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Mindelheim

17.07.2020

Anwohner beklagen Durchgangsverkehr: Wann kommen die Umfahrungen?

Täglich wälzt sich eine Blechlawine durch Hausen. Seit Jahrzehnten versucht die Gemeinde Salgen, eine Verkehrsentlastung für ihre Bürger zu bekommen. Bis 2030 spätestens soll die Umfahrung fertig sein. Jetzt ist das Projekt einen wichtigen Schritt vorangekommen.
Bild: Ulla Gutmann

Plus Von den drei großen Verkehrsprojekten rund um Mindelheim kommt nur die Umfahrung Hausen voran. Das aber auch etwas später als erhofft.

Seit Jahrzehnten warten die Anlieger der Hauptstraße in Hausen auf eine Verkehrsentlastung. Nun hat die Planung eine wichtige Hürde genommen. Wie der Stimmkreisabgeordnete Franz Josef Pschierer ( CSU) mitteilte, wurde der Vorentwurf des Staatlichen Bauamtes Kempten für die Ortsumfahrung Hausen im Zuge der B16 von der Regierung von Schwaben genehmigt.

Verzögerung bei der Ortsumfahrung Hausen

Über diese Nachricht zeigte sich Pschierer hocherfreut, weil ihm dieses Projekt wegen dessen langer Vorgeschichte besonders am Herzen liegt, wie er in einer Mitteilung an die Medien berichtet. „Leider gab es hier zunächst eine Verzögerung, da die erforderliche Stellungnahme der Höheren Naturschutzbehörde zur Vorentwurfsplanung länger ausblieb, sodass das gesamte Verfahren ins Stocken geriet“, berichtet Pschierer weiter.

Der Abgeordnete hatte sich daher bereits im Februar dieses Jahres mit dem Regierungspräsidenten Dr. Erwin Lohner in Verbindung gesetzt und darum gebeten, dass die Ortsumfahrung Hausen durch die Höhere Naturschutzbehörde eine größere Priorität eingeräumt bekommt. Anfang April lag die Stellungnahme dann vor, wie Lohner dem Mindelheimer Abgeordneten mitteilte. Damit war diese Verzögerung aus dem Weg geräumt und das eigentliche Genehmigungsverfahren für den Vorentwurf konnte eingeleitet und Ende Juni erfolgreich abgeschlossen werden.

So sieht der Zeitplan aus

Derzeit erstellt das Staatliche Bauamt Kempten laut Pschierer die Genehmigungsplanung mit dem Ziel, die Planfeststellung für die Ortsumfahrung Hausen im 1. Quartal 2021 zu beantragen. Pschierer will sich dafür einsetzen, dass das Planfeststellungsverfahren für die Umfahrung Hausen zügig voranschreitet.

Die Historie rund um eine Umgehungsstraße für Hausen ist älter als der Landkreis Unterallgäu selbst. Bereits in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts beschäftigte sich der Kreistag des damaligen Landkreises Mindelheim mit diesem Thema und drängte erfolglos auf eine Ortsumfahrung.

In diesem Zusammenhang erinnert Pschierer an einen Ortstermin in Hausen im Juni 2015. Auf seine Einladung hin waren zwei maßgebliche Akteure im Ringen um die Aufnahme von Verkehrsprojekten in den neu zu fassenden Bundesverkehrswegeplan nach Hausen gekommen und hatten sich die Situation persönlich angeschaut: Die damalige Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Dorothee Bär, und der Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange, der zu dieser Zeit verkehrspolitischer Sprecher der Unionsfraktion war.

„An diesem Tag ist der entscheidende Durchbruch gelungen“, blickt Pschierer zufrieden zurück. Und weiter: „Nun gilt es, die Ortsumfahrung – diesen lang gehegten Wunsch der Einwohner von Hausen – schnellstmöglich zu realisieren.“ Der Flächenbedarf in Hausen liegt bei etwa über vier Hektar Grund. Parallel zur Planung für die Straße kommt es in Hausen zu einer Unternehmensflurbereinigung. Grund darf erst gekauft werden, sobald das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen ist.

Unterallgäu: drei Projekte im Bundesverkehrswegeplan

Im Unterallgäu stehen drei Straßenbauprojekte im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans: die Umfahrung Hausen, die Umfahrung Pfaffenhausens und die Umfahrung Mindelheims. Bis zum Jahr 2030 sollen diese Projekte umgesetzt sein.

Bisher kommt lediglich das Projekt Hausen voran. Mindelheim und Pfaffenhausen hängen weiter in der Warteschleife. Aus dem Mindelheimer Rathaus war bislang zu hören, dass der genaue Verlauf der Umgehungsstraße noch gar nicht festgelegt sei. Heimenegger Bauern fürchten, dass die Straße südlich des Eichet-Wäldchens verlaufe. Es ist derzeit nicht absehbar, wann das Staatliche Bauamt Kempten Kapazitäten für die Planung dieser beiden Vorhaben übrig hat, hieß es schon im Vorjahr.

Im Bundesverkehrswegeplan 2030 hat das Staatliche Bauamt Kempten neun Projekte mit einem Volumen von rund 365 Millionen Euro im vordringlichen Bedarf, so Abteilungsleiter Ralf Eisele. Konkret sind das:

  • B16 Ortsumfahrung Marktoberdorf – Tunnel Bertoldshofen,
  • B 472 mit Fertigstellungsziel 2021,
  • der vierstreifige Ausbau der B12 zwischen Kempten und Buchloe inklusive der B16 Ortsumfahrung Kaufbeuren Nord (Pforzen)

Die B32 Ortsumfahrung Opfenbach sowie die B16 Ortsumfahrung Hausen im Unterallgäu sind in fortgeschrittener Planung.

Lesen Sie auch: Der Ausbau der B16 bei Loppenhausen geht jetzt los

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