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Landsberg

19.05.2020

Landsberg: Schnelles Stromtanken fällt aus

Dr. Christian Moser ärgert sich, dass die Schnellladestation der Lechwerke in der Sandauer Straße in Landsberg seit fünf Wochen defekt ist.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Seit Wochen ist die Schnellladestation in der Sandauer Straße in Landsberg defekt. Für Elektroautofahrer wie Dr. Christian Moser ist das ein Problem. Welche anderen Möglichkeiten es vor Ort gibt, den Akku aufzuladen.

Wer ein Elektroauto fährt, muss planen. Die Akku-Kapazitäten sind begrenzt, ebenso wie das Netz an Stromladestationen. Und fallen Schnellladestationen dann auch noch aus, steht der Elektroautofahrer vor einem Problem. Einem Problem, das Dr. Christian Moser aus dem Landkreis Landsberg gerade hat.

Der Mediziner lebt am Ammersee und arbeitet am Klinikum Landsberg. Daheim hat er sich eine sogenannte Wallbox installiert. „Wenn ich über Nacht lade, komme ich auf eine Kapazität, die für rund 200 Kilometer ausreicht.“ Vom Ammersee-Westufer nach Landsberg und zurück reicht das allemal, aber wenn am Abend noch ein Termin in München oder weiter weg angesagt ist, kann es laut Christian Moser problematisch werden. In diesen Fällen nutzt er Schnellladestationen mit dem für sein Nissan-Modell passenden Chademo-System an der Sandauer Straße in Landsberg beim Elektrizitätswerk oder am Autobahn-Rasthof Lechwiesen Süd. Doch beide Chademo-Lademöglichkeiten sind defekt, die in der Stadtmitte schon seit fünf Wochen, sagt Christian Moser.

Akkus von Elektrofahrzeugen werden an sogenannten AC-Stationen oder Normalladern mit Wechselstrom und an den Schnelllade- oder DC-Stationen mit Gleichstrom geladen. Es gibt drei Schnellladesysteme: Chademo, das vor allem bei japanischen Fabrikaten zur Anwendung kommt, das CCS-System der europäischen Marken und den Supercharger von Tesla. An den Schnellladestationen dauert es durchschnittlich 20 Minuten, bis Akkus zu 80 Prozent aufgeladen sind. Die Ladeleistung hängt auch vom Autotyp ab.

Landsberg: Schnelles Stromtanken fällt aus

Ein Bauteil ist defekt

Ein spezielles Bauteil sei bei der DC-Station in der Sandauer Straße defekt und müsse ersetzt werden, sagt Pressesprecherin Luisa Rauenbusch von den Lechwerken (LEW), die die Ladestation dort betreiben. LEW habe das Bauteil bestellt, unmittelbar nachdem der Defekt festgestellt worden sei. „Wann der Hersteller das Ersatzteil liefern kann, ist derzeit leider nicht abzusehen.“ Die DC-Station sei vorübergehend aus den Ladesäulenverzeichnissen und der „eCharge+“-App herausgenommen worden. „Wir empfehlen auf DC-Ladestationen in der Umgebung auszuweichen, beispielsweise in Kaufering.“ Die Lechwerke betreiben neben den DC-Stationen in Kaufering und Landsberg acht AC-Stationen im Landkreis.

Am Rasthof Lechwiesen Süd steht eine Ladestation der Eon-Tochter Innogy SE. Laut Pressesprecherin Julika Gang ist der Techniker bereits beauftragt, die Störung an der Ladesäule in den nächsten Tagen zu beheben. Die Innogy-Ladestationen werden laut Julika Gang per Ferndiagnose auf Störungen überwacht. Wenn Autofahrer einen Fehler bemerkten, sollten sie diesen aber über die an der Säule angebrachte Hotline melden.

Autofahrer sollen Störungen melden

Gibt es noch weitere Möglichkeiten, der Auto-Akku schnell geladen zu bekommen? Beim Industrial Maker Space am Penzinger Feld im Landsberger Osten hat die E-Wald GmbH, die auch Car-Sharing anbietet, zwei Hypercharger stehen. Sie stehen, wie von dem Unternehmen zu erfahren ist, E-Wald-Kunden mit eigenem Ladechip zur Verfügung und Kunden aus einem Roamingverbund. Außerdem könne man über einen QR-Code und Zahlungssysteme wie Paypal auch spontan dort Strom tanken.

Auch beim Autohaus Schaller in Landsberg und der Filiale in Weilheim gibt es Schnellladesäulen, die von allen angefahren werden können – gegen eine Gebühr von fünf Euro pro Ladevorgang, wie Christoph Schaller erläutert. Zur Zeit sei das nur während der Geschäftszeiten von 8 bis 18 Uhr möglich. Man wolle das System aber ändern und das Stromtanken über Chipkarte oder Handy-App nachts ermöglichen. Außerdem solle die Gebühr nicht mehr pauschal, sondern in Abhängigkeit zur Lademenge abgerechnet werden. Wie sieht der Autohändler die Ladestruktur im Landkreis? Für die Elektroautos, „die augenblicklich auf der Straße sind“, sei es ausreichend, so Schaller. Denn 95 Prozent der Elektrofahrzeuge würden daheim aufgeladen.

So viel kostet eine Ladestation

Auch die Stadtwerke Landsberg betreiben zwei Stromladesäulen, eine am Verwaltungssitz in der Epfenhauser Straße und eine in der Lechgarage. „Geplant ist eine weitere auf der Waitzinger Wiese“, sagt Christian Eichberger. Es seien Normalladestationen, an denen es je nach Autotyp mehrere Stunden dauere, bis der Akku voll geladen sei. Wechselstromlader sind sinnvolle Lösungen für den öffentlichen Parkraum, wie Eichberger meint. Dort stelle man das Auto für einen gewissen Zeitraum ab. Schnelllader seien an Autobahnen oder Bundesstraßen sinnvoll. Eine Wechselstromladestation koste um die 10.000 Euro, eine Schnellladesäule 30.000 bis 40.000 Euro.

Luisa Rauenbusch (LEW) verweist darauf, dass die Europäische Kommission eine Ausstattung von einem öffentlichen Ladepunkt für zehn Elektroautos empfiehlt. Laut der Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur gibt es im Landkreis Landsberg 50 öffentliche Ladepunkte – bei 450 E-Fahrzeugen (Quelle Landratsamt, Juni 2019).

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