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Landsberg

12.03.2020

Eishockey: Das Coronavirus vermasselt Berghofer den Abschied vom HCL

Thomas Berghofer war zehn Jahre lang Stadionsprecher beim HC Landsberg. Nach dieser Saison hört er auf.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Plus Die Play-offs sollten die letzten Spiele für Thomas Berghofer als Stadionsprecher der Riverkings sein. Dann sorgt die Ausbreitung des Coronavirus für ein vorzeitiges Saisonende. Aber der HC Landsberg hat eine Idee.

Im Vorfeld hatte Thomas Berghofer mit einem etwas mulmigen Gefühl dem Sonntag entgegengeblickt: Nach den Play-offs hätte er als Stadionsprecher des HC Landsberg aufgehört. Das Heimspiel gegen Höchstadt hätte also durchaus sein letztes sein können. Doch jetzt kam alles ganz anders: Wegen der Verbreitung des Coronavirus hat der Verband alle Spiele abgesagt (wir berichteten). Aber einen Stadionsprecher nach zehn Jahren einfach so gehen lassen, das will man beim HC Landsberg nicht, und hat auch schon konkrete Pläne...

Zum Glück hat sich Thomas Berghofer sein „Abschiedsgeschenk“ schon im Vorfeld gesichert, und dieses wird ihn auch in seine neue Heimat Grassau am Chiemsee begleiten. „Auf dem aktuellen Trikot habe ich alle Spieler unterschreiben lassen“, erzählt er. Und es wird an seinem neuen Wohnort einen besonderen Platz erhalten – in einem Zimmer ist die Wand dafür freigehalten.

Selbst nie gespielt

Seine Eishockey-Leidenschaft entdeckte Berghofer schon als Kind, nachdem ihn sein Vater einmal mit ins Stadion genommen hatte. Auch wenn er selbst nie gespielt hat: Viel weniger Zeit als die Aktiven hat er während einer Saison im Stadion auch nicht verbracht. Eishockey gehört einfach zu seinem Leben dazu.

Eishockey: Das Coronavirus vermasselt  Berghofer den Abschied vom HCL

Und was er macht, macht Berghofer gründlich. Beim damaligen EVL engagierte er sich als Ordner, doch nach dem finanziellen Aus des Traditionsvereins wechselte er zum HC Landsberg. Die Pleite des EVL damals „war auch für mich der schlimmste Moment“.

Doch von solchen gab es nur wenige: „Die schönen Momente überwiegen bei Weitem“, sagt Berghofer. Und denkt dabei vor allem an den Aufstieg in die Bayernliga, damals in Pegnitz. „Ich war noch als Betreuer mit dabei. Schon in Pegnitz wurde gefeiert“, auf der Heimfahrt dann den Kreisel am Penzinger Feld gleich mehrmals umrundet, und schließlich stand noch die Feier in Landsberg an. „Meine Stimme war da schon weg und danach war ich ein paar Tage krank“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Die „Klassentreffen“ bleiben in Erinnerung

Oder das Play-off-Spiel gegen Memmingen, mit 2000 Zuschauern. „Und natürlich die Klassentreffen, die Drummy organisiert hat.“ Zusammen mit dem früheren Stadionsprecher des EVL auf dem Eis zu stehen und das Spiel anzumoderieren, das waren die Highlights für Berghofer.

Zum Job des Sprechers kam er über Umwege: Erst engagierte er sich beim Nachwuchs des HCL. „Da ist mir auch das Peinlichste passiert“, erzählt er: Beim allerersten Mal, als er die Aufstellung vorlas, hatte er die Mannschaften verwechselt. „Ich kannte die Spieler von uns ja nicht und hab’ es nicht gemerkt“, erinnert er sich – ein Ordner war dann in die Kabine gekommen und hatte ihn darauf hingewiesen.

Grundsätzlich bereitete sich Berghofer immer bestmöglich auf die Spiele vor. „Wenn die Gäste Ausländer dabei hatten und ich war mir nicht sicher, wie man den Namen ausspricht, habe ich die Betreuer gefragt und mir das in Lautschrift notiert.“ Wie ernst Berghofer seinen „Job“ nahm, zeigt auch die Tatsache, dass er in den zehn Jahren nur in einem Heimspiel gefehlt hat.

Gleich neben der Strafbank

Machte er früher von der Sprecherkabine aus die Durchsagen – damals war er auch noch für die Musik verantwortlich – wechselte er vor einigen Jahren runter auf die Strafbank. „Da bekommt man viel mehr mit vom Spiel.“

Aber auch von den „Sündern“, die auf die Strafbank müssen, denn sein Standort ist genau zwischen den Strafbänken. „Meist ist es ruhig, aber wenn zwei schon auf dem Eis geschlägert haben, kann es schon sein, dass es auf der Bank verbal weitergeht“, erzählt er. Und da sei es dann geraten „wegzuhören“, meint er mit einem Lächeln.

Auch wenn Berghofer den HC Landsberg nach zehn Jahren als Sprecher verlässt, bleibt er dem Eishockey dennoch treu – dann aber bei einem der traditionellen Konkurrenten des Landsberger Eishockeys: den Starbulls Rosenheim. Dort ist er bereits fest eingebunden, allerdings nicht als Stadionsprecher.

Trotzdem wird Thomas Berghofer in der kommenden Saison mindestens ein Mal noch nach Landsberg kommen müssen. „Wir wollen ihn natürlich noch offiziell verabschieden“, sagt Joachim Simon, Pressesprecher des HC Landsberg. „So kann er nicht einfach gehen. Und wie sich da für einen Stadionsprecher gehört, soll das bei einem Spiel passieren.“

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