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Fußball, Bezirksliga

14.10.2013

„Diese Mannschaft hält zusammen“

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Florian Siegwart (am Ball) und der TSV Mindelheim gewannen gegen den TSV MArktoberdorf mit 1:0.
Bild: Michael Lindemann

Der TSV Mindelheim siegt knapp mit 1:0 gegen Marktoberdorf, doch nach den jüngsten Querelen um den Trainerrücktritt rückt das Ergebnis fast in den Hintergrund.

Nach dem Spiel wurde gefeiert, die Spieler ließen sich ein Bierchen schmecken und standen gut gelaunt beieinander. Wer darin ein demonstratives Zeichen der Geschlossenheit sehen wollte, lag wohl nicht so falsch: „Wer geglaubt hat, dass wir auseinanderfallen, hat sich getäuscht. Diese Mannschaft hält zusammen“, sagte Teamkapitän Holger Thamm und es war auch eine Portion Erleichterung dabei, dass es gegen Tabellenschlusslicht TSV Marktoberdorf zu einem, wenn auch denkbar knappen 1:0-Sieg gereicht hatte.

Viel um die Ohren hatten Thamm und seine Mitspieler in den vergangenen Tagen – der spektakuläre Rücktritt von Trainer Dominik Deli hatte bei der Mannschaft ohne Zweifel Spuren hinterlassen und der angedrohte Rücktritt der drei Siegwart-Brüder war der nächste Paukenschlag, der für weitere Unruhe in Mannschaft, Verein und Umfeld gesorgt hatte.

Von „persönlichen Differenzen“ war da die Rede, die über das Wohl der Mannschaft gestellt worden seien. Das Vertrauensverhältnis sei ebenso verloren gegangen wie die Lust am Fußball, hatte Florian Siegwart auch im Namen seiner Brüder gegenüber der Mindelheimer Zeitung deutlich gemacht. „Wir fanden es nicht in Ordnung, wie hier mit dem Trainer umgegangen wurde“, lautete der unmissverständliche Vorwurf an die derzeitige Abteilungsleitung.

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Dass die Siegwart-Brüder am Samstagnachmittag nun doch ihre Fußballstiefel im Julius-Strohmayer-Stadion schnürten und damit ihren „Rücktritt vom Rücktritt“ vollzogen, war nicht zuletzt der Überredungskunst von Mannschaftskapitän Holger Thamm zu verdanken – und der Verbundenheit der drei Ettringer Brüder zu den Mindelheimer Fans und ihren Mannschaftskameraden. Aber eben nur deshalb und ausdrücklich nicht wegen der derzeitigen sportlichen Leitung, hatte Florian Siegwart deutlich gemacht.

Offenbar geht es hinter den Kulissen des TSV Mindelheim noch immer heftig zur Sache, denn auch gestern wusste Holger Thamm noch nichts von einem möglichen neuen Trainer: „Uns wurde mitgeteilt, dass wir erst nach der Partie gegen Erkheim unterrichtet werden, wer der neue Trainer werden soll“, so Thamm. Beim Derby gegen Erkheim am kommenden Sonntag werde er also erneut in die Rolle des Interims-Spielertrainers schlüpfen. Das falle ihm leicht, denn: „Wir sind alle gut befreundet und wollen wieder den Spaß in unser Spiel reinbringen.“

Für Thamm war das Match gegen Marktoberdorf aber dennoch ein ganz besonderes: Zum ersten Mal in seiner Fußballer-Karriere durfte (oder musste) er auch die Kabinenansprache halten und seine Mitspieler auf die Partie einschwören.

Und dann das: Der Gegner stand praktisch nur in der Abwehr, verzichtete komplett auf eigene Offensiv-Aktionen und überließ dem TSV das Spiel, was sich auch in „gefühlten 80, 90 Prozent Ballbesitz für uns“ (O-Ton Holger Thamm) ausdrückte. Auf dem schweren Boden wurde es zu einem Geduldsspiel, ehe in der 24. Minute dann endlich der 1:0-Führungstreffer durch Rick Rogg gelang.

Der TSV drängte danach weiter, verhedderte sich aber immer wieder in der dicht gestaffelten Abwehr der Gäste. Der ehemalige Mindelheimer Erdem Aksoy hatte dann in der 35. Minute sogar die Chance, seinen früheren Kameraden einen einzuschenken, doch er scheiterte bei seinem Tempogegenstoß nach einem Abwehrfehler am glänzend haltenden Lukas Ploss.

Auch in der Halbzeitpause hatte Interims-Spielertrainer Holger Thamm offenbar die richtigen Worte gefunden, denn an der drückenden Überlegenheit der spielerisch reiferen Mindelheimer änderte sich nichts. Aber: Die sich bietenden Chancen wurden „kläglich vergeben“, ärgerte sich Holger Thamm hinterher. Als dann die Gäste in den letzten Minuten plötzlich etwas Gas gaben und das Tempo erhöhten, wurde daraus fast so etwas wie eine Schluss-Offensive – doch ernsthaft in Gefahr war der Heimsieg laut Thamm dann doch nicht: „Das hat uns nicht wirklich beeindruckt“, meinte er. Lediglich ein Freistoß unmittelbar vor dem Abpfiff sorgte für ernstere Gefahr, doch der Ball zischte weit übers Tor und damit stand der 1:0-Sieg endgültig fest.

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