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Landsberg

05.07.2020

Nahverkehr im Landkreis Landsberg: Was den Gemeinden wichtig ist

Die Stadt Landsberg möchte Veränderungen beim Stadtbus vornehmen.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archivfoto)

Plus Der Landkreis Landsberg will dem MVV beitreten. Warum er deswegen eine Befragung durchführen muss.

Der Landkreis Landsberg ist einer der Erweiterungskandidaten, die in den nächsten Jahren in den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) aufgenommen werden könnten. Eine wesentliche Voraussetzung für den Beitritt zum MVV ist es, den bestehenden Nahverkehrsplan im Landkreis anzupassen oder neu zu erstellen. Dazu wurden die Gemeinden befragt, was ihnen in Sachen Nahverkehr wichtig ist. Die Ergebnisse wurden jetzt im Umwelt- und Mobilitätsausschuss des Kreistags vorgestellt.

Den Nahverkehrsplan fordert der Freistaat von den Erweiterungskandidaten. Er soll auch eine klare Willensbekundung für den Beitritt zum MVV beinhalten, sagte der Nahverkehrsbeauftragte im Landratsamt, Dietmar Winkler, in der Sitzung. Mit dem Plan soll aber auch erreicht werden, die Busangebote im Landkreis zu verdichten und die Umsteigezeiten zu den Schienenangeboten zu optimieren. Ferner sollen Schritt für Schritt die im MVV definierten Qualitätsstandards für Busse, Haltestellen und Fahrpersonal angewendet werden. Für die Erstellung eines solchen Nahverkehrsplans wird ein externes Fachbüro beauftragt.

Taktung und Streckenführung überplanen

Dietmar Winkler hatte den Kreisräten eine Liste mit den Wünschen der Gemeinden mitgebracht. So möchte unter anderem die Stadt Landsberg Taktung und Streckenführung des Stadtbusses überplanen und viele Gemeinden am Ammersee bessere Verbindungen nach Landsberg und Geltendorf sowie ans Ostufer des Ammersees. Auch in den anderen Orten steht vor allem eine Ausweitung des Fahrplans in Richtung Landsberg, Kaufering und Geltendorf im Vordergrund.

Grundlage für einen möglichen MVV-Beitritt ist auch eine Grundlagenstudie. Sie beschäftigt sich laut Winkler mit dem Schienenverkehr und der Frage, welches Defizit für die Bahnbetreiber durch die Einführung des für die Bahnfahrer günstigeren MVV-Tarifs entstehen wird. Das könnten bis zu 6,5 Millionen Euro im Jahr sein, wie Winkler sagte. Diese sogenannten Durchtarifierungsverluste waren in der Vergangenheit ein wesentlicher Grund dafür, warum man in Sachen MVV-Beitritt im Landkreis Landsberg nicht vorankam. Vergangenes Jahr stellte das Verkehrsministerium jedoch in Aussicht, bis etwa 2026 zwei Drittel dieses Verlusts zu übernehmen, in der weiteren Zukunft dann sogar vollständig.

Entscheidung über Beitritt bis Ende 2022

Bis Ende 2022 muss der Landkreis eine Entscheidung treffen, ob er dem MVV beitritt oder nicht. Das sagte Dietmar Winkler in der Sitzung. Erste Überlegungen, dem Verkehrsverbund beizutreten, habe es bereits vor 30 Jahren gegeben. Mit dem Plan des Freistaats, dass es in den kommenden Jahren in Bayern nur noch zwei oder drei große Verkehrsverbünde gibt, könnte dieser Wunsch Wirklichkeit werden. Allerdings: „Wir sind ganz am Anfang der Arbeit“, so Winkler.

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