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Wahlkampf im Unterallgäu eröffnet

09.01.2014

Schragl wirft Pschierer „bösartige Entgleisung“ vor

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Agnes Schragl will für die Freien Wähler in den Kreistag.

Wirtschaftsstaatssekretär ist verwundert über Kreistagskandidatur von Agnes Schragl (Freie) und Rosina Rottmann-Börner (ÖDP)

Der Wahlkampf 2014 hat in Mindelheim ein erstes Thema gefunden. Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer griff am Sonntag auf dem Neujahrsempfang der Mindelheimer CSU Agnes Schragl von den Freien Wählern und Rosina Rottmann-Börner von der ÖDP an, weil diese sich aus gesundheitlichen Gründen von der Stadtratsarbeit haben entbinden lassen, nun aber teils auf Spitzenplätzen wieder für den Kreistag kandidieren.

Rosina Rottmann-Börner kandidiert auf Platz eins der ÖDP-Liste, Schragl bei den Freien Wählern auf Platz 10. Beide zeigten sich verärgert über die Attacke Pschierers. „Ich frage mich, warum Männer nicht akzeptieren können, dass ich eine Teilentlastung brauche“, sagte Rottmann-Börner. Im vergangenen Sommer war die Lehrerin des Maristenkollegs erkrankt und musste auch für mehrere Wochen alle Ehrenämter und auch ihren Beruf ruhen lassen. Von ihren Ärzten war ihr geraten worden, mehr auf sich und ihre Gesundheit zu achten.

Im Mindelheimer Stadtrat hatte Rottmann-Börner das einzige Mandat der ÖDP inne. Das sei sehr arbeits- und zeitaufwendig gewesen. Im Kreistag hingegen „sind wir zu Dritt“. Auch gebe es dort keine Abendtermine. 18 Jahre lang war sie sowohl im Stadtrat als auch im Kreistag vertreten. Ihren Beruf hat sie immer weiter ausgeübt.

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Schon am Rande der Jahresschlusssitzung des Kreistages habe Pschierer sie „harsch“ angegangen. Gegenüber der MZ sagte sie, auf der CSU-Liste gebe es Kandidaten, die zu 80 Prozent nie in den Sitzungen anwesend seien. Namen mochte sie nicht nennen. Sie verstehe nicht, warum es nicht möglich sein soll, weniger Einsatz für die Gemeinschaft zu zeigen, wenn es einem schlechter geht.

Mit einem alten afrikanischen Sprichwort reagierte die Vorsitzende der ÖDP Memmingen-Unterallgäu, Gabriela Schimmer-Göresz, auf die Aussage von Pschierer: „Bevor du vor der Tür deines Nachbarn kehren willst, geh dreimal durch das eigene Haus.“ Es stehe, so Schimmer-Göresz, Herrn Pschierer in keiner Weise zu, persönliche Entscheidungen einer langjährigen Stadt- und Kreisrätin, die diese aufgrund einer Erkrankung in sehr verantwortungsbewusster Art und Weise getroffen habe, auch nur „verhalten“ zu kritisieren.

Fairerweise habe dies Frau Rottmann-Börner vor der Wahl entschieden. So würden die Wählerinnen und Wähler wissen, wie sie dran seien. Das sei allemal die „feinere Art“, als für ein Amt zu kandidieren und nach Wahl entweder das Amt abzulehnen oder bei Annahme überwiegend mit Abwesenheit zu glänzen, wie gelegentlich bei anderen Gruppierungen feststellbar.

Agnes Schragl erklärte schriftlich, „Herr Pschierer sollte sich mit Herabwürdigungen von Menschen, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich engagieren, zurückhalten“. Diese seien in gleicher Weise „geschmacklos wie bösartig“. Hätte sich Herr Pschierer die Mühe gemacht, sich über die gesundheitliche Situation der einen Genannten und das soziale Engagement der anderen Genannten – außerhalb der Mitgliedschaft im Stadtrat von Mindelheim zu informieren, dann hätte wahrscheinlich sogar er von einer derartigen schlimmen Entgleisung Abstand genommen, so Schragl.

Es gebe Menschen, die hören, lesen und verstehen nur das, was sie verstehen wollen. Sie stelle deshalb nochmals klar, dass es auch im Ehrenamt das Recht geben müsse, sich etwas zurückzunehmen und Schwerpunkte zu setzen, zuzüglich zu gesundheitlichen und familiären Gründen.

Agnes Schragl will sich weiterhin ehrenamtlich im sozialen Bereich engagieren. Für die Stadt Mindelheim werde sie das im Besonderen tun und stehe weiterhin als „Beauftragte der Stadt Mindelheim zur Integration Behinderter ins Berufsleben“ zur Verfügung

Für den Landkreis Unterallgäu arbeitet Agnes Schragl weiterhin in den Bereichen Übergang von Schule in den Beruf. Im Kreistag sei der Zeitaufwand mit vier bis fünf Sitzungen im Jahr deutlich geringer als im Stadtrat. Sie selbst hatte aber nicht den guten Listenplatz 10 angestrebt, sondern wäre auch mit 30 sehr zufrieden gewesen. Jüngere sollten ihrer Auffassung nach eine Chance bekommen.

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