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Landsberg

24.05.2019

Landesausstellung in Landsberg: Wie viel Adolf Hitler darf es sein?

Das (dann wiedereröffnete) Landsberger Stadtmuseum soll Schauplatz der Bayerischen Landesausstellung 2024 werden. Auch der Landkreis unterstützt das Vorhaben finanziell.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Die Landesausstellung 2024 soll nach Landsberg kommen. Im Kreistag geht es um den konkreten Inhalt der Schau, die unter dem Motto „Räuber und Banditen“ steht.

Die Stadt Landsberg bewirbt sich um die Bayerische Landesausstellung im Jahr 2024. Im Kreistag sollte es nun darum gehen, mit welcher Summe sich der Landkreis an dem Projekt beteiligt. Die Diskussion über die Ausstellung bestimmte aber die Frage, wie viel Platz Adolf Hitler darin eingeräumt werden sollte, der in Landsberg bis zum Oktober 1924 zehn Monate in Festungshaft gesessen hatte.

Die Liste der prominenten Häftlinge ist lang

Hurlachs Bürgermeister Wilhelm Böhm (CSU) sprach sich dafür aus, die historische Bedeutung der Stadt in den Mittelpunkt zu stellen, und Hitler in diesem Zusammenhang „nicht überbewerten“. Anders sah das allerdings der Historiker und Bürgermeister von Vilgertshofen, Albert Thurner (SPD). Er plädierte dafür, die Person Adolf Hitler in der Ausstellung „nicht zu verstecken“. Im Bewerbungsschreiben der Stadt für die Veranstaltung wird auch mit der Historie des Festungsgefängnisses geworben. Unter anderem werden der ebenfalls am Hitler-Ludendorff-Putsch beteiligte Rudolf Heß, der Oetker-Entführer Dieter Zlof, der Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber und Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München, aufgezählt. Letzterer verbüßte eine Strafe wegen Steuerhinterziehung.

Ausrichter ist das Haus der Geschichte

Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) verwies darauf, dass der thematische Schwerpunkt auf „Räuber und Banditen in Bayern“ liegen solle und vor allem das 17. bis 19. Jahrhundert im Fokus stehen werden. Exemplarisch nannte er unter anderem den als Bayerischen Hiasl bekanntgewordenen Matthias Klostermayr, der aus Kissing stammt. Auch Agnes Bernauer aus Augsburg und die „Geier-Wally“ aus Elbigenalp sollten Platz in der Ausstellung finden. „Die Festungshaft von Hitler in Landsberg wird sicher am Rande auch ein Thema sein“, so Neuner.

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Die Stadt ist Gastgeber, aber nicht Ausrichter der Ausstellung. Konzeptionell verantwortlich ist dafür das Haus der Bayerischen Geschichte. Als Veranstaltungsort ist das Stadtmuseum in Landsberg vorgesehen, das noch bis zum Jahr 2024 wegen Sanierungsarbeiten geschlossen ist, die aber rechtzeitig abgeschlossen sein sollen.

Wenn mehr Besucher kommen, wird es billiger

Die Verantwortlichen bei der Stadt sehen in der Ausstellung eine große Chance, den Kulturtourismus anzukurbeln und rechnen mit 175.000 Besuchern, die über Eintrittsgelder rund 350.000 Euro an Einnahmen bringen sollen. Davon erhält die Stadt 30 Prozent und das Haus der Geschichte 70 Prozent. Weiteres Geld soll über Sponsoring (100.000 Euro) sowie Geld von der Stadt und dem Landkreis kommen. „Wir gehen derzeit von einem Defizit von 300.000 Euro aus und würden uns freuen, wenn der Landkreis die Hälfte übernimmt“, sagte Oberbürgermeister Neuner.

In der Entscheidungsvorlage für die Kreisräte war noch die Rede davon, dass sich beide Seiten mit je 128.000 Euro beteiligen. Die Mehrkosten wurden ohne nennenswerte Diskussion genehmigt. „Die Stadt Landsberg geht finanziell ins Risiko, deswegen sollten wir sie unterstützen“, so Thurner. Rotts Bürgermeister Quirin Krötz (CSU) äußerte sich ähnlich und sprach von einem „herausragenden Ereignis“.

Mathias Neuner verwies darauf, dass die finanzielle Last auch geringer ausfallen könnte, sollten mehr Besucher kommen.

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