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Türkheim: Grüne: Neue Bahnüberführung ist „überflüssig wie ein Kropf“

Türkheim

Grüne: Neue Bahnüberführung ist „überflüssig wie ein Kropf“

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    „Die eine oder andere zusätzliche und wenig kostenintensive Sicherungsmaßnahme zu den schon vorhandenen Vorrichtungen hätte völlig ausgereicht.“Die Bauarbeiten für die Bahnüberführung und Tieferlegung der Staatsstraße 2518 haben bereits begonnen, da stellen die Türkheimer Grünen das 3,3-Millionen-Euro-Projekt generell infrage.
    „Die eine oder andere zusätzliche und wenig kostenintensive Sicherungsmaßnahme zu den schon vorhandenen Vorrichtungen hätte völlig ausgereicht.“Die Bauarbeiten für die Bahnüberführung und Tieferlegung der Staatsstraße 2518 haben bereits begonnen, da stellen die Türkheimer Grünen das 3,3-Millionen-Euro-Projekt generell infrage. Foto: Sabine Schaa-Schilbach

    3,3 Millionen Euro wird es kosten, den Bahnübergang an der alten B 18 auf Höhe des Skyline Parks zu überfahren. Die Arbeiten dazu sind bereits angelaufen und die Entscheidung für das Millionenprojekt gründete sich nach jahrelangem Tauziehen auch auf den Bahnübergang als „Unfallschwerpunkt“ – so zumindest die Behörden und CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke.

    Für die Türkheimer Grünen ist der Bahnübergang kein Unfallschwerpunkt

    Der Grünen-Ortsverband ist da aber völlig anderer Meinung: „Wir Türkheimer Grünen teilen in keinster Weise das von Stefan Stracke (CSU) gebetsmühlenartig vorgetragene Argument, dass es sich hier um einen gefährlichen Bahnübergang handelt“, so die Ortssprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Jakob Rasch und Rudolf Mendle in einem Brief an die MZ.

    Vielmehr verweisen die Grünen auf die Stellungnahme der Polizei Bad Wörishofen, die aufgrund der Unfallzahlen und -hergänge diesen Übergang als nicht gefährlich einstuft. Auf Nachfrage der MZ hatte die Polizei Bad Wörishofen mitgeteilt, dass sich im Zeitraum vom Januar 2016 bis zum Januar 2021 vier Unfälle im Zusammenhang mit dem Bahnübergang ereignet haben. Es gab dabei glücklicherweise keine Verletzten und keine Toten. Die Bahnschranke wurde immer beschädigt. Der Sachschaden beläuft sich demnach auf rund 11.000 Euro. Laut den Richtwerten der Polizei handelt es sich damit nicht um einen Unfallschwerpunkt, teilte der zuständige Polizeioberkommissar Jürgen Stechele mit. Stephan Stracke bleibt aber dabei und verwies auf Anfrage der MZ auf Schreiben von Innenminister Joachim Herrmann und der Regierung von Schwaben.

    Die Grünen in Türkheim sehen das millionenschwere Bauprojekt skeptisch

    Die Regierung habe in ihrem Schreiben deutlich gemacht, dass in dem Kreuzungsbereich regelmäßig Unfälle auftreten würden. So ereigneten sich demnach beispielsweise im Zeitraum Januar 2010 bis Ende 2015 neun Unfälle, davon vier mit Leichtverletzten.

    Auch die Nachfrage der Türkheimer Grünen bei der Polizei in Wörishofen habe ergeben, dass „der Großteil der in den Jahren Januar 2016 bis Januar 2021 verursachten Unfälle auf überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen sei (drei von vier). Ein Unfall sei durch die tief stehende Sonne verursacht worden.

    Auch wenn den Grünen die Unfallursachen der Jahre 2010 bis 2015 nicht vorliegen, so dürften sie aus ihrer Sicht“ jedoch auf die gleiche Ursache (nicht angepasste Geschwindigkeit) zurückzuführen sein“, sind Rasch und Mendle überzeugt.

    Und daher sind die Türkheimer Grünen sicher: „Diese 3,3 Millionen Euro teuere Bahnunterführung ist unnötig wie ein Kropf“. Die eine oder andere „zusätzliche und wenig kostenintensive Sicherungsmaßnahme zu den schon vorhandenen Vorrichtungen hätte völlig ausgereicht. Die Ortssprecher nennen als Beispiel farbige Markierungen. Ihr Fazit: „Das Geld hätte sinnvoller investiert und die massiven Eingriffe in die Natur und der Flächenverbrauch hätten vermieden werden können“.

    Laut Sarah Schuhmacher, Abteilungsleiterin am zuständigen Staatlichen Bauamt Kempten, umfasst die geplante Maßnahme die Beseitigung des Bahnübergangs durch den Bau einer Eisenbahnüberführung sowie die notwendigen Anpassungsmaßnahmen und die Tieferlegung der Staatsstraße 2518. „Durch die Maßnahme soll der bisherige Unfallschwerpunkt maßgeblich entschärft und zudem der Verkehrsfluss verbessert werden“, so Schuhmacher.

    Lesen Sie dazu auch: Wie der gefährliche Bahnübergang beim Skyline Park verschwindet

    Die Baumaßnahmen haben in diesen Tagen begonnen und werden wohl bis Ende des Jahres andauern. Aktuell wird demnach das Brückenbauwerk seitlich an der Staatsstraße hergestellt. Dieses wird im August in seine Endposition eingeschoben. Dazu wird die Bahnlinie vom 21. bis 28. August gesperrt.

    Auch die Autofahrer sind betroffen: Ab Mitte Juli ist auf der Staatsstraße 2518 eine Vollsperrung zur Umsetzung des Bauwerkeinschubs sowie der Straßenbautätigkeiten notwendig, so die Abteilungsleiterin. Die Vollsperrung werde bis zur Fertigstellung der gesamten Baumaßnahme andauern, also wohl mindestens bis zum Jahresende. Während dieser Zeit werde eine Umleitungsstrecke ausgeschildert so die Behördensprecherin.

    Lesen Sie dazu auch: Der Bahnübergang bei Türkheim kommt weg

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