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Landkreis Landsberg

19.02.2018

Wer mit dem Zug ins Allgäu pendelt, hat schlechte Karten

Bald gehen die Arbeiten für die Elektrifizierung der Bahnlinie München-Lindau los. Im Bereich Allgäu gibt es deshalb Zugausfälle.
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Bald gehen die Arbeiten für die Elektrifizierung der Bahnlinie München-Lindau los. Im Bereich Allgäu gibt es deshalb Zugausfälle.
Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Die Elektrifizierung der Bahnlinie München-Lindau beginnt. Zwischen Buchloe und Leutkirch heißt es Umsteigen in Busse. So lange dauern die Arbeiten.

Für manche Bahnreisende wird‘s ab Freitag, 23. März, um 21 Uhr kompliziert: Dann wird die Strecke zwischen Buchloe und Leutkirch über Memmingen komplett gesperrt. Und zwar für ein knappes halbes Jahr bis zum 10. September. In dieser Zeit soll auf dem Streckenabschnitt ein Großteil der Arbeiten für die Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Lindau stattfinden.

Etwa 3600 Bahnreisende werden täglich in Busse umsteigen und längere Fahrzeiten in Kauf nehmen müssen. Man wolle versuchen, die Beeinträchtigungen für die Kunden so gering wie möglich zu halten, verspricht Bärbel Fuchs, Geschäftsleiterin von DB Regio Allgäu-Schwaben. Manch einer der 400 Pendler mit Abo-Karte auf besagtem Streckenabschnitt kann mit einer Rückerstattung rechnen. Diese wird sehr unterschiedlich zwischen drei und 25 Prozent liegen, sagt Fuchs. Im Schnitt würden den Stammkunden während der Bauarbeiten sieben bis zehn Prozent der Abokosten erstattet.

Die Eurocity-Züge werden umgeleitet

Man wolle nicht, dass durch die Beeinträchtigungen Kunden verloren gehen, erläutert Fuchs. Die Konkurrenz verläuft zumeist wenige Kilometer parallel zur Bahntrasse: die Autobahn A96, München-Lindau. Da die elektrifizierte Strecke erst Ende 2020 in Betrieb gehen soll, müsse man die Kunden „drei Jahre lang bei der Stange halten“, sagt die DB-Regio-Chefin. Nicht umsteigen müssen die Fahrgäste der Eurocitys zwischen Lindau und München. Diese Fernzüge werden über die Strecke Buchloe-Kempten-Lindau umgeleitet.

Die Organisation des Schienenersatzverkehrs und der Umleitungen sei enorm aufwendig, sagt Bahn-Sprecherin Kathrin Kratzer: „Da läuft eine Maschinerie an wie bei einem Fahrplanwechsel.“ Betroffen seien auch Verbindungen, die in die Strecke einmünden – beispielsweise die Mittelschwabenbahn. Seit Herbst vergangenen Jahres laufe die Organisation des Schienenersatzverkehrs auf Hochtouren, sagt Helmut Schenk vom Projektplanungsteam.

Zwölf Busse sind ständig im Einsatz

Zwölf Busse werden wochentags, zehn an den Wochenenden ständig hin- und herfahren, um die Bahnreisenden zwischen Buchloe und Leutkirch zu transportieren. Dabei werden Expressbusse verkehren, die hauptsächlich die Autobahn benutzen und nur in Memmingen und Mindelheim halten. Mit diesen Schnellbussen wird sich beispielsweise die Reisezeit zwischen München und Memmingen gegenüber dem Zug um 20 Minuten verlängern. Wer kleinere Zughaltepunkte ansteuern will, muss einen der Ortsbusse wählen. Dabei verlängert sich die Gesamtreisezeit gegenüber dem Zug zum Beispiel auf der Strecke Memmingen-München um 40 Minuten.

Fahrräder und Kinderwagen müssen draußen bleiben

Zwischen den kleineren Zughaltepunkten sind Niederflurbusse unterwegs. Darin sei die Mitnahme von Kinderwagen, Fahrrädern und Rollstühlen möglich, sagt Bahn-Mitarbeiter Karl Haag. In den bis 100 Stundenkilometer schnellen Reisebussen können Fahrräder und Kinderwagen nicht mitgenommen werden. Generell empfiehlt Haag Fahrradfahrern, sich vorab zu informieren.

Radl-Gruppen sollten sich auf jeden Fall anmelden. Bahnreisende sollten auch beachten, dass Park-and-Ride-Parkplätze beispielsweise in Buchloe stärker frequentiert sein könnten. Die Bahn will ab Anfang März in Zügen und an Bahnhöfen über den geplanten Schienenersatzverkehr informieren. In den ersten Wochen würden auch sogenannte „Reisendenlenker“ in Zügen und an Bahnhöfen im Einsatz sein.

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