwölf Monate waren es bei den Gebirgsjägern in Mittenwald und im Stab des II. Korps in Ulm. Dann wieder eine Druckerei in Stuttgart („wir haben Hochzeitskarten für die Königin von Dänemark gedruckt“), eine neue Arbeit in Augsburg. Schließlich tritt er 1962 in Krumbach bei der Firma Ziegler eine Stelle als Schriftsetzer an.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Als Karl Ganser, langjähriger Alleinredakteur der Mittelschwäbischen Nachrichten, Verstärkung für die Redaktion sucht, ergreift Hans Bosch die Gelegenheit beim Schopf und beginnt 1963 eine zweijährige Journalistenausbildung (Volontariat) bei der Augsburger Allgemeinen. 1975 folgt der nächste bedeutende Sprung: Hans Bosch wird Redaktionsleiter und sollte die Mittelschwäbischen Nachrichten über viele Jahre prägen. Am Ende seiner beruflichen Laufbahn im Jahr 2000 stehen nicht mehr Bleilettern und Winkelhaken, sondern Computer, Photoshop und Internet.

Bosch ist Autor und Mitautor verschiedener Wander- und Radführer. So ist es naheliegend, dass der auch mit seinen 80 Jahren noch bemerkenswert „fitte“ Hans Bosch in seiner Freizeit wandernd und radelnd unterwegs ist. Doch der Fixpunkt seines Lebens bleibt über all die Jahrzehnte hinweg seine Familie. Seine Frau, mit der er 54 Jahre verheiratet ist, seine drei Kinder und seine fünf Enkel.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20DSC06418(1).tif
Deisenhausen

Diskussion um das Instandsetzen der Feldwege

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen