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Krumbach

31.08.2020

Wie die Krumbacher Polizei Radler vor Unfällen bewahren will

Ein Radhelm kann vor schweren Verletzungen schützen.
Bild: Peter Bauer

Plus Welche Tipps die Krumbacher Polizeiinspektion für die Zweiradführer hat und wie die Polizei den Trend zum E-Bike bewertet.

Einen regelrechten Run auf Fahrräder und insbesondere E-Bikes und Pedelecs verzeichnen Zweiradhändler seit Beginn der Corona-Krise. Händler berichten von einem Umsatzplus von gut 50 Prozent, wovon zwei Drittel auf E-Bikes entfallen. Mehr Menschen treten in die oft elektrisch unterstützen Pedale. Das beengt den zur Verfügung stehenden Verkehrsraum mitunter und birgt, auch bedingt durch die neue Technik, Unfallgefahren. Verkehrssachbearbeiter Marcus Praschivka von der Polizeiinspektion (PI) Krumbach möchte Radler präventiv vor Gefahren warnen.

Er nennt die Zahlen von Unfällen, an denen Radfahrer und Pedelecs (oft als E-Bikes bezeichnet), beteiligt waren im Bereich der Polizeiinspektion Krumbach im Jahr 2019: So gab es insgesamt acht bei Unfällen schwer verletzte Radler, von denen fünf keinen Helm trugen. 23 Leichtverletzte Radfahrer verzeichnet die Unfallstatistik. Von ihnen fuhren 15 ohne die schützende Zusatzschale auf dem Kopf.

Im Jahr 2020 verzeichnet man im Bereich der Polizeiinspektion Krumbach bis Juli diesen Jahres bereits 17 Fahrradunfälle mit drei Schwer- und zwölf Leichtverletzten. Im Augsburger Land gab es heuer an zwei Tagen sogar gleich drei schwere Fahrradunfälle jeweils an einem Tag. Dem Empfinden nach seien derzeit aufgrund der Corona-Pandemie mehr Menschen auf Fahrrädern unterwegs als sonst, heißt es dort aus Polizeikreisen.

Auch Pedelec-Fahrer müssen den Radweg benutzen

Zum Glück habe es bisher wenig Unfälle zwischen Zweirädern und Fußgängern gegeben, erklärt PI-Pressesprecher Claus Schedel und fügt an: „Auch für Pedelecs besteht eine Radweg-Benutzungspflicht.“ Das gelte auch bei kombinierten Geh- und Radwegen, wobei aber Fußgänger Vorrang hätten. Ein Biker dürfe also nicht die Fußgänger verscheuchen, sondern müsse Rücksicht nehmen.

Ein weiteres großes Thema mit Gefahrenpotenzial sei die höhere Geschwindigkeit auf E-Bikes und Pedelecs in Kombination mit älteren Fahrern mit geringerem Reaktionsvermögen, die diese Gefährte steuern. Marcus Praschivka unterlegt dieses Thema mit Zahlen von 2019 aus dem Polizeipräsidium Mittelfranken: Von 32 verunglückten Radfahrern stammten 14 aus der Gruppe der über 60-Jährigen. Von den 32 Verunglückten trugen 20 keinen Helm.

Es wird dringend empfohlen, einen Radhelm zu tragen

Praschivka und Schedel raten dringend, dass auch wenn keine Helmpflicht für Fahrradfahrer gilt, unbedingt beim Radeln diesen Kopfschutz anzulegen. Für das Fahren mit dem Pedelec gelte das ganz besonders. Auch sollten Alkohol, Drogen oder andere Medikamente nicht die Fahrtauglichkeit der Radler beeinflussen und das Smartphone nicht vom Fahren ablenken. Damit wären schon einige Gefahren für Pedelec-Fahrer minimiert.

Weitere Tipps der Polizei:

  • Auch wenn man Vorfahrt hätte: Immer auf abbiegende Kraftfahrzeuge achten und bremsbereit sein. Im Zweifel solle man anhalten, falls man nicht sicher ist, ob einen die abbiegenden Kraftfahrzeugführer wirklich gesehen haben. Am besten sei es, Blickkontakt mit dem Fahrzeugführer herzustellen.
  • Wichtig sind auch Handzeichen: Mann sollte dem Fahrzeugverkehr als Radler, E-Biker oder Pedelecfahrer per Handzeichen deutlich eine Änderung der Fahrtrichtung anzeigen beim Abbiegen, beim Ausscheren zum Vorbeifahren an einem Hindernis und wenn man den fließenden Verkehr verlässt oder in ihn einfährt.

Fahrradkunde:

Pedelecs - sind fast alle als „E-Bikes“ bezeichneten Elektrofahrräder. Im Gegensatz zum E-Bike bietet das Pedelec nur Motorunterstützung, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Sie haben eine Höchstgeschwidigkeit von 25 Stundenkilometern und die Anfahr- beziehungsweise Schiebehilfe darf nur maximal sechs Stundenkilometer schnell sein. Pedelecs sind normalen Fahrrädern im Verkehr gleichgestellt.

E-Bikes - fahren auch ohne Pedalunterstützung auf Knopfdruck. Sie sind verkehrstechnisch ein Kraftfahrzeug, dürfen bis 25 Stundenkilometer schnell sein und brauchen ein Versicherungskennzeichen. Der Fahrer muss mindestens 15 Jahre alt sein und braucht als Führerschein eine Prüfbescheinigung für das Führen von Mofas, außer er ist vor dem 1. April 1965 geboren.

S-Pedelecs - sind Kleinkrafträder und brauchen ebenfalls ein Versicherungskennzeichen. Sie haben einen tretunabhängigen Motor und dürfen bis 45 Stundenkilometer laufen. Mit ihnen muss auf der Fahrbahn und darf nicht auf dem Radweg gefahren werden. Fahrer müssen mindestens 16 Jahre alt sein und die Fahrerlaubnis der Klasse AM besitzen. Für S-Pedelecs gilt Helmpflicht.

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