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Edenhausen

13.04.2020

Wie Hildegard Schütz Stärke und Mut im Glauben findet

Kraft im Glauben finden: Diözesanratsvorsitzende Hildegard Schütz.
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Kraft im Glauben finden: Diözesanratsvorsitzende Hildegard Schütz.
Bild: Diözesanrat

Plus Die Diözesanratsvorsitzende bringt Familie, Beruf und Ehrenamt auf eine bemerkenswerte Weise in Einklang. Warum diese Botschaft so wichtig ist.

Alle Kirchenglocken läuteten 15 Minuten lang am 29. Januar 2020 in der Diözese Augsburg. Sie verkündeten, die Diözese habe einen neuen Bischof. Das Interesse an der Person des neuen Bischofs Prälat Dr. Bertram Meier war groß. Aber wer kann etwas Verlässliches über ihn sagen? In den ersten Stunden nach der Bekanntgabe meldete sich Hildegard Schütz zu Wort, die in Edenhausen lebende Diözesanratsvorsitzende. Den neuen Bischof nennt sie da einen „Kandidaten der Herzen“, der in engem Kontakt zu den Gläubigen lebe und das Wirken der ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kirche sehr zu schätzen wisse. Hildegard Schütz ist berufen zu solch einer Aussage, schließlich ist sie auf allen Ebenen in katholischen Gremien tätig. Seit 1994 ist die 60-jährige Pfarrgemeinderatsvorsitzende in der Pfarrei St. Thomas von Canterbury in Edenhausen. Sie ist Mitglied im Pastoralrat der Pfarrgemeinde Maria Hilf in Krumbach, Mitglied im Dekanatsrat, seit 2006 Mitglied im Diözesanrat und seit 2014 dessen Vorsitzende.

Eine Fülle von ehrenamtlichen Funktionen

Wie kommt es zu so einer Fülle von ehrenamtlichen Funktionen? Sie habe die Ämter nicht angestrebt, erklärt Hildegard Funk. Sie habe sich in verschiedenen Bereichen engagiert und da seien ihr die Aufgaben zugewachsen, zumal sie stets bereit gewesen sei, Verantwortung zu übernehmen. Der tragende Grund für ihr kirchliches Engagement sei gewiss der tief in ihr verwurzelte Glaube an Gott. Persönlich stark geprägt habe sie, dass der zweite ihrer drei Söhne mit einer lebensbedrohlichen Herzkrankheit geboren wurde.

Bild: Christina Heller

Die Sorgen und Nöte dieser Lebensphase führten sie in einen engen Dialog mit Gott, der sie gestärkt habe. Gleichzeitig habe sie den Impuls gespürt, sich nun in besonderer Weise für die benachteiligten Menschen in der Gesellschaft einzusetzen. In den menschlichen Krisen brauche man Gottvertrauen, aber man müsse auch kämpfen und klar Position beziehen.

Wie Hildegard Schütz Stärke und Mut im Glauben findet

Ein klarer, analytischer Blick

Kämpferische Qualitäten, ein klarer, analytischer Blick für die Entwicklungen in Kirche, Staat und Gesellschaft sowie der Mut, die eigenen Überzeugungen öffentlich zu vertreten, das wird von einer Diözesanratsvorsitzenden erwartet. Wichtige Aufgaben des Diözesanrats sind es, Stellung zu nehmen zu den Fragen des öffentlichen und des kirchlichen Lebens und den Bischof und die Diözesanverwaltung zu beraten. Es sind viele heikle, in der Gesellschaft kontrovers diskutierte Themen, zu denen ein klares Wort vom Diözesanrat erwartet wird, beispielsweise zum Thema Schutz des menschlichen Lebens, zur Sterbehilfe, zur europäischen Einigung, zur Verantwortung des Menschen für die Schöpfung. Auch in der aktuellen Corona-Krise ist der Diözesanrat gefordert.

Sie berät die Pfarrgemeinden

Zurzeit führt Hildegard Schütz viele Telefonate, um die Pfarrgemeinden bezüglich der Corona-Verordnungen zu beraten. Ohnehin sei ihr der Kontakt zu den Pfarreien und den Laiengremien besonders wichtig, meint sie, denn Letztere brauchten eine ständige Begleitung und Motivation, damit die Mitwirkenden ihre speziellen Talente einbringen könnten. Auf diese Weise bekämen wir eine lebendige Kirche, aus der heraus der Funke auf das öffentliche Leben überspringen könne. Ganz aktuell müsse die Kirche deutlich machen, dass die Katholiken um der Nächstenliebe willen nicht am Gottesdienst teilnähmen, nicht einmal am Ostersonntag, dem höchsten kirchlichen Feiertag, um den Mitmenschen nicht zu gefährden. Das sei ein sehr starkes Signal. Wegweisend hierfür könne der Rat des Apostels Paulus sein: „Prüft alles und behaltet das Gute.“

Hildegard Schütz aus Edenhausen (Stadt Krumbach) ist seit 2014 gewählte Diözesanratsvorsitzende. Auf dem Bild im Hintergrund ist die Edenhauser Pfarrkirche. Dort ist Schütz seit 20 Jahren Pfarrgemeinderatsvorsitzende.
Bild: W. Glogger

Den Menschen sieht die Diözesanratsvorsitzende als Suchenden. Die grundlegenden Fragen des Menschseins verlangten nach einer Antwort. Auf diese Fragen nach der Existenz, dem Sinn des Lebens, dem Sinn des Leidens, der Gültigkeit der Werte oder nach dem, was auf den Tod folgt, habe das Christentum überzeugende Antworten, die den Zeitgenossen wieder die Sicherheit in ihrem Leben geben könnten, die ihnen so fehle. Hildegard Schütz führt sich selbst als bestes Beispiel dafür an.

Ihr religiöses Engagement stärke sie, mache sie fest und sicher, erlaube auch so manchen Synergieeffekt. In ihrem Beruf als Gymnasiallehrerin für Latein und Religion trete sie viel authentischer auf, das spürten die Schüler. Ihre Familie respektiere ihr Engagement und deshalb sei mit wechselseitiger Rücksichtnahme, Organisationsgeschick und Zeitmanagement die Mehrfachbelastung von Familie, Beruf und Ehrenamt gut zu meistern.

Ein Stück der heutigen Lebenswirklichkeit

Eine Frau, die in mehreren Sätteln festsitze, das spiegele ein Stück unserer heutigen Lebenswirklichkeit wider, erklärt Hildegard Schütz. Eine Frau in einer Führungsposition, das sei mittlerweile auch in der katholischen Kirche keine Ausnahme mehr. Sie verweist auf Angelika Maucher, die gerade erst Leiterin der Hauptabteilung Seelsorge in der Diözese Augsburg geworden sei. Als weitere Beispiele führt sie Prof. Dr. Gerda Riedl an, Leiterin der Hauptabteilung für Grundsatzfragen, Christine Schrappe als Leiterin der Hauptabteilung „Bildung und Kultur“ im Bistum Würzburg sowie Stefanie Herrmann, die Amtschefin der Diözesanverwaltung im Erzbistum München und Freising.

Im November 2019 verlieh Dr. Markus Söder das „Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern“ an Hildegard Schütz aus Edenhausen.

Weitere Informationen zu Hildegard Schütz und zum Thema Glaube in Mittelschwaben finden Sie hier:

Hildegard Schütz feiert ihren 60. Geburtstag

Im Video: Was bietet die Kirche den Gläubigen an Ostern, Dekan Bucher?

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