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Juliläum

06.07.2018

Evangelischer als vielleicht gedacht

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2 Bilder
Modelle aller evangelischer Kirchen in Schwaben sind in Bad Wörishofen zu sehen. Gefertigt hat sie Wilhelm Ulrich Fischer.
Bild: Maria Schmid

Bemerkenswerte Ausstellung in Bad Wörishofen.

Sie sind klein, aus Holz gefertigt, in vier verschiedenen Farben bemalt. Sie zeigen im Kleinformat die evangelisch lutherischen Kirchen in Schwaben. Wilhelm (Willi) Ulrich Fischer, der Vorsitzende des Heimatvereins Krumbach, hat diese kleinen Kirchen in feiner Handarbeit im Zeitraum von einem Jahr hergestellt. Er hat sie auf eine großen Schwabenkarte gestellt, mit den Namen der Kirchen versehen und zeigt, dass es auch über die nahen Grenzen hinaus evangelische Gemeinden gab und gibt. Die Ausstellung „500 Jahre evangelisch in Schwaben“ mit rund 150 Kirchengemeinden ist im Nebenraum der Erlöserkirche von Bad Wörishofen (früher Eine-Welt-Laden) zu sehen. Die Ausstellung ist als Auftakt des großen Doppeljubiläums zu 50 Jahren evangelische Erlöserkirche und 70 Jahre eigenständige evangelische Kirchengemeinde in Bad Wörishofen, gedacht. Prädikant Manfred Gittel begrüßte Willi Fischer und die Gäste in der Ausstellung. Er sagte: „Auf der großen Karte sieht man sehr gut die Verdichtungen der Lutheraner rund um Memmingen, im Ries, in der Nähe von Augsburg und Ulm. Nach Süden werden es weniger.“

Die aus Holz gefertigte „Burgmauer“ an einer Seite des Raumes zeigt rund 20 schwäbische Reformatoren. Darunter ist Georg Streit, ein „lutherischer“ Pfarrer und Reformator, der 1546 vom Augsburger Stadtmagistrat nach Wörishofen geschickt wurde. Nach einem Jahr „musste er wieder abziehen“. Er wurde nicht akzeptiert. Das fand Alois Epple aus Türkheim heraus und beschrieb das in seinem Buch „Die Geschichte der Dörfer Wörishofen, Schlingen, Stockheim, Kirchdorf und Dorschhausen“.

Und was haben die vier Farben zu bedeuten? Willi Fischer erläuterte das so: „Die lila angemalten Kirchen sind evangelische Gemeinden seit der Reformation, hellblau steht für die Gemeinden seit 1803, orange sind die Kirchen, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind und grün sind die evangelisch reformierten Kirchen seit der Reformation. So sieht der Besucher deutlich, dass jede Kirche ganz individuell gebaut wurde.“

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Fischer fand auch heraus, dass noch heute ein Lied im Evangelischen Gesangbuch steht, das damals geschrieben wurde: „In dich hab ich gehoffet, Herr“ (Nr. 275). Willi Fischer, der 1943 in Nassadel im Kreis Kreuzburg in Oberschlesien geboren wurde, kam nach dem Krieg durch den Beruf des Vaters bei der Eisenbahn, der heutigen Deutschen Bundesbahn, und den verschiedenen Einsatzorten auch nach Schwaben wie nach Memmingen, Türkheim, Mindelheim und Kempten. Er wurde 1957 in der alten Erlöserkirche von Bad Wörishofen, die in der Hahnenfeldstraße stand, konfirmiert. Es sind spannende Geschichten, die Willi Fischer zu erzählen weiß.

Die Ausstellung ist noch bis zum 29. Juli zu sehen, immer mittwochs von 15 bis 17 Uhr, samstags von 19 bis 19.30 Uhr und sonntags nach dem Gottesdienst, samt Führung durch Wilhelm Ulrich Fischer. (sid)

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