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Landsberg

19.12.2018

Insolvenz: Eisele hat finanzielle Probleme

Das Busunternehmen Eisele hat seinen Sitz in der Von-Kühlmann-Straße in Landsberg.
Bild: Thorsten Jordan (Archivfoto)

Nach dem Verlust der Stadtbuslinien gerät die Landsberger Firma in finanzielle Schieflage. In Eigenverwaltung will sie die Sanierung schaffen. Wie das gelingen soll.

Das Busunternehmen Eduard Eisele aus Landsberg will sich nach dem Verlust des Stadtbusverkehrs vor knapp einem Jahr neu aufstellen. Die Firma befindet sich seit Kurzem in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Ein solches Verfahren kommt infrage, wenn eine Insolvenz nicht mehr zu vermeiden ist, das Unternehmen aber über einen intakten Geschäftsbetrieb und eine konkrete Perspektive verfügt. Bei einer Eigenverwaltung agiert der Unternehmer selbst als Insolvenzverwalter – an seiner Seite steht zudem ein Sanierungs- und Insolvenzverwalter.

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Landsberger Experte hilft

In enger Zusammenarbeit mit der Unternehmensführung geht der Sanierungs- und Insolvenzverwalter auf Gläubiger, Banken und Partner zu, um alle Beteiligten sowie das Insolvenzgericht in den Prozess einzubinden. Im Falle der Firma Eisele ist dies der in Landsberg ansässige Sanierungsexperte Thomas Planer von der Sanierungsberatung Planer & Kollegen. Dieser, so teilte sein Büro mit, habe sich in der Region schon mit der Sanierung der Kunststoffverarbeitung Reich aus Lengenfeld einen Namen gemacht.

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Auch im Fall Eisele liege sein Fokus auf der Sanierung und dem Fortbestand des Unternehmens: „Durch die modernisierte Insolvenzordnung und die damit verbundene Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsleitung in vollem Umfang handlungsfähig.“ Dies habe zur Folge, dass der Geschäftsbetrieb weitergeht, die Gehälter gesichert sind und die 24 Arbeitsplätze weitestgehend erhalten bleiben.

Seit 95 Jahren im Landkreis

Erste Maßnahmen, um sich künftig wettbewerbsfähiger aufzustellen, habe das Traditionsunternehmen schon beschlossen: So werde man sich nahezu komplett aus dem Linien- und Schulbusverkehr zurückziehen und sich dem Bereich Reise- und Touristikverkehr widmen. Das Busunternehmen hat die vergangenen 95 Jahre Reise-, Touristik-, Linien- und Schulbusverkehr in Landsberg betrieben. Im Februar verlor Eisele jedoch die EU-Ausschreibung für den Stadtbus – und geriet in finanzielle Schieflage. Der mit Thomas Planer gewählte Lösungsansatz – sich komplett aus dem Linien- und Schulbusverkehr zurückzuziehen – soll nun die Basis für eine erfolgreiche Sanierung bilden.

Alles zur Neuvergabe des Stadtbusses:

Dies bedeutet, dass sich Eisele auch von allen Buslinien im Landkreis verabschieden wird. Um allen Fahrgästen eine reibungslose Nutzung des Busverkehrs zu ermöglichen und einen komplikationsfreien Übergang zu gewährleisten, habe sich die Betreiberfamilie mit dem Landratsamt in Verbindung gesetzt und ihre Mithilfe bei der Suche nach einem neuen Betreiber angeboten.

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Reise und Touristik nicht betroffen

Der Reise- und Touristikverkehr und die Eiseletours seien von dieser Entscheidung nicht betroffen. Thomas Planer: „In diesem Zusammenhang ist es der Eduard Eisele GmbH & Co. KG absolut wichtig zu betonen, dass alle bisher gebuchten Busreisen stattfinden.“ Eisele Tours wurde 1920 in Pürgen von Eduard Eisele als Milchtransport-Unternehmen gegründet, verstand sich aber schon seit 1923 als Beförderungsunternehmen. Im selben Jahr erwarb der Firmengründer seinen ersten Omnibus – ein großer Schritt, dem sich der Umzug nach Landsberg anschloss. Seit Februar 1994 betrieb das Busunternehmen den Landsberger Linienverkehr. Bis zur verlorenen EU-Ausschreibung Anfang 2018 präsentierte sich das Unternehmen mit 22 Bussen – 17 davon waren im täglichen Linien- und Schulbusverkehr unterwegs.

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