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Landsberg

22.07.2020

In Landsberg werden Schulweghelfer verzweifelt gesucht

Sie sorgt für Sicherheit: Schulweghelferin Christina D´Amore am Schongauer Dreieck in Landsberg. Schulen und Stadt suchen noch Freiwillige, die diese ehrenamtliche Aufgabe im nächsten Schuljahr übernehmen können.
Bild: Thorsten Jordan

Am Freitag endet das Schuljahr. Dass es auf dem Weg zur Schule kaum mehr Unfälle gibt, dafür sorgen Schülerlotsen. Doch für September fehlen noch Freiwillige.

Mit ihren hellgelben Westen und der Kelle in der Hand sind sie morgens leicht zu erkennen. Die Schulkinder nicht. Und so hat mancher Autofahrer am Fußgängerüberweg schon mal ein Mädchen oder einen Buben übersehen. Dass das nicht passiert, dafür sind die Schulweghelfer da. Allein in Landsberg gibt es 160 Frauen und Männer, die sich in der Regel ein Mal in der Woche für eine halbe Stunde für die Sicherheit der Kinder engagieren. Doch für das kommende Schuljahr sind es aktuell viel zu wenige Freiwillige, die als Schulweghelfer bereitstehen. Deswegen hat die Stadt jetzt einen Aufruf gestartet.

Tina Hiebler koordiniert die Schulweghelfer der Grundschule in der Katharinenvorstadt. Damit alle Übergänge jeden Tag mit einer Person besetzt sind, benötigt sie rund 40 Schulweghelfer. Allein am Schongauer Dreieck seien es 20 Frauen und Männer, die die Kinder sicher über die Straße geleiten. Das Ziel sei es, dass jeder alle zwei Wochen an einem Tag Dienst hat. Doch die Realität sieht anders aus. „Teilweise stehen die Leute jede Woche an den Übergängen.“ Bereits unter dem Schuljahr seien einige Freiwillige weggebrochen. Nun beenden viele Eltern ihren Dienst, deren Kinder im kommenden Schuljahr in die fünfte Klasse kommen.

Was die Suche nach neuen Mitstreitern erschwert, ist die Corona-Krise. Denn zu den Eltern der künftigen Erstklässler sei es schwer, Kontakt aufzunehmen, sagt Tina Hiebler. In den Jahren zuvor hätten die Koordinatoren bei den Infoabenden zur Einschulung die ehrenamtliche Tätigkeit des Schulweghelfers kurz vorstellen dürfen. Doch die Infoabende hätten aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht stattgefunden. So seien an der Grundschule in der Katharinenvorstadt Flyer verteilt worden.

Stadt und Schulen rühren die Werbetrommel

Und was passiert, wenn sich nicht ausreichend Schulweghelfer finden? Wenn an einem Übergang kein geregelter Dienst möglich ist, dann werden dort gar keine Schulweghelfer eingeteilt. Das sei eine Vorgabe der Polizei. Denn wenn an einem Tag ein Helfer am Übergang stehe und am anderen nicht, seien die Kinder am Übergang möglicherweise nicht achtsam genug. Und so rühren jetzt Schulen und Stadtverwaltung kräftig die Werbetrommel.

Ein Porträt über einen Schulweghelfer finden Sie hier:

Ein Landsberger koordiniert die Schulweghelfer

„Als Schulweghelfer unterstützen sie an besonderen Gefahrenstellen, sichern den Übergang über die Straße und geben Orientierung auf dem täglichen Schulweg“, so umschreibt die Pressestelle der Stadt die Anforderungen an die Schulweghelfer. Was den zeitlichen Umfang der Aufgabe angeht, sei man relativ flexibel. Die Einteilung könne auch nur einmal wöchentlich erfolgen. In der Regel gelte es die Zeit von 7.30 bis 8 Uhr abzudecken. Gesucht werden Erwachsene, Eltern und Großeltern, die diese wichtige Aufgabe für das neue Schuljahr 2020/21 wahrnehmen möchten. „Sie geben vielen Eltern und auch den Kindern ein gutes Gefühl. Zudem macht es Spaß, wieder an die eigene Kindheit erinnert zu werden, die kleinen und großen Geschichten auf dem Schulweg mitzubekommen“, heißt es in dem Aufruf der Stadt. Die praktische Ausbildung zum Schülerlotsen erfolge durch die Verkehrserzieher der Landsberger Polizei.

In Landsberg gibt es derzeit rund 160 Schulweghelfer.
Bild: Thorsten Jordan

Eine, die seit mittlerweile 21 Jahren als Schulweghelferin aktiv ist, ist Ariane Feller. Sie betreut den Überweg in der Weilheimer Straße, den Schüler der Grundschule in der Pössinger Straße nutzen. Ihre beiden Kinder sind längst erwachsen, dennoch ist die 50-Jährige über all die Jahre dabei geblieben und springt auch ein, wenn andere Schulweghelfer kurzfristig verhindert sind. „Ich bin schon nur mit Schlafanzug, Mantel und Mütze“ an der Straße gestanden“, erinnert sie sich an einen kurzfristigen Einsatz.

Ein Lächeln und ein bisschen Quatsch

Ihr Dienst mache einfach nur Spaß. „Ich schenke den Kindern jeden Morgen ein Lächeln und mache auch mal ein bisschen Quatsch“, sagt Ariane Feller. Es sei interessant zu sehen, wie die Kinder wachsen und sich verändern. Eine Erfahrung, die auch andere Schulweghelfer teilen. Natürlich komme es auch immer wieder zu Konfliktsituationen, wenn Autofahrer zu rücksichtslos unterwegs sind. Doch auch die könnten oft mit einem Lächeln und besänftigenden Worten beruhigt werden. Doch eines ist auch klar: Schulweghelfer haben keine polizeilichen Befugnisse. Wichtig sei, dass die Person vor Ort „sichtbar“ ist und dadurch das Verhalten der Autofahrer positiv beeinflusst.

Kontakt Interessierte können sich bei der Schule im jeweiligen Stadtteil oder beim Schulamt der Stadt unter Telefon 08191/128-323 melden.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: Werden Sie Schulweghelfer!

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