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Pfaffenhausen

07.01.2020

Schafkopf-Turnier: Einer ist der Sieger, gewonnen haben alle

Zwischen Erwin Wischenbarth (links) und Robert Maurus wurde es richtig knapp. Beide hatten 101 Gute. Die Anzahl der Solospiele entschied den Sieg und Erwin Wischenbarth darf sich nun über den Motorroller freuen.
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Zwischen Erwin Wischenbarth (links) und Robert Maurus wurde es richtig knapp. Beide hatten 101 Gute. Die Anzahl der Solospiele entschied den Sieg und Erwin Wischenbarth darf sich nun über den Motorroller freuen.

An der Spitze wurde es eng, aber über 400 Spieler genossen einen schönen Abend beim Schafkopfturnier „Herz ist Trumpf“.

Eine Spur von Schweißperlen konnte man bei Benjamin Adelwarth blitzen sehen, als nach 23 Uhr der Sieger beim großen Schafkopfturnier ermittelt wurde. Denn heuer war es so spannend wie nie zuvor – zwei Teilnehmer hatten 101 Gute und Turnierleiter Thomas Platzer musste am Ende anhand der Punkteliste die Solos der beiden auszählen. Erwin Wischenbarth aus Senden hatte fünf Solos und damit eines mehr als Robert Maurus aus Egg an der Günz. Knapper hätte der Sieg beim großen Schafkopfturnier in Pfaffenhausen wohl nicht sein können. Mit 448 Teilnehmern und 112 Partien war der Andrang wieder groß und in der Zentrale, wo Anmeldung und Siegerehrung stattfanden, herrschte reges Treiben. Zeit für Verschnaufpausen gab es wenig, denn jeder Schafkopfer musste im System aufgenommen werden, damit am Ende dann auch alles passt und die einzelnen Platzierungen aufgelistet werden können.

In Pfaffenhausen hat das Spielen richtig Spaß gemacht

Für Andrea Weiß aus Apfeltrach war es das erste große Turnier in ihrem Leben. Seit sieben Jahren liebt sie das Sauspiel. „Ich habe es damals im Portugalurlaub gelernt“, erzählt die 37-Jährige. Gemeinsam mit Mini Purz und Martin Schöner hat sie sich heuer nach Pfaffenhausen gewagt und kartelte im Fratelli für den guten Zweck. „In einem so großen Turnier habe ich noch nie mitgespielt und ich bin schon ziemlich nervös, da man ja nie weiß, mit wem man am Tisch sitzt“. In kleineren Schafkopfrunden im Heimatort war sie schon dabei und einmal sei sie auch richtig „nassgeschwitzt“ heimgekommen. „Es gibt manchmal schon auch hitzige Schafkopfer, da kann man dann ganz schön ins Schwitzen kommen“, erzählt sie mit einem Lächeln. Doch in Pfaffenhausen blieb alles trocken und Andrea zeigte sich bei der Siegerehrung begeistert: „Das war eine tolle Runde und es hat richtig Spaß gemacht.“ Am Ende konnte sich die Apfeltracherin mit 29 Guten an einem Getränkeset freuen und ließ die männliche Konkurrenz weit hinter sich.

Schafkopf-Turnier: Einer ist der Sieger, gewonnen haben alle
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Schafkopffreunde karteln in Pfaffenhausen
Bild: Sabine Adelwarth

Auch für Familie Zech aus Oberegg ist Schafkopf festes Familienritual. Mama Anita und Papa Engelbert waren mit ihren drei erwachsenen Söhnen Simon, Johannes und Lukas im Bräustüble am Start. Lukas wohnt in Fulda und hat seinen Familienbesuch extra auf den Tag des Schafkopfturniers gelegt. Für Fahrlehrer Manfred Schmid aus Mussenhausen ist das schwabenweit größte Turnier Pflichtprogramm am Vorabend von Dreikönig. „Für den guten Zweck zu spielen ist eine Ehrensache und macht einfach Spaß.“

Schafkopf-Turnier: Einer ist der Sieger, gewonnen haben alle

Auch lange Anfahrten nach Pfaffenhausen nahmen die Spieler in Kauf

Dass die Schafkopfer auch teilweise lange Anfahrten in Kauf nahmen, wurde bei Wilhelm Rösch aus Wemding aus dem Landkreis Donau-Ries deutlich. Zu viert waren sie angereist. Zum Glück spielte das Wetter bestens mit. Trotz klirrender Kälte blieb es trocken – bestes Schafkopfwetter also.

Carmen Loder und ihr Lebensgefährte Gerhard Jahn aus dem Kammeltal waren ebenfalls gekommen, um für den guten Zweck zu spielen. „Ich war vor ungefähr 15 Jahren zuletzt hier, doch heuer wollten wir unbedingt wieder dabei sein“, erzählte Carmen Loder, die im Gasthaus Krone einen Platz fand.

Wie schon 2019 war Robin Rogg aus Kammlach mit seinen jetzt zwölf Jahren wieder jüngster Teilnehmer. Auch wenn es heuer nicht für Gute gereicht hat, hatte er mit seinem Vater Max trotzdem viel Spaß.

Altbürgermeister Roland Krieger wurde in Pfaffenhausen VG-Sieger

Als VG-Sieger verließ Altbürgermeister Roland Krieger mit 98 Guten das Turnier und freut sich nun auf die Berlinreise. Bei der Siegerehrung überreichte Benjamin Adelwarth den Pokal mit den Worten: „Wenn du damals nicht gewesen wärst, dann würden wir jetzt nicht hier stehen.“ Denn Roland Krieger war damals maßgeblich daran beteiligt, dass Benjamin Adelwarth mit der Sabine-Adelwarth-Stiftung das Turnier übernommen hat (wir berichteten). Der Erlös der Startgelder geht zu gleichen Teilen an die Mukoviszidose-Stiftung und an die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung.

Eduard Atzkern aus Schöneberg hatte zwar keine Guten, doch konnte er als ältester Teilnehmer mit seinen 87 Jahren den begehrten Pokal mit nach Hause nehmen. Annelies Marth aus Baisweil war mit 63 Guten die beste Dame im Turnier.

Die sieben Spielleiter, mit Thomas Platzer an der Spitze, waren voll des Lobes und hatten nicht viel zu tun. In den einzelnen Spielstätten blieb es ruhig und auch nach dem Turnier kartelten viele Sauspieler weiter und wollten noch lange nicht aufhören. „Ein harmonisches Turnier und fröhliche Gesichter sind ein guter Lohn für die viele Arbeit“, sagte Organisator Benjamin Adelwarth nach dem erfolgreichen Benefizturnier und seine Schweißperlen waren verflogen.

Hier geht es zu einer Liste mit allen Platzierten: Rangliste des Benefiz-Schafkopf-Turniers 2020

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