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Landsberg

13.05.2020

Masken-Gegner und Arzt Kron spricht von einer "Test-Pandemie"

Rolf Kron aus Kaufering organisiert eine Kundgebung in Landsberg. Er kritisiert die Corona-Schutzmaßnahmen mit Maskenpflicht.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archivfoto)

Plus Der Kauferinger Arzt und Impfgegner Rolf Kron veranstaltet am Samstag in Landsberg eine Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen. An die 2000 Menschen werden erwartet.

Sie bezeichnen sich selbst als freiheitsliebende und friedliche Menschen, die gemeinsam gegen „die Beschränkungen der Freiheit und des Grundgesetzes“ in der Corona-Krise demonstrieren. Zuletzt waren gut 150 von ihnen auf den Hellmairplatz in Landsberg gekommen. Am Samstag, 16. Mai, werden deutlich mehr erwartet. Deswegen findet die Kundgebung unter dem Motto „Für unsere Freiheit und Rückeroberung unserer Grundrechte“ auf der Waitzinger Wiese statt. Wer sind die Menschen, die jetzt auf die Straße gehen? Was treibt sie an? Und wie reagieren Polizei und Landratsamt auf die Situation? Wir haben mit dem Organisator der Veranstaltung gesprochen, dem Kauferinger Arzt Rolf Kron.

Rolf Kron hat die Kundgebung am Samstag beim Landratsamt angemeldet. Der 57-Jährige ist praktizierender Arzt und Homöopath. Seit 1996 hat er seine Praxis in Alt-Kaufering, in der er schwerpunktmäßig Menschen mit Impfschäden behandelt, wie er sagt. Er spricht von rund 6500 Personen, die er seit 1996 betreut hat. Seit gut zehn Jahren gibt es Levana Landsberg, einen regelmäßigen Elternstammtisch für Impfaufklärung. Die Motivation dazu sei aus der Beobachtung von Komplikationen nach Impfungen im persönlichen Umfeld sowie der Erfahrung, dass ungeimpfte Kinder wesentlich seltener krank seien, entstanden. So war die Demo am vergangenen Wochenende in Landsberg.

Bereits am vergangenen Wochenende fand eine Kundgebung auf dem Hellmairplatz statt. Diesmal werden mehr Teilnehmer erwartet.
Bild: Julian Leitenstorfer

Rolf Kron und seine Mitstreiter von Levana Landsberg treffen sich nicht nur intern, sie veranstalten auch Kundgebungen in Landsberg. So wurde unter anderem Ende Januar gegen eine Impfpflicht und Mitte Oktober gegen das Masernschutzgesetz des Bundesgesundheitsministeriums demonstriert. Dass ungeimpfte Kinder ab Ende 2021 nicht mehr in Kindertagesstätten aufgenommen werden dürfen und Eltern von nicht geimpften Kindern Bußgelder drohen, kritisiert Kron unter anderem.

Kron spricht von einer "Test-Pandemie"

Aktuell fordern Rolf Kron und viele andere Teilnehmer der Kundgebungen eine „Rückkehr zum Grundgesetz“, die „sofortige Beendigung der Shutdown-Maßnahmen in der Corona-Krise und den Stopp der Maskenpflicht“. Die Pandemie sei längst am Abklingen. Einen Anstieg der Fallzahlen gebe es nur, weil derzeit so viel getestet werde. Rolf Kron spricht von einer „Test-Pandemie“. Er stellt die Frage, woran die Menschen, die als Corona-Tote bezeichnet werden, wirklich sterben. „Keiner ist an, aber mit Corona gestorben“, sagt der 57-Jährige. Daher hält er den angeordneten Lockdown für überzogen. Corona sei ein Schnupfenerreger, der bei wenigen Menschen zu einer schweren Erkrankung führe. Kron kritisiert, dass nun viele Menschen ein Leben in Angst führen müssten und Kinder die Leidtragenden der Situation seien.

Bereits am vergangenen Samstag fand eine Kundgebung auf dem Hellmairplatz in Landsberg statt. Ein Thema war auch die Impfpflicht.
Bild: Julian Leitenstorfer

Für die Kundgebung am Samstag, 16. Mai, die von 15 bis 18 Uhr stattfinden soll, hat Kron 2000 Teilnehmer beim Landratsamt angemeldet. Es könnten aber mehr werden. Seiner Ansicht nach sei Platz für 5000 bis 8000 Personen. Aufgrund des großen Interesses hat er die Waitzinger Wiese als Veranstaltungsort gewählt. Im Internet weist Kron daraufhin, dass die Demonstranten die Abstandsregeln einhalten müssen. Zudem bestehe eine Masken-Empfehlung, keine Maskenpflicht. „Menschen, die Maske tragen, werden weder beleidigt noch ausgegrenzt.“ Die Teilnehmer sollen sich etwas Orangefarbenes anziehen, einen Sonnen- und Regenschutz, Querdenkerbommel und Trillerpfeifen mitbringen. „Lasst uns laut und friedvoll sein“, schreibt Rolf Kron.

Auch die Landsberger Polizei und das Landratsamt bereiten sich auf die Kundgebung vor. Noch ist sie nicht genehmigt, wie Wolfgang Müller, der Pressesprecher des Landratsamts, sagt. Er geht aber davon aus, dass das noch erfolgen wird. Derzeit warte man im Landratsamt auf ein Konzept des Bayerischen Innenministeriums, erst danach könnten konkrete Auflagen für die Kundgebung gemacht werden.

Die Polizei wird diesmal mit mehr Kräften im Einsatz sein

Für die Polizei steht die Einhaltung der Abstandsregeln im Vordergrund, sagt Michael Strohmeier, der stellvertretende Leiter der Landsberger Inspektion. Das sei am Samstag auf dem kleinen Hellmairplatz mitunter ein Problem gewesen. Die Teilnehmer der Kundgebung hätten sich in der Regel daran gehalten, allerdings hätten auch andere Personen den Rednern zugehört und nicht darauf geachtet. Auf der Waitzinger Wiese sieht Strohmeier weniger Probleme, die Einhaltung der Abstandsregeln durchzusetzen. Notfalls müsse die Kundgebung unterbrochen werden. „Wir wollen dabei mit Hinweisen arbeiten.“ Die Polizei setzte auf Deeskalation.

Auch die Polizei wartet auf das Konzept des Innenministeriums. Klar ist laut Michael Strohmeier schon, dass deutlich mehr Beamte vor Ort sein werden als die vier am Samstag. So werde die Landsberger Polizei von Kollegen des Einsatzzuges aus Fürstenfeldbruck unterstützt. „Wir wollen, das jeder seine Meinung kundtun kann“, sagt der stellvertretende Inspektionsleiter.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier. Corona-Demo: Wir leben nicht in Angst

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