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Dießen

15.05.2019

Goldenes Eichenblatt für Dießenerin Elisabeth Stainer

Elisabeth Stainer von der FSG Dießen ist mit der höchsten Auszeichnung geehrt worden, die der Deutsche Schützenbund an Landesjugendleiter vergibt, das Goldene Eichenblatt. Sehr wichtig ist ihr, neben der Verbandsarbeit auch als Trainerin arbeiten zu können.
Bild: Thorsten Jordan

Der Deutsche Schützenbund verleiht ihr die seltene Auszeichnung. Mit welchen Ideen Stainer um Kinder und Jugendliche wirbt und was sie zur Nachwuchsarbeit sagt.

Es wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, dass die Jugendleiterin des Bayerischen Schützenbundes 52 Jahre alt ist. Trotzdem ist die Dießenerin Elisabeth Stainer ein Glücksfall für den Verband, weil sie viel Zeit und Herzblut in die Aufgabe investiert, die ihr Vorgänger nach nur einem Jahr wieder aufgegeben hatte.

Immenses Engagement und nachhaltiger Erfolg

Für ihren Einsatz hat sie auf dem deutschen Schützentag in Wernigerode das Goldene Eichenblatt bekommen, die höchste Auszeichnung, die an Landesjugendleiter vom Deutschen Schützenbund vergeben wird. Diese Ehrung bekommt nur, wer das Amt mindestens sechs Jahre ausgeübt hat und Verdienste nachweisen kann. Bei der Laudatio hieß es: „Elisabeth Stainer füllt ihre Aufgabe mit einem immensen Engagement, mit großem Verantwortungsgefühl und letztlich auch mit nachhaltigem Erfolg aus.“ Stainer vertritt im Landesverband etwa 115.000 Mitglieder. Zur Schützenjugend gehören die Athleten bis zum 27. Lebensjahr.

Seit neun Jahren hat sie das Amt der Jugendleiterin in Bayern inne und versucht, über viele Aktionen den Nachwuchs für ihren Sport zu begeistern. „Man muss etwas um den Sport herum bieten, damit sich die Kinder und Jugendlichen wohlfühlen und auch dabeibleiben. Die Zeiten, in denen die ganze Familie im Verein Mitglied gewesen ist, sind vorbei“, sagt Stainer. Solche Aktionen sind beispielsweise Zeltlager, Ausflüge sowie Fahrten zur Olympia-Schießanlage in München.

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Angebote abseits des Sports

Auch gibt es eine Jugendzeitschrift vom Verband, die jeder Verein bekommt, und jedes Jahr steht unter einem bestimmten Motto, dass nicht zwingend etwas mit dem Schießen zu tun hat. „Vergangenes Jahr ging es um Bienen, und wir haben Tütchen mit Samen verteilt“, berichtet Stainer, die jeden Tag mindestens zwei Stunden in ihr Ehrenamt investiert. „Es ist ein Halbtagsjob, obwohl ich eine hauptberufliche Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle des Verbandes habe, die mich sehr unterstützt und mit der ich fast täglich telefoniere.“

An den Wochenenden geht es zudem zu Veranstaltungen und Wettkämpfen. Stainer organisiert auch Vergleichswettbewerbe mit anderen Bundesländern und kümmert sich um deren Durchführung. Ohne ihre Familie, die die Leidenschaft teilt, wäre das nicht machbar, betont sie. Ihr Mann, Jakob Stainer, ist Schützenmeister der Feuerschützengesellschaft Dießen (FSG) und Vorsitzender der Schießsachverständigen in Deutschland und Tochter Eva ist Jugendsprecherin im Landesverband.

Eine neue Wettkampfform entwickelt

Stainer versucht auch, durch neue Ideen den Leistungssport zu fördern. Beispielsweise wurde ein Fernwettkampf für Schüler ins Leben gerufen, in dem die Vereine mit dem Luftgewehr in drei Stellungen schießen und die Ergebnisse in eine Datenbank eintragen. Die besten Mannschaften werden dann nach München zu einem Endkampf eingeladen. Doch die Leistungsdichte hat – wie in anderen Sportarten auch – abgenommen, berichtet Stainer. „Mit der Luftpistole sind 400 Ringe möglich. Um in den Kader zu kommen, sind 390 Ringe nötig. Noch vor 15 Jahren gab es viele Athleten, die auf dem Niveau um einen Platz gekämpft haben, heute muss man froh sein, wenn einige diese Marke erreichen.“

In vielen Vereinen wird von April bis September nicht trainiert

Zudem kämpfe ihr Sport mit zwei weiteren großen Handicaps, sagt die Landesjugendleiterin. So erlaubt das Waffengesetz die Ausübung des Sports erst ab zwölf Jahren, ein Alter, in dem sich viele Kinder längst für eine andere Sportart entschieden haben. Die Schützen behelfen sich hier, indem sie jüngere Sportler mit Licht schießen lassen. Und dann ist da noch die lange Sommerpause der Vereine. „In mehr als 50 Prozent der Vereine wird von April bis September nicht trainiert. Dann funktioniert es natürlich nicht mit dem Leistungssport. Und es ist auch leider teils keine Motivation da, daran etwas zu ändern.“

Sie verweist aber auch auf erfolgreiche Schützen aus dem Landkreis wie die Olympiateilnehmer Monika Karsch (Silber mit der Luftpistole 2016), Michael Janker und Nachwuchshoffnung Maximilian Ulbrich, der an den Olympischen Jugendspielen teilgenommen hat. Die Beispiele zeigten, was möglich sei, wenn die Strukturen passen. „Mitstreiter wie Franz Berghofer aus Scheuring sind als ehrenamtliche Unterstützer unbezahlbar“, sagt sie.

Sie ist Weltmeisterin mit der Armbrust gewesen

Stainer selbst ist erst mit 16 zum Sportschießen gekommen und wurde mit der Armbrust 1991 Mannschaftsweltmeisterin. Sie hat auch die B-Lizenz für Trainer und kümmert sich bei der FSG um den Nachwuchs. „Die Arbeit macht extrem viel Spaß und ich bekomme dadurch auch mit, wo an der Basis der Handlungsbedarf besteht. Das kann ich dann in den Gremien des Verbandes weitergeben.“

Und wie lange bleibt die 52-Jährige noch Landesjugendleiterin? „Ehrlich gesagt habe ich manchmal das Gefühl, schon alles probiert zu haben und vielleicht hätte jemand Jüngeres tatsächlich neue Ideen. Man darf die Jugend nicht nur in Sonntagsreden loben und deren Wichtigkeit für die Zukunft der Vereine herausheben, sondern muss ihr auch etwas zutrauen. Bei uns in der Feuerschützengesellschaft Dießen sind beispielsweise die Schriftführerin und die Schatzmeisterin junge Mitglieder und in Verantwortung.“

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