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Landsberg

18.07.2020

Musikschulen in der Corona-Zeit: Probe in der Landsberger Eissporthalle

Die Streicher des Jugendsinfonieorchesters der Landsberger Sing- und Musikschule proben unter der Leitung von Birgit Abe in der Eissporthalle.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Von den Corona-Beschränkungen sind auch die Musikschulen im Landkreis Landsberg betroffen. Über ausreichendes Lüften, Onlineproben und kreative Musiklehrer.

Von den Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie sind auch die Musikschulen im Landkreis betroffen. Sie mussten schließen, bereits geplante Vorspiele und kleine Konzerte oder wie im Fall der Städtischen Sing- und Musikschule ein Tag der offenen Tür, mussten ausfallen. Unterricht konnte nur online stattfinden. Wie sind diese Einrichtungen mit der Situation umgegangen, wie gehen sie auch derzeit noch damit um? Das LT hat mit den beiden Leitern Lothar Kirsch ( Landsberg) und Thomas Schmidt ( Dießen) gesprochen.

Mittlerweile können fast alle Unterrichte wieder stattfinden, berichten die beiden Leiter. Natürlich gelten nach wie vor die üblichen Einschränkungen wie Abstandsregelungen und Maskenpflicht. Für das „Hochfahren“ sei seitens des Musikschulverbands beziehungsweise der Politik ein „Drei-Phasen-Modell“ vorgegeben worden, sagt Schmidt. So konnten laut Phase 1 ab Mitte Mai Einzelunterrichte wieder stattfinden. „Nach den Pfingstferien begann Phase 3, die Nummer zwei haben wir übersprungen.“ Jetzt sei alles wieder erlaubt – wenn die Möglichkeiten dafür gegeben sind.

Schwieriger Weg zurück zur Normalität

Laut Thomas Schmidt ist es schwierig, wieder in die Normalität zurückzukommen. So müssten die Räumlichkeiten ausreichend groß sein, um Abstände einhalten zu können. „In die Carl-Orff-Schule dürfen wir derzeit nicht hinein.“ Dort fanden unter anderem Proben größerer Ensembles statt. Der Jugendtreff hingegen, der sich im gleichen Haus befindet, öffnete seine Räume, sodass es wenigstens ein paar Ausweichmöglichkeiten gibt.

Über den Onlineunterricht während der Zeit der Schulschließung sagt Schmidt, dass er ganz gut funktioniert habe. „Das Online-Thema sollten wir aufgreifen, dranbleiben und bei Bedarf nutzen.“ Als Beispiel nennt er eine Kollegin, die den Schuljahresbeginn im September wegen einer Reha vermutlich versäumt und sich vorgenommen hat, ihren Schülern deshalb virtuellen Unterricht anzubieten. Thomas Schmidts persönliche Erfahrung, er unterrichtet Blechblasinstrumente und leitet mehrere Ensembles, in der Zeit des Shutdowns: „Anfangs waren meine Schüler froh über zwei Kontakte pro Woche, zumal ja auch die Regelschulen geschlossen waren und alle daheim bleiben mussten. Dann lief das öffentliche Leben langsam an und der Unterricht wurde zuweilen verpennt.“ Und Mitte Mai freuten sich alle über den Beginn des Unterrichts.

Freude über "echten" Unterricht

Diese Freude über „echten“ Unterricht kann der Landsberger Leiter Lothar Kirsch nur bestätigen. „Von 100 Schülern waren 99 froh über den wieder möglichen, persönlichen Kontakt.“ Geplant seien zudem kleinere Vorspiele, bei denen sich Zuhörer, wie es auch in Gaststätten üblich ist, in eine Liste eintragen, um im Fall einer Infektion verständigt werden zu können.

Für den Unterricht in der Musikschule gelten strenge Regeln. So dürfe das Gebäude nur vom Personal und Schülern betreten werden. Ausnahmefälle seien besonders junge Musiker und solche mit körperlichen Beeinträchtigungen. Dazu kämen Mindestabstand, Maskenpflicht, Desinfektionsmaßnahmen. Lehrer müssen Listen darüber führen, welcher Schüler wann Unterricht hatte. Austausch von Instrumenten und Zubehör sei untersagt. „Jede Viertelstunde soll der jeweilige Raum durchlüftet werden. Das bedeutet Fenster auf, Tür auf, Durchzug schaffen.“

Knabenchor probt im Salzstadel

Die Früherziehungsangebote seien in Landsberg geteilt worden, damit alle Kleinen unterrichtet werden können. „Seit Mitte Juni können auch Chöre wieder proben, wenn ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden kann“, sagt Lothar Kirsch. Das nutze Matthias Utz mit seinem Knabenchor, der dafür in den Probenraum im obersten Stockwerk des Salzstadels ausweicht. Der Jugendkammerchor (Cornelia Utz) probe ebenfalls, alle anderen Musikschulchöre fallen derzeit noch aus. Geigenlehrerin Birgit Abe, die mehrere Musikschulorchester leitet, sei besonders kreativ. Sie ist für Proben in die Eissporthalle ausgewichen. Jeweils eine Gruppe der Streicher- und Früherziehungsklassen, die von der Musikschule extern angeboten werden, können laut Schulleiter Kirsch teilweise wieder laufen.

Und wie sieht es in Landsberg mit Anmeldungen für das kommende Schuljahr aus? Bei der Früherziehung seien es bisher weniger als sonst, sagt Lothar Kirsch. „Wir werden deshalb die Klassen noch mal teilen, sodass nur fünf oder sechs Schüler in einer Gruppe sind und sich damit auch mal im Raum bewegen können.“ Ansonsten sei ja jederzeit Kontakt und Anmeldung möglich – online über die Homepage der Musikschule und telefonisch über das zu den üblichen Zeiten besetzte Büro der Schule.

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