Newsticker

Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. „Krass“ abgestürzt

Krumbach

23.02.2018

„Krass“ abgestürzt

Wie schnell man in die falsche Richtung abrutschen und welch tragische Folgen das haben kann, führte das Junge Theater Augsburg Schülern des SKG und der Realschule in Krumbach vor.
Bild: Noah-Manuel Heim

Das Junge Theater Augsburg thematisiert in Krumbach die Gefahren des Extremismus. Das hinterlässt unter den Schülern bleibende Eindrücke.

Wie schnell man in die falsche Richtung abrutschen und welch tragische Folgen das haben kann, führte das Junge Theater Augsburg etwa hundert Schülerinnen und Schülern aus der 9. Jahrgangsstufe des Simpert-Kraemer-Gymnasiums und der Realschule Krumbach mit seinem zeitkritischen Stück „Krass! Hauptsache radikal!“ vor Augen.

Spielort war die Mehrzweckhalle, gefördert wurde die Veranstaltung durch das Bildungsbüro des Landkreises Günzburg. Dabei zeigten die zwei männlichen Darsteller und eine weibliche Schauspielerin an aus der Realität genommenen Einzelfällen auf, wie die Begeisterung für rechtsradikalen oder islamistischen Extremismus entsteht.

In allen Fällen führte das soziale Umfeld zu einer Vereinsamung der dargestellten Personen, was diese dann extrem anfällig für scheinbar einfache Lösungsvorschläge macht. Die repräsentative Auswahl der Beispiele macht auch deutlich, dass ein volles Bankkonto nur begrenzt Schutz vor diesen Symptomen bietet. Auch wenn inhaltlich völlig unterschiedlich, gibt es zunächst immer die gesuchte Gemeinschaft und Perspektiven zur gemeinsamen Lebensbewältigung.

In einem zweiten Teil zeigt das Stück aber auch die fatalen Folgen für die Betroffenen auf. Führt der eine radikale Weg bis zum Kriegseinsatz in den Irak, endet ein anderer in den Schlägereien der aggressiven Hooligan-Szene: Gewalt scheint immer ein geeignetes Mittel zur der Selbstbefriedigung.

Doch während man im Kriegsalltag schnell die existenzgefährdende Schattenseite dieses Weges erfährt, „einem Hund geht es besser als mir“, endet der rechtsradikale Weg erst später durch die Folgen der Kriminalität. Das Gefängnis ist in beiden Entwicklungen häufig die Endstation. Verdeutlicht wird diese bedrückende Lage den Schülern durch das Zuspielen von authentischen Ton-Aufnahmen von Betroffenen.

Mit nur wenigen Hilfsmitteln, etwa einigen Matten und einem Kastenwagen aus dem Sportfundus und ohne großen Kostüm- oder Requisitenaufwand verdeutlichten die drei Schauspieler ihre wechselnden Rollen sehr glaubwürdig, was zu spürbarer Betroffenheit im Publikum führte.

Das war dann auch die geeignete Stimmung für die sich nun anschließenden Workshops für die Schüler, die von Betreuern seitens der Theatergruppe durchgeführt wurden und bei denen die Möglichkeit bestand, die gewonnen Eindrücke zu ver- und zu bearbeiten. Insgesamt ließ sich von Schüler- wie Lehrerseite vernehmen, dass das Stück und die Workshops zu einigen kritischen Denkanstößen geführt haben. Das wäre dann als Erfolg des Junges Theaters Augsburg anzusehen, denn Nachdenken ist die beste Methode, mit Extremismus umzugehen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren