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Krumbach/Schwabegg

10.06.2020

Mit dem Rad durch das Herz der „Stauden“

Fantastischer Bergblick: Vor allem an Föhntagen mit klarer Sicht ist die Fahrt auf die Anhöhe zwischen Immelstetten und Mittelneufnach lohnend.
8 Bilder
Fantastischer Bergblick: Vor allem an Föhntagen mit klarer Sicht ist die Fahrt auf die Anhöhe zwischen Immelstetten und Mittelneufnach lohnend.
Bild: Peter Bauer

Plus Eine fast 115 Kilometer lange Fahrt durch die Landschaft zwischen Krumbach und Augsburg, die in ihrer Abgeschiedenheit einen besonderen Zauber entfaltet.



Endlich wieder sonniges Wetter, das Lust auf eine Radtour macht. Vielleicht in die malerische Hügellandschaft der "Stauden" zwischen Krumbach und Augsburg? Welch besonderes Erlebnis dies ist, schildern wir in unserem Ausflugstipp.
115 Kilometer, 1500 Höhenmeter: Es ist eine Runde, die dem Radler schon einiges abverlangt. Aber in der Abgeschiedenheit der "Stauden" zwischen Krumbach und Augsburg wird man mit geradezu malerischen Momenten entschädigt.

Tourensteckbrief

Kategorie: Rennradtour.

Schwierigkeitsgrad: 5 von 5.

Start/Ziel: Krumbach, Mindelheimer Straße.

Mit dem Rad durch das Herz der „Stauden“

Anfahrt: In Krumbach kreuzen sich die Bundesstraßen B 16/ B 300. Der Ausgangspunkt der Tour ist bequem erreichbar, wenn wir beispielsweise im Ortsteil Niederraunau Richtung Kreisklinik abbiegen. Krumbach ist zudem Haltepunkt der Mittelschwabenbahn.

Streckenlänge: 114,8 Kilometer.

Höhenmeter: 1497 Meter mit zum Teil harten Steigungen. Viele Rennradler nutzen Fahrten durch die „Stauden“ zur Vorbereitung für Touren in den Alpen.

Belag: Meist ruhige Nebenstraßen und asphaltierte Radwege.

Geeignet für ... Trainierte Radler, auch mit E-Bike möglich. Zeit Natürlich kann man so eine Strecke als gut trainierter Radler in etwa vier bis 4,5 Stunden schaffen. Aber angesichts der malerischen Landschaft sollte man den Blick auf die Uhr einfach mal vergessen.

GPS-Daten zur Tour: Die finden Sie hier.

„Stauden“: Das ist für die Bezeichnung einer Landschaft ein zugegeben durchaus seltsamer Begriff. „Der Name Stauden ist ein uralter volkstümlicher Ausdruck. Man bezeichnet damit jenes oben abgegrenzte hügelige Gelände, wo man zwischen Feldern und Wiesen einzelne niedrige Bäume und ziemlich viel Stauden und Buschwerk erblickte“, schreibt Gustav Euringer in seinem Wanderbuch „Auf nahen Pfaden“ im Jahr 1903. Im Wechsel der eiszeitlichen Überformung unserer Landschaft blieb dieses auf der Landkarte regelrecht herzförmig aussehende Terrain irgendwie wie eine Art Eisscholle stehen. Diesen „Eisschollencharakter“ spürt man als Radler vor allem bei den harten Anstiegen von Osten aus dem Wertachraum, beispielsweise in Schwabegg, wo sich eine regelrechte Mauer vor dem Radler aufzutürmen scheint.


Unsere Tour durch die „Stauden“ ist rund 115 Kilometer lang, etwa 1500 Höhenmeter mit zum Teil steilen Anstiegen sind zu überwinden.
Bild: Christian Beinhofer

Vorbereitung auf Alpentouren

Doch so mancher, insbesondere Rennradfahrer, sucht ja bewusst solche Steigungen, um sich für umfassende Unternehmungen beispielsweise in den Alpen vorzubereiten. Die bisweilen „giftigen“ Anstiege, die auch Bestandteil unseres Tourenvorschlags sind – sie sind aber nur eine Seite dieser malerischen Landschaft, die sich abseits aller heute üblichen Menschenströme einen sehr speziellen Zauber erhalten hat.

Von Oberrothan nach Hellersberg

Davon spürt man so einiges bei unserer Tour. Ein Höhepunkt in Sachen Einsamkeit ist sicherlich die Passage über Oberrothan, Gumpenweiler, Lauterbach, Memmenhausen und Hellersberg. Dort gibt es dann auch noch eindrucksvolle Blicke hinüber zur Wallfahrtskirche Maria Vesperbild und zum Schloss Seyfriedsberg. Dass die Alpen den „Stauden“ durchaus ganz nah sind, können wir an klaren Tagen auf der Anhöhe bei Immelstetten erleben. Föhn – und ein Abstecher dort hinauf, es sind besondere Momente. Die hier vorgeschlagene Tour auf Nebenstraßen und asphaltierten Wegen ist eine klassische Rennradtour. Aber gerade das E-Bike eröffnet in einem solch hügeligen Terrain neue Möglichkeiten, die Abgeschiedenheit dieser Landschaft in einer besonderen Weise zu genießen.

Neuer Radführer Radlmit: 25 Radtouren in der Region. Der Führer (mit wasserfesten Karten und GPS-Daten) ist in den Niederlassungen unserer Zeitung in der Region und unter shop.augsburger-allgemeine.de erhältlich.


Wohltuend: Kneippen östlich von Walkertshofen.
Bild: Peter Bauer

Der Weg in Kürze:

Krumbach: Dort beginnt die Tour in der Mindelheimer Straße unweit der Kreisklinik.

Memmenhausen: Über Niederraunau, Mindelzell und Balzhausen weiter nach Memmenhausen.

Markt Wald: Wenn beispielsweise der Föhn für klare Sicht sorgt, dann ist ein Abstecher von Immelstetten hinauf auf die Anhöhe Richtung Mittelneufnach ausgesprochen lohnend. Wenn wir dann in Markt Wald sind, biegen wir „scharf“ links wieder nach Norden ab, bis Anhofen erreicht ist. Hier rechts nach Schnerzhofen und Siebnach.

Kirchsiebnach: In Siebnach links nach Kirchsiebnach zur Kirche St. Georg und dem Gasthaus „Füchsle“.

Schwabegg: Weiter nach Norden nach Schwabegg. In Schwabegg wartet links hinauf mit Kaiserweg/Prügelberg mit Steigungen bis rund 20 Prozent eine wahre „Mauer“ (aber der Anstieg ist kurz).

Walkertshofen: Über Scherstetten nach Mittelneufnach. Dort rechts nach Norden Richtung Walkertshofen. Mit der Brauerei Staudenbräu liegt ein besonderer Familienbetrieb, der bereits in der achten Generation geführt wird, am Wegesrand.

„Staudenhauptkamm“: Manche nennen die Passage zwischen Walkertshofen, Grimoldsried, Konradshofen, Birkach und dann links nach Klimmach „Staudenhauptkamm“. In der Tat gibt es hier eine ganze Reihe satter Steigungen.

Waldberg: Entspannen können wir uns dann auf der flachen Passage nach Waldberg. Im Ort links nach Mickhausen. Dort links und weiter nach Münster.

Lauterbach: Dann hinauf nach Oberrothan. Weitere Stationen: Schweizerhof, hinab bis zur Hauptstraße, dann links und wieder rechts nach Gumpenweiler und weiter nach Lauterbach.

Der Aufstieg hinauf nach Hellersberg ist ein „Klassiker“.
Bild: Peter Bauer


Hellersberg: Bald ist Memmenhausen erreicht. Wir halten uns rechts hinauf nach Hellersberg. Mit wunderschöner Aussicht Richtung Schloss Seyfriedsberg und Maria Vesperbild radeln wir Richtung Muttershofen.

Edelstetten: Über Ziemetshausen und Thannhausen (vorbei an der Wakeboardanlage) ist Edelstetten unser nächstes Ziel.

Finale: In Edelstetten nach Süden bis Attenhausen und zurück zum Ausgangspunkt in Krumbach. GPS-Daten Die GPS-Daten zur Tour gibt es bei uns unter www.mittelschwaebische-nachrichten.de. Die Orientierung ist bei dieser Tour mitunter nicht immer einfach. Eine gute Radelkarte im Maßstab 1:50 000 oder 1:100 000 ist empfehlenswert.


Blick auf die Wallfahrtskirche St. Georg in Kirchsiebnach.
Bild: Peter Bauer

Tipps für unterwegs:

Einkehr

Gasthäuser/Biergärten – und Corona: Ein Stichwort, das eine Zeit im Ausnahmezustand beschreibt. Der Besuch von Gasthäusern und Biergärten war zuletzt eingeschränkt wieder möglich. Aber wir empfehlen vor Radtouren/Wanderungen mit gewünschter Einkehr dringend, die tagespolitische Lage zu beachten, einen Blick auf die Internetseiten der Gasthäuser zu werfen und am besten dort wegen einer möglichen Platzreservierung und der Öffnungszeiten anzurufen. Angesichts der Länge der Tour beschränken wir uns hier exemplarisch auf einige kurze Hinweise auf Einkehrmöglichkeiten an Wendepunkten der Runde wie in Kirchsiebnach oder Birkach. Selbstverständlich gibt es weitere gute Möglichkeiten am Ausgangspunkt/Endpunkt Krumbach, in Thannhausen, Ziemetshausen oder beispielsweise auch in Mittelneufnach.

Gasthaus „Füchsle“, Kirchsiebnach: Internet: www.beim-fuechsle.de, Telefonnummer: 08249/1310.

Schwarzachstuben, Birkach: Telefonnummer: 08204/1566.

Kultur

Christoph-Scheiner-Turm, Markt Wald: Rund einen Kilometer nördlich unserer Radelstrecke. Der 1988 errichtete Turm mit guter Aussichtsmöglichkeit erinnert an den aus Markt Wald stammenden Astronomen Christoph Scheiner, der im 16. Jahrhundert die Sonnenflecken entdeckte.

Kirche St. Georg, Kirchsiebnach: Neu gestaltet in den Jahren 1718/19 unter der Regie von Michael Stiller. Die Fresken in der Kirche wurden 1907 von Leonhard Thoma gestaltet. 1666 wurde die Kirche mit der Einrichtung einer Skapulierbruderschaft Wallfahrtsziel. Der Abt von Steingaden ließ seinerzeit ein Gnadenbild der Muttergottes aufstellen.

Natur/Baden

Schnerzhofer Weiher: Idyllisch gelegener kleiner See zwischen Markt Wald und Siebnach, zu dem wir von der Strecke etwas nach Süden abweichend einen kleinen Abstecher unternehmen können.

Wakeboard-Anlage Thannhausen (Turncable): Vom Rad aufs Wakeboard – das wäre hier möglich. In diesem Thannhauser Bereich gibt es auch Einkehr- und Bademöglichkeiten. Internet: www.turncable.de. Telefonnummer: 08281/799508-0. Nicht weit weg ist das Thannhauser Naturfreibad.

Die Wakeboardanlage bei Thannhausen bietet viele Freizeitmöglichkeiten.
Bild: Peter Bauer
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