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17.07.2019

Der Damhirsch lebt nicht nur im Gehege

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3 Bilder
Ein Rehbock – leicht zu erkennen am kleinen Geweih.
Bild: Marek (Archiv)

Um welche Waldbewohner handelt es sich, die man am Straßenrand sieht? Das

Gemächlich traben ein Hirsch und drei vermutlich weibliche Tiere zwischen Kaufering und Igling über die Straße: Dieses Foto war vor Kurzem in den Sozialen Medien zu finden. Hirsche nebst Familie im Wildpark in Landsberg, das ist ein gewohnter Anblick, aber in freier Wildbahn? Das Landsberger Tagblatt hat sich bei Forstleuten erkundigt, um welche Waldbewohner es sich in diesem Fall gehandelt haben muss.

Diese Frage wird auch in den Kommentaren bei Facebook diskutiert und die vier Tiere von einigen richtig als Damwild erkannt. Denn nicht alles, was bei uns in Wald und auf der Wiese unterwegs ist, und so ähnlich aussieht, ist ein Reh. Das Reh ist weit verbreitet, das männliche Tier heißt Rehbock. Er hat ein kleines Geweih, das aus zwei Stangen besteht, die Gehörn oder im Bayerischen auch „Krickl“ genannt werden.

Heimisch ist in Bayern vor allem in den Alpen auch Rotwild. Der Hirsch ist quasi der Wildklassiker – auf Ölgemälden gerne röhrend, also seinen Brunftruf ausstoßend, dargestellt und natürlich mit breitem Geweih. Die Anzahl der Geweihspitzen gibt dem Tier in der Jägersprache seinen Namen, beispielsweise Achtender oder Zwölfender. Wie das weibliche Reh, die Ricke, hat auch die Hirschkuh kein Geweih.

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Das männliche Damwild hat ähnlich wie der Elch ein Schaufelgeweih. Es ist bei uns nicht heimisch und kommt ursprünglich in Vorderasien vor. Heute wird das Damwild bei uns auch in Gehegen zur Fleischerzeugung gehalten – oder zur Freude von Besuchern, wie im Wildpark in Landsberg. Der Leiter des Städtischen Forstamtes, Michael Siller, vermisst aber keines der Tiere dort: „Wir haben keine Abgänge.“ Der Zaun, der das Wildgehege umgibt, sei dicht.

Immer wieder büxen aber Tiere aus Gehegen aus. Im Landkreis gibt es einen sogenannten Damwild-Pool, und zwar von Denklingen bis Kaufering, wie Siller erläutert. Der Pool erstreckt sich über mehrere Jagdreviere und dort darf Damwild gejagt werden. Der hiesige Lebensraum ist laut Siller für das Damwild nicht geeignet. Anders als bei den zierlichen Rehen, handelt es sich beim Damwild um eine mittelgroße Art. „Ein Rehbock hat vielleicht ein Gewicht von 15 bis 17 Kilogramm, ein Damhirsch dagegen 60 bis 80 Kilogramm“, sagt Siller.

Im Landkreis gibt es weitestgehend auch kein Rotwild, wie der Betriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten in Landsberg, Robert Bocksberger, erläutert. „Mit Damwild haben wir immer wieder zu tun“, erzählt er. Damwildhege, also das bewusste Pflegen eines bestimmten Damwildbestands, gibt es laut Bocksberger in unserem Bereich nicht. „Die Ansiedlung nicht einheimischer Tierarten zur Jagd ist nicht mehr zeitgemäß.“

Bei der Jagd von entflohenen Tiere heißt es aufpassen: „Wenn wir auf eine Damwildfährte stoßen, erkundigen wir uns bei den Damwildhaltern“, erläutert Bocksberger. Denn geschossen werden dürften Tiere, die aus einem landwirtschaftlichen Gehege stammten, solange nicht, wie der Eigentümer die Tiere verfolge und wieder einzufangen versuche.

Erst wenn ein Eigentümer diese Versuche aufgebe, dürfe Damwild gejagt werden. In Kaufering gibt es ein Gehege, dort fehlt aber kein Wild: „Uns sind keine Tiere entkommen“, sagt Ilse Meier auf Nachfrage. (smi)

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