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Kaufering

29.09.2019

Der letzte Schlagabtausch vor der Kauferinger Bürgermeisterwahl

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Volles Haus bei der Podiumsdiskussion in Kaufering-Dorf: Im Leonhardisaal stellten sich Thomas Salzberger von der SPD (rechts) und Dr. Patrick Heißler (GAL) den Fragen von Christine Baumgartner.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Die Kauferinger Bürgermeisterkandidaten stellen sich noch einmal einer Podiumsdiskussion. Zu welchen Themen sich Thomas Salzberger und Dr. Patrick Heißler diesmal äußern.

Eine Woche, nachdem sich die beiden Kandidaten um das vakante Bürgermeisteramt in Kaufering erstmals in der von Marktgemeinde und Landsberger Tagblatt organisierten Podiumsdiskussion präsentiert hatten, trafen Dr. Patrick Heißler (GAL) und Thomas Salzberger (SPD) erneut aufeinander. Dieses Mal im Leonhardisaal. Gastgeber war der Dorfverein Altkaufering. Gewählt wird am Sonntag, 6. Oktober.

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Recht viel Neues erfahren die Besucher nicht

Auch wenn vor Wochenfrist bereits rund 500 Neugierige in die Lechauhalle kamen, füllten gut 200 Zuhörer den Leonhardisaal, um zu verfolgen, ob und welche Neuigkeiten Moderatorin Christine Baumgartner (Erpfting) ihren Gesprächspartnern entlocken konnte. Nachdem nicht zu erwarten war, dass sich Argumente und Positionen innerhalb nur weniger Tage ändern, konzentrierte sich Baumgartner auf Bürgerfragen, die sie eigenem Bekunden nach eingeholt hatte, und auf die persönlichen Seiten der beiden Kontrahenten.

So erfuhren die Kauferinger, dass der 37-jährige Physiker Heißler ursprünglich aus Stätzling bei Augsburg stammt, einem Dorf, das Alt-Kaufering von der Struktur her durchaus ähnle. Kaufering sei ihm zur Heimat geworden, er lebe dort gerne mit seiner Familie und engagiere sich seit fünf Jahren im Gemeinderat. Ein paar Jahre mehr in dem Gremium kann der aus Plattling stammende und seit 28 Jahren in Kaufering lebende Thomas Salzberger aufweisen (seit 2008), der es bedauerte, dass seine Frau nicht wie gewohnt unterstützend im Saal dabeisein konnte, da die jüngste, fünfjährige Tochter kurzfristig erkrankt sei.

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Persönliche Dinge kommen zur Sprache

Welche Beweggründe dazu führten, dass sie sich überhaupt in der Kommunalpolitik engagieren, wollte Christine Baumgartner wissen. Patrick Heißler sagte, dass er sich politisch vor allem da engagiere, wo er auch etwas bewegen könne. Damit nahm er eine spätere Frage vorweg, ob er dieses Amt des Bürgermeisters nicht nur als Sprungbrett für weiterführende politische Ambitionen sehe. Heißler: „Mir macht die Vielschichtigkeit der konkreten Themen vor Ort Spaß, nicht die abstrakten Diskussionen in Landtag oder gar Bundestag.“ Er stelle sich gerne Herausforderungen und arbeite lieber an konkreten Lösungen von Problemstellungen. Thomas Salzberger registrierte die Frage nach seinem Alter – der Sozialdemokrat ist 53 Jahre alt – mit einem Lächeln. „Ich brenne für die Heimat“, gab er kurz und knapp zu Protokoll.

Er sei, ähnlich wie sein Kontrahent, ein Mensch, der gerne vor Ort etwas bewegt. Er räumte ein, dass es im Marktgemeinderat in den vergangenen Jahren nicht immer einfach gewesen sei: „Es gab verschiedene Phasen, doch jetzt ist wieder eine Zeit gekommen, wo man konstruktiv miteinander redet, wo Entscheidungen umgesetzt werden können.“

Und immer wieder Tempo 30...

Auch in Alt-Kaufering wurden die Themen angerissen, die eine Woche zuvor schon eine Rolle spielten. Beide setzen zum Beispiel in Sachen Tempo-30-Regelung auf eine Gesetzesänderung, die aus Berlin angekündigt sei. Beide sehen in der momentanen Situation in Kaufering Schwachpunkte, die nach erfolgter neuer Rechtssprechung beseitigt werden könnten.

Beim Thema Biomasseheizkraftwerk sehen beide Kandidaten eher eine Chance denn eine Belastung für die Marktgemeinde. Thomas Salzberger: „Wir haben viele Jahre modifiziert und sind noch nicht am Ende angelangt.“ Es laufe inzwischen besser, doch müsse weiter optimiert werden. In Verbindung damit setzt er die Hoffnung auf das Thema Wasserstoff und eine Wasserstofftankstelle für Kaufering.

Der Physiker Heißler sieht in dem Heizkraftwerk einen aktuell wichtigen Beitrag Kauferings zum Thema Klimaschutz: „Das ist ein CO2-neutrales Heizwerk, mit dem nach dem neuen Klimaschutzprogramm der Bundesregierung sogar Geld zu verdienen ist.“

Interessant für Alt-Kaufering war natürlich, wie die beiden Kandidaten mit dem ehemaligen Schmitterbauer-Gelände umzugehen gedenken. Erstmalig regte sich im Saal etwas Unmut, da sich offensichtlich die Bürger in Sachen Bebauungsplan Alt-Kaufering nicht mitgenommen fühlen. Das zu tun, versicherten jedoch beide Bürgermeisterkandidaten. Für Patrick Heißler ist ein Bebauungsplanverfahren von Haus aus eine Form der transparenten Bürgerbeteiligung.

Er räumte allerdings ein, dass hie und da vielleicht etwas mehr Fingerspitzengefühl notwendig sei: „Die Aufgabe eines Bürgermeisters ist es, bereits im Vorfeld eines solchen Verfahrens mit den Bürgern zu sprechen.“

Auch das Baurecht fürs Dorf ist ein Thema

Ähnlich sieht es Thomas Salzberger. Das Vorgehen sei „kommen – reden – Lösungen schaffen“. Allerdings bat er auch um Geduld: „Wir haben so viele Projekte bis 2022, dass wir Prioritäten setzen müssen.“ Patrick Heißler möchte dennoch das Schmitterbauer-Gelände schon ab dem kommenden Jahr nutzen, vorübergehend als Begegnungsort mit Bänken, einer Wiese. Im hinteren Bereich könnten die Parkplätze bleiben.

Einen Tipp für die Kandidaten hatte Josef Wagner, Vorsitzender des Veteranenvereins, mitgebracht: „Bei der Verwaltung liegt bereits seit zwei Jahren schriftlich ein Vorschlag aus dem Dorf.“ Der sei von acht Vereinen und Anliegern erarbeitet worden. Den solle man doch aus der Schublade holen und wenigstens prüfen.

Über bereits bekannte Themen wie bezahlbaren Wohnraum, Einsparpotenziale, Verbesserung der Kreuzung bei Hilti führte Christine Baumgartner noch einmal zurück zu den Personen Heißler und Salzberger. Wie sie die Rolle des Bürgermeisters sehen und worauf sich die Verwaltungsmitarbeiter einstellen müssten, wollte sie wissen. Thomas Salzberger ist der Mensch wichtig. „Das Miteinander ist eingeschlafen“, das wolle er wieder befördern. Ähnlich sieht dies auch Patrick Heißler. Der Bürgermeister müsse ein Vorbild sein, die Verwaltung mitnehmen. „Von oben wird die Kultur vorgegeben.“

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