Fußball, Bezirksliga

11.05.2014

Bollwerk – Spielkunst 1:0

Eine empfindliche Niederlage kassierten Tobias Brugger (links) und der TSV Mindelheim beim TSV Marktoberdorf. 
Bild: Wolfgang Hepke

Wohl selten hat der TSV Mindelheim ein Spiel derart dominiert, wie das in Marktoberdorf. Und wohl noch seltener hat er eine solche Partie mit 0:1 verloren.

Am Ende musste der eine Mindelheimer Trainer, Uli Manlig, den anderen Mindelheimer Trainer, Mario Spendel, regelrecht aufbauen. Der hatte an der 0:1-Niederlage des Tabellenzweiten beim Schlusslicht TSV Marktoberdorf deutlich zu knabbern. „Fußball kann so ungerecht sein“, sagte Manlig hinterher. Seiner Mannschaft wollte er nach den 90 Minuten, die womöglich den Verlust der Aufstiegschance zur Folge haben, keinen Vorwurf machen. Einzig die Chancenverwertung sei das Problem gewesen. „Vor dem Tor haben wir Nerven gezeigt“, sagte Manlig.

In der Tat waren die Verhältnisse auf dem Spielfeld so eindeutig, wie die Tabellenkonstellation es vermuten ließ. Der TSV Mindelheim hatte den Gegner in allen Belangen im Griff, kam auf „gefühlte 80 Prozent Ballbesitz“ (Manlig) und hatte vor allem in der ersten Halbzeit reihenweise gute Torchancen.

Immer wieder tauchten die Mindelheimer nach gekonntem Direktspiel allein vor Marktoberdorfs Keeper Christoph Friegel auf – und immer wieder hielt der seinen Kasten sauber. Manchmal mit Hilfe der Latte, manchmal dank einer Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns. Das entschied nämlich nach fünf Spielminuten auf Abseits, als Florian Siegwart getroffen hatte. „Das war nie und nimmer Abseits“, sagte Manlig. Doch zu diesem frühen Zeitpunkt schien diese vermeintliche Fehlentscheidung noch verschmerzbar. Zu offensichtlich kontrollierte der TSV Mindelheim Ball und Gegner.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Selbst der unglückliche Gegentreffer, als der Ball nach einer Freistoßflanke und einem verunglückten Befreiungsschlag von Christoph Wissigkeit plötzlich Marktoberdorfs Domenik Bachmann vor die Füße sprang und der zum überraschenden 1:0 für den Außenseiter traf. Es schien der vorweggenommene Ehrentreffer zu sein. Doch weil die Mindelheimer Offensive um Gottfried Wesseli, Florian Siegwart und Roman Feger auch bis zur Pause leer ausgingen, stand es weiter 1:0.

Auch in der zweiten Halbzeit waren die Mindelheimer mit ihrem schnellen Flügelspiel überlegen, doch die Abwehr des TSV Marktoberdorf zeigte sich jetzt sicherer. So kam der TSV Mindelheim nur noch zu drei hochkarätigen Torchancen. Jedoch brachten auch die keinen Erfolg. „Marktoberdorf konnte dieses Spiel nur gewinnen, wenn Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen“, sagte Manlig. Offensichtlich ist der 10. Mai in Marktoberdorf dieser kulminierte Feiertag. Für den TSV Mindelheim ist die Chance auf Rang zwei – und damit die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation – erst einmal dahin. Der FC Stätzling gewann nämlich zeitgleich seine Partie in Neugablonz (4:2) und hat nun zwei Punkte Vorsprung. Bei noch zwei verbleibenden Spielen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren