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Standesamt

01.07.2017

Ehe für alle: Kein Ansturm

Das Gesetz muss erst umgesetzt werden, und es gab nur wenige Lebenspartnerschaften im Landkreis

Nach jahrelanger Debatte stimmte der Bundestag für eine Ehe für alle. Eine historische Entscheidung (siehe auch erste Seite und Politik, Seite 4). Bei 623 abgegebenen Stimmen sprach sich eine Mehrheit von 393 Abgeordneten am Freitag für eine völlige rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare aus. 226 Parlamentarier stimmten mit Nein, vier enthielten sich. SPD, Grüne und Linke hatten die Abstimmung gegen den Willen von CDU/CSU durchgesetzt.

Über die Standesämter im Landkreis wird dies wohl keine so große Auswirkung haben. Sie rechnen mit keinem großen Ansturm. Robert Götz, Leiter des Bürgerbüros in Landsberg, bei dem das Standesamt angesiedelt ist, sieht der Gesetzesänderung relativ gelassen entgegen. „Es ist noch schwer einzuschätzen, welche Auswirkungen nun die Ehe für alle haben wird.“ Sein Standesamt jedenfalls habe sich mit dem Thema noch nicht speziell befasst.

Bislang hielt sich die Zahl der eingetragenen Lebenspartnerschaften auch in Grenzen. So beantragten im vergangenen Jahr vier gleichgeschlechtliche Paare diese Eintragung in Landsberg, in diesem Jahr waren es bislang drei. Für die Arbeit des Standesamtes sieht Robert Götz tatsächlich einige wenige Vereinfachungen der verwaltungstechnischen Vorgänge: „Bisher mussten wir ein Eheregister und ein separates für eingetragene Lebenspartnerschaften führen.“ Künftig sei dann nur noch eines notwendig.

Keinerlei Probleme erwartet Angelika Zink. Sie ist Mitarbeiterin beim Standesamt der Gemeinde Kaufering. „Seit es gesetzlich möglich war, hatten wir genau zwei Schließungen von Lebenspartnerschaften.“ Das war die bisherige Möglichkeit für eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft – jetzt gibt es die Ehemöglichkeit.

Mit einem Ansturm rechnet auch sie nicht. Zudem: „Erst muss das Gesetz doch erst mal umgesetzt werden, wir brauchen neue Vordrucke oder die alten müssen geändert werden. Bisher haben wir dazu noch keine Informationen.“

Die Dießener Standesbeamtin Birgit Thaller macht deutlich, dass die Eintragung einer Lebenspartnerschaft sich von einer standesamtlichen Trauung ohnehin nur durch die Worte „Lebenspartnerschaft“ und „Ehe“ unterschieden habe. Interessant sei nach der Bundestagsentscheidung vor allem auch, ob den bisher eingegangenen Lebenspartnerschaften die gleichen Rechte wie eine künftige Ehe homosexueller Paare zugestanden werden. In Dießen seien jährlich zwei bis drei Lebenspartnerschaften geschlossen worden. (ger, hön, lua)

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