1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Bezeichnung „Altenheim“ ist im Kreis jetzt verpönt

Betreuung

04.10.2011

Bezeichnung „Altenheim“ ist im Kreis jetzt verpönt

Aus Alten- werden Seniorenheime. Der Landkreis benennt seine Betreuungseinrichtungen zum 1. November um.
Bild: Foto: Weizenegger

Einrichtungen werden in „Kreis-Seniorenwohnheime“ umbenannt. Defizit der Häuser sinkt leicht

Mindelheim Die Kreisaltenheime sollen nicht mehr so heißen – schließlich habe die Bezeichnung „Altenheim“ einen negativen Beigeschmack und sei außerdem falsch, denn das Gesetz versteht unter „Altenheimen“ Einrichtungen für rüstige Senioren, die nicht gepflegt werden, erklärt Ara Gharakhanian, Leiter der drei Heime des Landkreises. Deshalb sollen die drei Einrichtungen von 1. November an „Kreis-Seniorenwohnheim“ heißen. Das hat der Personal- und Sozialausschuss des Kreistags jetzt einstimmig beschlossen. Die Zusätze „St. Andreas“ für Babenhausen, „St. Martin“ für Türkheim und „Am Anger“ für Bad Wörishofen bleiben bestehen. Die Namensänderung kostet den Landkreis 1500 bis 2000 Euro, schätzt Gharakhanian, weil die Schilder vor den Heimen ausgetauscht werden müssen. Werbematerialien und Briefpapier werde erst neu gedruckt, wenn das alte verbraucht sei.

Mit der Jahresrechnung hatte Gharakhanian auch noch gute Nachrichten für den Ausschuss dabei: Nach 2009 ist es ihm auch 2010 wieder gelungen, das Defizit der drei Seniorenwohnheime zu senken. Lag es 2008 noch bei rund 1,3 Millionen Euro, waren es 2009 noch 172000 Euro und 2010 jetzt 102000 Euro. So konnten vergangenes Jahr Rücklagen in Höhe von rund 156000 Euro gebildet werden, die zum Beispiel für die Generalsanierung des Türkheimer Seniorenheims verwendet werden können.

Der Landkreis musste 2010 rund 193000 Euro für seine Seniorenwohnheime zuschießen, nach 191000 Euro im Jahr 2009 und 766000 Euro im Jahr 2008.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Dass das Ergebnis wieder besser geworden ist, liegt laut Gharakhanian an mehreren Dingen: Die Auslastung der Heime ist gestiegen, die Bewohner hatten höhere Pflegestufen und die Kosten für Sachaufwendungen wie Wirtschafts- und Verwaltungsbedarf sind gesunken.

Probleme machen Gharakhanian noch die vielen Überstunden der Mitarbeiter, vor allem in Bad Wörishofen. Dort kamen im Jahr 2010 rund 130 Überstunden auf jede Vollzeitstelle.

Das seien „Altlasten“, die im vergangenen Jahr durch kranke Mitarbeiter kaum abzubauen waren, sagt Gharakhanian. Er gehe aber davon aus, dass die Überstunden bis Ende 2012 auf einem „normalen Niveau“ liegen würden.

Dass das geht, zeige Türkheim: Dort seien es weniger als 25 Überstunden je Stelle. Sowieso sei Türkheim das „Flaggschiff im Bereich wirtschaftliche Erfolge“, lobte Gharakhanian. Es hat dieses Jahr als einziges der der Heime ein Plus erwirtschaftet. (manu)

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%202017-10-24_gutes_sehen(1).tif
Senioren

„Gutes Sehen“ fest im Blick

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden