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Landsberg

04.12.2017

Eine Mischung aus Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber

Mit den Aufgaben eines Kapitäns kennt sich Markus Söder (Mitte) im übertragenen Sinne gut aus. Jetzt soll er in Bayern das höchste politische Amt in der Tradition vieler prominenter Vorgänger von Horst Seehofer übernehmen. Unser Bild zeigt ihn im Juli bei der Einweihung der MS Utting mit Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler und Helmut Diller.

Wie CSU-Politiker aus der Landsberger Region die Entscheidung für Markus Söder als Nachfolgekandidat für Ministerpräsidenten Horst Seehofer kommentieren. Zwei von ihnen waren in München mit dabei

Dass Markus Söder Ministerpräsident werden würde, das galt bei den Reichlinger Festtagen im Juli gleichsam schon als ausgemacht: CSU-Ortsvorsitzender Johannes Leis prophezeite dem Landespolitiker damals eine große Zukunft. „Jeder große bayerische Politiker hat bei uns eine Rede gehalten. Strauß, Seehofer und jetzt Söder. Man könnte also sagen, die letzte Hürde ist jetzt geschafft.“ Seither mussten zwar noch fast fünf Monate vergehen, aber jetzt ist Markus Söder am Ziel: die CSU-Landtagsfraktion wählte den Finanzminister einstimmig zu ihrem Wunschnachfolger für den amtierenden Ministerpräsidenten Horst Seehofer.

Die Zeit der Ungewissheit ist vorbei

Einer, der bei den Vorgesprächen in den vergangenen Tagen ganz hautnah, weil auch als Sprecher der CSU-Seniorenunion, mit dabei war, ist der Eresinger Landtagsabgeordnete und ehemalige Minister Dr. Thomas Goppel. Der ist froh, dass mit dieser Entscheidung die Zeit der Ungewissheit endlich vorbei ist. „Sie war überfällig, nun können wir daran gehen, das nächste Jahr zu gestalten und uns an neue Köpfe zu gewöhnen.“ Auch sein Landsberger Fraktionskollege Alex Dorow war die Erleichterung anzumerken. Mit Markus Söder sei die Entscheidung zugunsten eines erfahrenen Politikers gefallen, der in den vergangenen Jahren an sich gearbeitet habe, „fachlich wie an seinem Auftreten.“ Goppel, der eine Reihe von Ministerpräsidenten erlebt und mit ihnen gearbeitet hat, ordnet Markus Söder als Mischung aus Franz-Josef Strauß und Edmund Stoiber ein: „Nur läuft es jetzt in fränkischer Manier und vermutlich etwas dickköpfiger.“

Versehentlich im Rathaus eingesperrt

Auch Reichlings CSU-Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler ist angetan. Sie habe schon öfter bei Söder vorgesprochen, etwa damals beim ersten Breitband-Förderverfahren. Er war dabei immer ein angenehmer Gesprächspartner, kenne sich aus und auf sein Wort sei Verlass. „Er ist wirklich an der Basis“, lobt die Reichlinger Bürgermeisterin den künftigen Ministerpräsidenten: „Ich finde ihn richtig bodenständig.“ Unvergesslich ist Horner-Spindler eine Episode von einem Söder-Besuch in Reichling: Einer seiner Mitarbeiter wurde versehentlich im Rathaus eingesperrt. Ein Besuch in Rott war aber nur einer von fünf, die Söder in den vergangenen beiden Jahren in den Landkreis führten: Im März 2016 wurde das Bayern-WLAN-Programm in Landsberg gestartet, dann sprach Söder beim Josefitag in Denklingen, beim Sozialpreis der VR-Bank Landsberg-Ammersee und nahm an der Taufe der MS „Utting“ teil.

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Eine Nähe zu Bürgermeistern und Landräten

Bürgermeister Quirin Krötz aus Rott gab sich schon früh als Anhänger von Finanzminister Markus Söder zu erkennen. Den 50-jährigen Franken halte er „als Ministerpräsident für total geeignet“. Söder zeichne vor allem die Nähe zur Bürgermeistern und Landräten aus. Als Finanzminister habe er auch bewiesen, dass er gut mit den Staatsfinanzen umgehen könne, und habe auch soziale Belange im Blick.

Zugleich möchte Krötz Horst Seehofer weiterhin als Parteivorsitzenden haben. Er sei überzeugt, dass Seehofer in dieser Rolle nach wie vor „eine gute Figur für Bund und Land abgeben kann, und vielleicht ermöglicht ihm der Parteivorsitz, wieder nach Berlin zu gehen“. Dort sei er für Bayern von unschätzbarem Wert, befindet auch Thomas Goppel. Dass er die Koalitionsgespräche derzeit als amtierender Ministerpräsident noch weiterführen oder zu Ende bringen kann, das sei der erklärte Wunsch Seehofers gewesen. Außerdem sei dies die Art von gelebter Dankbarkeit, die eine Partei wie die CSU einem Mann wie Seehofer entgegenbringen könne.

Dass sich auch Oberbayern über Franken im Amt des Ministerpräsidenten freuen können, das versichert Landsbergs Oberbürgermeister Mathias Neuner. Was ihm vor allem gefällt: Söder sei ein Politiker und Mensch, der polarisiert. „Das ist wie bei Franz-Josef Strauß. Entweder sie liebten oder sie hassten ihn.“ Und das müsse nicht unbedingt von Nachteil sein.

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