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Landkreis Landsberg

21.01.2021

Click & Collect im Kreis Landsberg: Lohnt sich das Geschäft?

Click & Collect bedeutet Ware bestellen und mitnehmen. Unser Foto zeigt Rainer und Susan Czerny von der „Dampf Generation“ in Landsberg.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Viele Einzelhändler im Landkreis Landsberg setzen im Lockdown auf Click & Collect. Was die Geschäftsleute nach den ersten knapp zwei Wochen zu diesem Modell sagen.

Shoppen trotz Lockdown: Im Landkreis Landsberg setzen einige Einzelhändler auf das seit knapp zwei Wochen erlaubte Konzept Click & Collect („Klicken & Einsammeln“): Kunden können ihre zuvor online oder auch telefonisch bestellten Waren im Geschäft abholen. Wie wird das Angebot angenommen? Kann es während des harten Lockdowns die Sorgen der Einzelhändler mildern? Mit dem LT ziehen Ladeninhaber aus der Region eine erste Bilanz.

Susan Czerny, Inhaberin des Landsberger Geschäfts „Dampf Generation“, dürfte trotz des harten Lockdowns eigentlich regulär öffnen. E-Zigarettenfachgeschäfte gehören laut einem Gerichtsurteil zu den Grundversorgern. Trotzdem setzt auch die 42-Jährige momentan auf Click & Collect. Der Laden werde gerade umgebaut, vor allem sei in der Landsberger Innenstadt momentan aber schlichtweg zu wenig los, erklärt sie. „Es würde sich einfach nicht lohnen. Die Laufkundschaft fehlt komplett.“

Händler nutzen für Click & Collect die Sozialen Medien

Bestellungen nimmt Susan Czerny, deren Mitarbeiter sich in Kurzarbeit befinden, telefonisch entgegen. Die Öffnungszeiten hat sie deutlich eingeschränkt – in diesen Tagen sei natürlich deutlich weniger los als üblich. „Das Bestellangebot ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt sie. Viele Menschen hätten sich kurz vor dem Lockdown eingedeckt. „Je länger er dauert, desto mehr wird danach auch wieder los sein“, vermutet sie.

Heide Kanz („Klamotte Dießen) mit Kundin Maria Schweizer.
Bild: Kanz

Heide Kanz vom Bekleidungsgeschäft „Klamotte“ in Dießen darf seit Montag wieder öffnen – allerdings nur einen Teil ihres Ladens: Der Babybereich mit Kleidung für Kinder bis drei Jahre gilt als systemrelevant. „Uns ist aber eine telefonische Anmeldung lieber“, sagt Heide Kanz. Damenmode bietet sie unter dem Motto „Pick & Collect“ an: Bestimmte Angebote und Produktfotos werden täglich bei Facebook oder in Instagram-Storys veröffentlicht. Kunden können sich die Produkte daraufhin reservieren lassen und an bestimmten Tagen zu bestimmten Zeiten abholen.

Nur ein Bruchteil des normalen Umsatzes

„Wir sind sehr glücklich über die Möglichkeit“, sagt Kanz. „Viele Leute wollen uns auch im Lockdown unterstützen. Das Telefon läutet ständig.“ Das Geschäft komme allerdings längst nicht an die Umsätze ran, die es eigentlich erreichen sollte. „Demnächst steht die Order für den nächsten Winter an. Es ist kein allzu gutes Gefühl, nicht zu wissen, was dann los ist.“

Jeannick Oertelt, Inhaberin des Taschen- und Schuhgeschäfts „Bagage“ mit Filialen in Dießen und Landsberg, bezeichnet das Click & Collect-Konzept als „anstrengend und aufwändig“. Einen Onlineshop gibt es nicht – sie und ihre Mitarbeiter hätten deswegen improvisiert: Auch bei „Bagage“ werden die angebotenen Produkte bei Instagram oder Facebook gepostet. „Unser Lager ist immer noch sehr voll. Aktuell kommen wir auf zehn Prozent unseres eigentlichen Umsatzes“, sagt Jeannick Oertelt.

"Es ist eine sehr schwierige Situation"

Susanne Piendls „Maschenwerk“ am Hinteren Anger in Landsberg, wo es Häkel- und Strickwaren zu kaufen gibt, lief gut, bevor der neuerliche harte Lockdown kam. Viele Menschen haben während der Corona-Pandemie die Handarbeit für sich entdeckt, so Piendl. Im „Maschenwerk“ gibt es nicht nur Click & Collect, die Schondorferin hat sich auch für einen Lieferdienst mit einem Radius von zehn Kilometern entschieden. Der Andrang hält sich aber in Grenzen, wie die Ladeninhaberin sagt.

Bei Susanne Piendl vom „Maschenwerk“ aus Landsberg gehen in der Woche bisher nur zehn bis 15 Bestellungen ein.
Bild: Thorsten Jordan

Susanne Piendl spricht von zehn bis 15 Bestellungen in der Woche. „Es ist eine sehr schwierige Situation. Der Winter ist eigentlich unsere absolute Hauptsaison, in der die Sommermonate abgefedert werden müssen.“ Piendl würde sich deshalb wünschen, wieder normal öffnen zu dürfen. „Wir haben sehr selten mehr als drei oder vier Leute gleichzeitig im Laden. Die Abstands- und Hygieneregeln sind bei uns sehr gut einzuhalten.“ Allerdings habe sie auch Verständnis dafür, dass momentan keine Sonderregelungen möglich sind.

Langlauf-Artikel "gingen durch die Decke"

Beim Landsberger Sportwarenhändler Intersport Pio kommunizieren die Mitarbeiter in diesen Tagen durch ein Fenster beim Lieferanteneingang mit ihren Kunden. Die Waren werden draußen abgestellt, wo sie dann mitgenommen werden können. Grundsätzlich funktioniere das sehr gut, sagt Inhaber Dominik Piotrowski. Rund um das vergangene Wochenende seien aufgrund des winterlichen Wetters viele Bestellungen eingegangen. „Alles, was mit Langlauf zu tun hat, ging durch die Decke. Es kam trotz des Lockdowns sogar so etwas wie Stress auf“, berichtet Piotrowski.

Die Nachfrage nach „Ganzjahreswaren“ halte sich jedoch in Grenzen. Auch die meisten Ski-Produkte blieben in den Regalen. „Ich werde bei einigen Firmen anfragen, ob ein Tauschgeschäft gegen Sommerware möglich ist. Meine Hoffnung ist aber nicht allzu groß“, sagt Piotrowski. Für die Zeit nach dem Lockdown hat er einen großen Wunsch: „Ich hoffe, dass die Menschen dann wieder in die Läden kommen und so den Einzelhandel vor Ort unterstützen.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Jetzt heißt es: Aufwachen!

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