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Fußball

28.10.2020

Warum im Unterallgäuer Ligapokal so viele Spiele ausgefallen sind

In Schlingen wurde am Wochenende gespielt, hier standen sich der SV Schlingen und die SG Kirchdorf/Rammingen gegenüber. Doch vielerorts wurden die Partien im Ligapokal abgesagt. „Ich glaube nicht, dass wir vor der Winterpause noch einmal spielen.“
Bild: Andreas Lenuweit

Plus Der Bayerische Fußballverband will einen Saisonabbruch vermeiden und setzt auf flexible Maßnahmen. Was die Vereine im Unterallgäu davon halten.

Die Zahlen bestimmen aktuell das Handeln im bayerischen Amateurfußball: Auf der einen Seite die Corona-Inzidenzwerte, auf der anderen Seite die Zahl der Spielabsagen. Weil sich Letztere seit dem Restart im September durchaus positiv liest, hält der Bayerische Fußballverband (BFV) an der Fortführung der Saison fest.

Seit dem Restart am 19. September konnten in Bayern 43.208 Partien und damit über 85 Prozent aller angesetzten Spiele durchgeführt werden, rechnet der BFV auf seiner Homepage vor. Deshalb habe sich der BFV-Vorstand in einer Sitzung am Montagabend entschieden, die Saison samt der flexiblen Maßnahmen fortzusetzen. Eine Generalabsage sei aktuell und stets vorbehaltlich weitergehender staatlicher Maßnahmen nicht vorgesehen, heißt es auf www.bfv.de.

Fußball im Risikogebiet - macht das Sinn?

Damit ist klar, dass auch der Ligapokal, der im Kreis Allgäu von der Kreisliga abwärts nun bis zur Winterpause gespielt wird, weiterläuft. Allerdings waren hier am vergangenen Wochenende zahlreiche Spiele abgesagt worden. Grund dafür war die Ankündigung des Verbands, dass Spiele in Risikogebieten oder gegen Mannschaften aus Risikogebieten kostenlos und ohne Rücksprache mit dem Gegner kurzfristig abgesagt werden können.

Von staatlicher Seite ist der Breitensport noch immer erlaubt, auch weil sich Wissenschaftler und Mediziner einig seien, dass ein Fußballspiel an sich kein erhöhtes Infektionsrisiko darstellt. Vielmehr seien es „An- und Abreise, Aufenthalte in den Umkleiden und Duschen oder in den Zuschauerbereichen“, wird BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher auf der Homepage zitiert. Er ist im BFV-Präsidium für den Spielbetrieb zuständig und stellt klar: „Hier haben wir es alle selbst in der Hand. Jeder muss alles dafür tun, um Kontakte zu beschränken und Gefahren erst gar nicht entstehen zu lassen.“ In Gebieten, in denen die Inzidenzzahlen über 50 liegen, gilt der Corona-Paragraf 94 der Spielordnung. Der bietet die Möglichkeit, Spiele kostenlos verlegen zu lassen – bis auf die Regionalliga.

Der FC Memmingen wettert gegen die BFV-Regelung

Das bringt den FC Memmingen auf die Palme: „Unsere Spielklasse wird damit zum Liquiditätswettbewerb und es wird nichts mehr sportlich, sondern durch die Bankkonten der Vereine entschieden. Was heißt, ohne Rücksicht auf Verluste. Wer Geld hat packt es, der Rest geht vor die Hunde“, findet FCM-Präsident Armin Buchmann deutliche Worte.

Bayernweit wurden am Wochenende laut BFV übrigens zwei Drittel aller Spiele ausgetragen. Im Kreis Allgäu sah das anders aus: Von 105 angesetzten Ligapokalpartien wurden 56 abgesagt. Mehr als die Hälfte also. Unter anderem sagte der Kreisligist TSV Kammlach das Derby in Mindelheim ab. „Aus unserer Sicht macht das keinen Sinn“, sagte Neß am Freitag zu der kurzfristigen Spielabsage. Er ist skeptisch, ob bis zur offiziellen Winterpause Ende November überhaupt noch einmal gespielt wird.

Die erste Mannschaft des SVS Türkheim ist in Quarantäne

Den Kreisklassisten SV Salamander Türkheim erwischte es noch schlimmer: Wegen eines Corona-Falles innerhalb der ersten Mannschaft muss das komplette Team bis 1. November in Quarantäne. „Wir haben den Trainingsbetrieb für erste und zweite Mannschaft eingestellt“, sagt Abteilungsleiter Michele Rascher. Auch die Ligapokalspiele am kommenden Wochenende sind bereits abgesagt. „Ich glaube nicht, dass wir vor der Winterpause noch einmal spielen“, mutmaßt Rascher.

Spielgruppenleiter Polykarp Platzer sieht es ähnlich: „Ich glaube nicht, dass die Mannschaften, die am vergangenen Wochenende ihre Spiele abgesagt haben, jetzt am Wochenende wieder spielen.“ Zumal die Vorgabe gilt, bei einem Inzidenzwert über 100 nur noch vor 50 Zuschauern zu spielen. Platzer, zugleich Vorsitzender des A-Klassisten FC 98 Auerbach/Stetten, spricht das aus, was viele denken: „Wir spielen am Wochenende das Derby gegen Oberrieden. Dann dürfen statt 150 nur 50 Zuschauer auf den Sportplatz. Wie willst du das den Leuten begreiflich machen?“

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