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Erinnern

28.01.2015

Den Opfern eine Stimme schenken

Oberbürgermeister Mathias Neuner (vorne), Oberst Markus Bestgen und Kauferings Bürgermeister Erich Püttner legten am Todesmarschdenkmal Kränze nieder.
Bild: leit

Vor 70 Jahren wurde das KZ Auschwitz befreit. Gedenken am Mahnmal

Das Denkmal an der Neuen Bergstraße erinnert an den Todesmarsch jüdischer Häftlinge von Landsberg nach Dachau. Drei Monate zuvor, am 27. Januar 1945, war das Konzentrationslager Auschwitz befreit worden. Seit 1996 wird in Deutschland an diesem Tag der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. In Landsberg legten Oberbürgermeister Mathias Neuner, Kauferings Bürgermeister Erich Püttner und der Standortälteste der Bundeswehr, Oberst Markus Bestgen, am Mahnmal Kränze nieder.

„Nie wieder dürfen Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer politischen Einstellung oder aus anderen Gründen zu einem Feindbild der schweigenden Mehrheit werden“, sagte Neuner und ging damit auch auf neueste Entwicklungen ein. Die vom Fremdenhass getriebenen Demonstrationen, die immer wieder in deutschen Städten stattfinden, würden zeigen, dass das ein sehr aktuelles Thema ist. „Wir sind verantwortlich dafür, dass wir Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit nicht zulassen.“

Oberst Bestgen sprach von Verantwortung, die bei Gedenkveranstaltungen wie dieser zu spüren sei. Beim Lufttransportgeschwader in Penzing hätten die Soldaten auch ihre Einsätze in Afrika und Afghanistan im Blick. „Wir tun dies auch für unsere Gesellschaft, die in Frieden und Freiheit leben will“, sagte der Standortälteste. Am Ende seiner kurzen Rede lud er zur Gedenkfeier am 30. April in die Welfenkaserne ein, bei der auch Überlebende des Holocaust anwesend sein werden.

„Wir sind es den Menschen schuldig, ihnen unsere Erinnerung und unsere Stimme zu schenken“, sagte der evangelische Pfarrer Detlev Möller angesichts der zahlreichen Opfer. Auschwitz habe die menschliche Seele gezeigt, die auch ein Teufel sein kann. Der ewige Jude sei auch das ewige Opfer. Ein Opfer für Menschen, die einfache Erklärungsmuster für ihre missliche Lage suchen. Menschen, wie Adolf Hitler, der für seinen Absturz in ein Obdachlosenheim die Schuld bei den Juden gesucht habe.

Daher forderte Pfarrer Möller eine integrative Gesellschaft und ein integratives Bildungssystem, in dem alle eine Chance auf Bildung hätten. Eine Gesellschaft, in der niemand politisch oder ökonomisch ausgegrenzt wird. Eine Gesellschaft, in der jeder Boden unter die Füße bekommen müsse.

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