Newsticker

Bundestag beschließt längeren Lohnersatz für Eltern
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Die Tobins meiden künftig die langen Winter in Deutschland

Riederau

16.03.2016

Die Tobins meiden künftig die langen Winter in Deutschland

Sich neuen Herausforderungen stellen: Die Künstler Christian und Gabriela Tobins freuen sich auf ihr neues Leben an der Algarve.
4 Bilder
Sich neuen Herausforderungen stellen: Die Künstler Christian und Gabriela Tobins freuen sich auf ihr neues Leben an der Algarve.
Bild: Maren Martell

Künstlerehepaar zieht von Riederau an die Algarve. Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.

Sie suchen eine neue Herausforderung und wollen dem viel zu langen Winter in Deutschland entfliehen. Christian und Gabriela Tobin werden den Ammersee verlassen und nach Portugal an die Algarve ziehen. Doch an Ruhestand in warmen Gefilden denken sie noch lange nicht. „Wir hatten nur die Nase voll von dem kalten Wetter hier und wollten mal den Reset-Knopf drücken“, betont der 60-jährige Tobin, dessen tanzende Steinobjekte überall in der Welt stehen.

In Portugal haben sie sich jetzt ein Haus mit einem riesigen Obstgarten in der Nähe von Lagos gekauft. Sie freuen sich auf die inspirierende Kulturszene dort und natürlich auf mehr Sonne, Wärme und Licht „und damit ein Arbeiten ohne Schal und Handschuhe“. Am Ammersee lassen die „Auswanderer“ liebe Freunde zurück. „Immerhin haben wir hier mehr als 22 Jahre gelebt. Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“ An diesem Freitag wird das Künstlerehepaar im Diessener Taubenturm feierlich verabschiedet. Dazu eingeladen hat der Heimatverein Diessen.

Eigentlich hatten die Tobins ihren Umzug schon zum Jahreswechsel angekündigt. Doch dann verzögerte sich der Verkauf ihres Anwesens in Riederau. „Und außerdem hatte ich noch einen Auftrag für die andalusische Stadt Granada fertig zu machen“, berichtet Christian Tobin. Auch den Umzug selbst hatten sie etwas unterschätzt. Es galt vieles in ihrem 300 Quadratmeter großen Haus auszusortieren. „Und eine Bildhauerwerkstatt siedelt sich auch nicht so leicht einfach um. Da musste ich bei fast jeder Schraube nachdenken“, berichtet Christian. Jetzt ist der endgültige Umzug für Mai geplant.

Die Tobins meiden künftig die langen Winter in Deutschland

Die Idee nach Portugal zu gehen, kam eigentlich von Gabriela. Ich war schon in meiner Jugend viel dort unten. Das ist für mich jetzt ein bißchen ein „back to the roots.“ Ebenso sieht sie es mit ihrem künstlerischen Wirken. An der Algarve will sie sich wieder mehr den Holzarbeiten mit der Kettensäge widmen. Ein weiterer Auslöser war ihre Tochter. Die 22-Jährige lebt dort bereits seit zwei Jahren und arbeitet in einem Surfcamp am Atlantik. „Doch wenn wir jetzt kommen, geht sie zurück nach Deutschland, um mit ihrer Kunst in Hamburg weiterzumachen.“ Vater Christian grinst.

Ganz begeistert sind die Tobins von den Portugiesen. „Die sind unheimlich nett und hilfsbereit. Unsere nächste Herausforderung wird nun die Sprache sein. Aber auch das werden wir schon meistern“, erläutert Gabriela. Erste Kontakte gebe es bereits zu der lokalen Kunstszene. Der Galerist Rolf Osang, der die größte und wichtigste Galerie Portugals betreibt, habe das Paar schon angekündigt. Eine erste Ausstellung ist geplant, die Präsentation in diversen Zeitschriften in die Wege geleitet. Doch ein Großteil von Christians Kunden sind eh international. „Da spielt mein Wohnsitz eigentlich keine Rolle, solange ich per mail und handy erreichbar bin.“ Außerdem rechnet er mit Aufträgen von Franzosen und Engländern, die an der Algarve ihre zweite Heimat gefunden haben.

Der in München geborene Christian Tobin gilt als Erfinder der kinetischen Steinskulpturen. Seine Werke sind überall in der Welt zu finden, so in Finnland, in den USA, in Korea, Japan und Südafrika. Der erste seiner berühmten Kugelbrunnen hat bei der Internationalen Gartenausstellung 1983 in München die Menschen begeistert. In Füssen steht seine Brunnenskulptur „SiebenStein“, in Aschaffenburg seine Groß-Sonnenuhr und am Technischen Museum in München sein ganzer Sonnenuhrengarten. Seine imposanten Stein-Skulpturen werden ausschließlich durch Wasserdruck in Bewegung gesetzt. Motorische Antriebe oder sonstige technische Hilfsmittel lehnt der Künstler strikt ab. Das macht seine Kunst auch so einzigartig.

Gabriela stammt ursprünglich aus Starnberg. Ihr Handwerk erlernte sie während einer Bildhauerlehre und dem Studium der Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in München. Wichtige Stationen in ihrem künstlerischen Werdegang sind Arbeiten für das Stadtmuseum München, bühnenbildnerische Gestaltung an den Münchner Kammerspielen und Mitarbeit am Projekt „Bunte Götter“ in der Glyptothek

Zuletzt hat sie am Ammersee viele Jugendliche mit ihren Kunstkursen begeistert. Ihre „KiKuJu-Kinder“ vermissen sie schon jetzt. Doch in Portugal hoffen die beiden Künstler auch auf viel Besuch aus Deutschland. „Die Algarve ist ja eigentlich nicht weit und immer eine Reise wert. Manche unserer Freundschaften werden wir dort sicher noch intensiver pflegen können als bisher“, freut sich Christian.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren