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Ulm/Neu-Ulm

24.07.2020

Bekommen Ulm und Neu-Ulm eine Bettensteuer?

Die Corona-Krise hat auch die Ulm/Neu-Ulm Touristik hart getroffen. Deshalb gibt es Überlegungen, eine Bettensteuer einzuführen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Plus Die städtische Touristik-Gesellschaft UNT rechnet mit hohen Verlusten. Deshalb sollen neue Einnahmequellen her.

Keine Großveranstaltungen, keine Kongresse, keine Stadtführungen: Die Tourismus-Branche ist durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Über die aktuelle Situation berichtete Wolfgang Dieterich, der Geschäftsführer der Ulm/ Neu-Ulm Touristik (UNT), kürzlich im Neu-Ulmer Finanzausschuss.

Treue Kunden sind die Gäste des Donaufestes und die Veranstalter des Schäferhunde-Championats

„Wir rechnen mit einem zusätzlichen Minus von 200000 Euro“, sagte Dieterich angesichts der Ausfälle der vergangenen Monate. Im Vorjahr betrug das Defizit der städtischen Tochtergesellschaft 1,2 Millionen Euro – etwa 100000 Euro mehr als geplant. Einen Rückgang gab es unter anderem bei den Gruppen-Führungen. Und obwohl die Übernachtungszahlen kontinuierlich steigen, gehen die Provisionen aus der Zimmervermittlung zurück – die Leute buchen größtenteils über Portale im Internet. „Wo es noch geht, ist etwa beim Donaufest oder beim Schäferhunde-Championat“, sagte Dieterich. Dennoch seien von den knapp 970000 Übernachtungen nur „vielleicht ein Prozent über uns vermittelt“ worden.

Angebote wie Stand-Up-Paddling oder das Berblinger-Jubiläum sollen Besucher nach Ulm und Neu-Ulm locken

Für den Rest des Jahres hofft Dieterich, dass viele Menschen im eigenen Land Urlaub machen und deshalb Tagestouristen auch der Doppelstadt einen Besuch abstatten. Wobei für ihn klar ist: „Wir müssen versuchen, fernab vom normalen Kulturstädtetourismus aktive Anreize zu setzen.“ Beispielsweise im Radtourismus, mit Stadtspaziergängen, Ausflügen zum Unesco-Weltkulturerbe auf der Schwäbischen Alb, Angeboten wie Stand-Up-Paddling oder dem Berblinger-Jubiläum. Stadtführungen, die digital angeboten werden, sollen dazu beitragen, etwas Geld in die Kasse zu bringen.

Eine City-Tax gibt es beispielsweise in Berlin, Köln und Freiburg

Über kurz oder lang müsse sich die UNT jedoch neu aufstellen, war die Ansicht mehrerer Stadträte. „Es gibt die Überlegung, dass wir mehr zum Kompetenzzentrum werden“, erläuterte Wolfgang Dieterich. Die Beratung von Reisenden werde immer wichtiger. Der Geschäftsführer würde gerne auch private Partner mit ins Boot holen, wie dies beispielsweise bereits bei der Kampagne „Zweilandstadt“ gelang. „Und es gibt die Überlegung, eine Art City-Tax einzuführen.“ Eine solche Tourismusabgabe, auch Bettensteuer genannt, gibt es beispielsweise in Berlin, Köln, Dortmund und Freiburg. „Es kann sein, dass wir auch in diese Richtung denken müssen, um die Einnahmen zu verbessern“, sagte Dieterich. Allerdings sei damit viel Bürokratie verbunden.

In Ulm und Neu-Ulm fehlt ein Fahrradverleih

„Was wir unbedingt bräuchten, wäre ein richtiger Fahrradverleih“, forderte der UNT-Geschäftsführer. „Da warten wir dringend darauf.“ Die städtische Gesellschaft will zudem stärker mit dem City-Handel zusammenarbeiten – schließlich profitieren auch Einzelhändler und Gastronomen von den Touristen, die in die Doppelstadt kommen. Johannes Stingl (CSU) regte an, die UNT solle Neu-Ulm stärker vermarkten, beispielsweise den Wasserturm als Wahrzeichen oder „Neu-Ulm als Hochzeitsstadt“.

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