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Landsberg

08.09.2019

Warum sich in Landsberg alles um den Sandsack dreht

Auch Marco, Jessica und Mia Failer übten sich bei der Sandsack-Challenge des Technischen Hilfswerks in Landsberg. Hier stapeln sie die Säcke.
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Auch Marco, Jessica und Mia Failer übten sich bei der Sandsack-Challenge des Technischen Hilfswerks in Landsberg. Hier stapeln sie die Säcke.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Das Technische Hilfswerk veranstaltet eine besondere „Challenge“. Auch LT-Reporter Maximilian Neuhaus hat geschätzt, geschleppt und gezielt.

Überflutete Städte und Dörfer, Menschen müssen ihre Häuser räumen und Helfer kämpfen mit Sandsäcken gegen das steigende Wasser: Das sind Bilder, wie sie beispielsweise bei den Hochwassern in Rosenheim 2013 und in Polling 2016 zu sehen waren. Um auf die Gefahren eines Hochwassers hinzuweisen veranstaltete das Technische Hilfswerk (THW) in Bayern am Samstag einen ganz speziellen Wettbewerb – die Sandsack-Challenge. Das LT war beim Aktionstag in Landsberg dabei.

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Die Landsberger halfen auch schon in Italien

„In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Einsätze gestiegen“, erklärt Uli Hoffmann, der als Helfer beim THW in Landsberg arbeitet, den Anlass für die Sandsack-Challenge. Nicht nur in ganz Deutschland, sogar in Afghanistan oder Jordanien sei die Organisation gefordert. Das Team des THW Landsberg schon sei auch schon in Italien gewesen, um sich nach einem Erdbeben um die Verpflegung der Opfer und die sanitären Anlagen zu kümmern.

Mit der Sandsack-Challenge will das THW speziell auf „Hochwasser aufmerksam machen und den Menschen die Sandsäcke näher bringen“, sagt Hoffmann. Auch die Funktion des THW in einem Ernstfall soll so den Leuten verständlicher gemacht werden. „Wir zeigen den Besuchern, dass so etwas passieren kann, aber auch, dass wir dann da sind.“

Warum sich in Landsberg alles um den Sandsack dreht

Wie viel Schaufeln sind zwölf Kilogramm?

Auch im Landkreis ist das THW auf Hochwasser vorbereitet und lagert in Hallen leere Sandsäcke, die im Ernstfall leicht transportiert und vor Ort gefüllt werden können. Wo das ist, spiele keine Rolle: „Wenn in Hamburg der Katastrophenalarm ausgelöst wird und wir gebraucht werden, dann fahren wir hin“, meint Hoffmann.

Was genau ist aber nun die Sandsack-Challenge? In Landsberg sowie an 69 weiteren Orten in ganz Bayern wurden dafür verschiedene Stationen mit Aufgaben aufgebaut, an denen sich die Teilnehmer immer wieder mit dem Thema Sandsack konfrontiert sehen. Bei der ersten Station wird geschätzt: In einen leeren Sandsack soll Sand geschaufelt werden, und zwar genau zwölf Kilogramm. Diese Menge komme üblicherweise in einen normalen Sandsack, der dann ungefähr zur Hälfte gefüllt sei, erklärt Hoffmann. Für die Challenge wurde aber extra ein großer Sandsack hergenommen, sodass die Teilnehmer kaum eine Orientierung haben. Beim Wiegen stellt sich danach heraus, wie gut geschätzt wurde.

Auch Enten müssen gerettet werden

Auch Geschick ist gefragt. Beim Sandsack-Zielwerfen müssen die Teilnehmer leicht gefüllte Sandsäcke auf eine Zielmatte werfen. Im Idealfall trifft der Sack genau die Mitte, dann gibt es zehn Punkte. Ich erziele mit drei Würfen immerhin 26 Punkte und mache so meine schwache Leistung beim Schätzen wieder gut.

Auch bei der Station „Rettet die Enten!“ ist Geschicklichkeit gefragt, denn es sollen Gummi-Enten aus einem Wellenbecken geangelt werden. Und beim gezielten Wasserpumpen sollen Tennisbälle mit einem Wasserschlauch von einem Kegel heruntergeschossen werden.

So werden die Säcke richtig gestapelt

An jeder Station helfen und erklären Mitarbeiter des THW die jeweiligen Aufgaben. Wie die Helfer im Ernstfall zu agieren haben, erfahren die Teilnehmer bei der Station „Sandsacktransport“. 36 „nicht ganz nach THW-Norm“ gefüllte Sandsäcke müssen von einer Holzpalette auf eine andere gebracht werden, die sich einige Meter entfernt befindet. Dabei lernt man, wie die Sandsäcke bei einem Einsatz korrekt gestapelt werden: Jeweils neun Säcke bilden eine Ebene, davon liegen drei horizontal nebeneinander, die anderen sechs vertikal daneben. Ich bilde die vier Ebenen in einer Zeit von 2:07 Minuten und stelle damit die bisherige Rekordzeit des Tages auf – allerdings um 10.30 Uhr und ich war auch erst der zweite Teilnehmer, der sich an der Station versucht hat.

Die erzielten Ergebnisse an jeder der zehn Stationen werden auf einem Bewertungsbogen eingetragen. Dieser kann eingeschickt werden, um so die besten Teilnehmer in ganz Bayern zu ermitteln. Den Gewinnern winken als Preise unter anderem ein iPad oder Gutscheine für die Therme Erding. Ich nehme immerhin eine Badeente und Gummibärchen mit nach Hause.

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