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20.07.2010

"Es gibt keinen Besseren"

Diese Ehe funktioniert und wird noch mindestens zwei weitere Jahre andauern: Gestern gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bekannt, dass Bundestrainer Joachim Löw seinen Vertrag bis 2012 verlängert hat. Foto: Federico Gambarini, dpa
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Diese Ehe funktioniert und wird noch mindestens zwei weitere Jahre andauern: Gestern gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bekannt, dass Bundestrainer Joachim Löw seinen Vertrag bis 2012 verlängert hat. Foto: Federico Gambarini, dpa
Bild: Federico Gambarini, dpa

Unterallgäu Jetzt ist es also offiziell: Nachdem am Montagabend schon einige Medien übereinstimmend berichtet hatten, dass Bundestrainer Joachim Löw seinen Vertrag beim DFB verlängern würde, gab es gestern Mittag die offizielle Bestätigung. Löw, und mit ihm das komplette Trainerteam inklusive Teammanager Oliver Bierhoff, wird nun bis 2012 die Geschicke der deutschen Nationalmannschaft lenken.

Im Unterallgäu wurde diese Nachricht ausnahmslos begrüßt. Egal, ob Verbands- oder Vereinsvertreter, ob Trainer oder Fußballspieler - alle sind mit dieser Entscheidung des ersten Mannes in Fußballdeutschland zufrieden.

"Ich finde die Entscheidung gut. Immerhin hat Joachim Löw bei der WM einen richtig guten Job gemacht", sagt der neue Spielgruppenleiter der Mindelheimer A- und Kreisklassen, Benjamin Adelwarth. Dem Bedernauer imponierte, dass Löw vor der WM "genau die richtigen Spieler ausgewählt und mitgenommen" hat - auch wenn viele Experten und Fans bei der einen oder anderen Nominierung den Kopf geschüttelt hatten. Der Erfolg gab Löw schließlich recht.

Ähnlich sieht es auch Kurt Richter. Er ist selber Trainer beim Kreisklassisten SV Salgen/Bronnen und weiß um die Aufgaben, die nun auf Löw zukommen: "Jetzt kommt es darauf an, dass er die jungen Spieler wieder auf den Boden herunterholt. Denn es wird wieder Tiefs geben." Derart junge Spieler könnten nicht immer auf dem spielerisch hohen Niveau wie bei der WM spielen. Doch Löw solle seinen Weg mit den jungen Spielern unbedingt weitergehen - und dafür sogar Michael Ballack außen vor lassen. "Nichts gegen den Herrn Ballack, aber die Jugend ist die Zukunft", sagt Richter, der jedoch einräumt, dass der Bundestrainer dieses heiße Eisen wohl nicht anfassen wird. "Darauf lässt er sich nicht ein."

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Mitko Pertemov, der stellvertretende Abteilungsleiter beim Bezirksoberligisten TSV Mindelheim, würde Ballack dagegen nicht ganz ausbooten. Er ist überzeugt, dass Löw eine Lösung finden wird, bei der Ballack Größe zeigen kann, indem er Philipp Lahm die Kapitänsbinde überlässt. Auch er ist überzeugt davon, dass mit dieser Vertragsverlängerung ein wichtiger Schritt getan wurde. "Bei der Entwicklung dieser jungen Mannschaft ist Kontinuität auf der Trainerbank enorm wichtig. Wenn Löw an dieser Fußballphilosophie, wie wir sie bei der WM gesehen haben, weiter festhält, dann wird diese Mannschaft bei der Europameisterschaft in zwei Jahren ganz sicher um den Titel mitspielen."

Michael Kolodziej, Spielertrainer beim Kreisligisten SV Salamander Türkheim, sieht ebenfalls keinen, der an Löws Stelle hätte treten können. "Er hat in den letzten Jahren eine klare Handschrift erkennen lassen. Darauf kann er nun aufbauen." Dass sich Löw die weitere Zusammenarbeit sicher mit einer Aufstockung seiner Bezüge hat versüßen lassen, ist für Kolodziej kein Problem. "Joachim Löw ist jeden Euro wert. Mir sind zwei Millionen Euro Gehalt pro Jahr zu Ohren gekommen. Sollte das stimmen, wäre meiner Meinung sogar noch genug Luft nach oben für einen sehr guten Bundestrainer."

Auseinander gehen die Meinungen dagegen, wenn es um den Teammanager Oliver Bierhoff geht. Auch er durfte gestern einen neuen Zwei-Jahresvertrag unterschreiben. Kurt Richter sieht in der Weiterbeschäftigung Bierhoffs "nur rausgeschmissenes Geld." Seiner Meinung nach "hat sich der DFB wohl ganz schön unter Druck setzten lassen. Nach dem Motto: entweder alle, oder keiner". Michael Kolodziej attestiert Bierhoff immerhin, mit genau diesem Motto einen cleveren Schachzug getan zu haben. "Das war seine einzige Chance, den Job beim DFB zu behalten. Denn meiner Meinung nach ist er derjenige, der am leichtesten austauschbar gewesen wäre." Benjamin Adelwarth sieht das anders. Seiner Meinung macht auch Bierhoff seine Arbeit ordentlich, auch wenn er zuletzt viel Kritik wegen der geplatzten Vertragsverlängerung mit Löw vor der WM einstecken musste: "Das ist ein eingespieltes Team. Warum sollte man das jetzt ändern?"

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