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Roggenburg

13.02.2020

Die Klosterkirche Roggenburg ist nun Teil der Barockstraße

Die Klosterkirche Roggenburg ist nun Teil der Barockstraße
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Plus Drei Kirchen im Landkreis Neu-Ulm sind nun Teil der Oberschwäbischen Barockstraße. Wir stellen die Orte vor. Teil zwei: die Klosterkirche Roggenburg.

Die Nachricht war für Pater Roman Löschinger, den Leiter des Bildungszentrums Roggenburg, „wie ein Traum“: Die Oberschwäbische Barockstraße führt ab 2020 durch den Landkreis Neu-Ulm. Die Ostroute der Barockstraße, die eine der ältesten und meistbefahrenen Kultur- und Ferienstraßen Deutschlands ist, wurde um 55 Kilometer verlängert und erreicht von Kloster Wiblingen aus die Barockkirchen von Roggenburg, Witzighausen und Illertissen. Aber der Traum und die Auszeichnung fielen für Roggenburg nicht vom Himmel: „Wir haben auch viel dafür gearbeitet“, gibt der Pater zu.

Die Initiative zur Erweiterung der Ostroute ging vom Kloster Roggenburg aus und erhielt Unterstützung von Landrat Thorsten Freudenberger, der in der Verlängerung der Ferienstraße die Chance sieht, den Landkreis Neu-Ulm im Kulturtourismus zu etablieren. Die neue Broschüre zur Oberschwäbischen Barockstraße mit der Erweiterung der Ostroute erscheint im März zur Internationalen Tourismus-Börse 2020 in Berlin.

Die Decke der Klosterkirche Roggenburg stürzte 1845 ein

Alle drei Kirchen – die Roggenburger Klosterkirche Mariä Himmelfahrt, die Wallfahrtskirche Mariä Geburt in Witzighausen und die Schlosskirche Illertissen – stehen in engem Zusammenhang mit dem Weißenhorner Barockmaler Franz Martin Kuen. Die Roggenburger Klosterkirche gilt als sein Hauptwerk, auch wenn die Decke 1845 einstürzte. So kann sich der Reisenden ganz konkret auf das Werk Kuens einlassen, indem er das Neu-Ulmer Teilstück der Barockstraße befährt und an den drei Kirchen haltmacht. Zudem erlebt er mit Kloster Roggenburg ein belebtes und in Kultur und Bildung sehr aktives Chorherrenstift der Prämonstratenser. Die in die Klosteranlage integrierte Kirche des 1126 gestifteten Klosters wurde 1752 bis 1758 erbaut. Altarblätter des Hochaltars und der Seitenaltäre stammen ebenfalls von Kuen. Die „die große Roggenburgerin“ genannte Orgel gehört zu den elegantesten Orgeln Süddeutschlands.

Die Klosterkirche Roggenburg ist nun Teil der Barockstraße

Und weil man in Roggenburg natürlich vorab wusste, dass das Kloster mit seiner Kirche Teil der Oberschwäbischen Barockstraße werden würde, hat man sich auf wissbegierige Besucher bereits bestens vorbereitet: zum Beispiel mit einer virtuellen 360-Grad-Rundtour durch Kirche und Kloster, die der Besucher vor der Reise zu Hause oder sogar vor Ort gemütlich auf einer Bank im Klostergarten sitzend auf seinem Tablet anschauen kann. Beim virtuellen Spaziergang kann der Besucher auch hinter Türen sehen, die ihm beim echten Klosterbesuch verschlossen bleiben. Im wahren Wortsinn, denn auch am Tablet betritt der Besucher Räume durch Türen, die er anklickt. „Wir können nicht für jeden Besucher alle Türen öffnen“, beschreibt Pater Roman die Problematik, die auf diese Weise gelöst ist. Aber natürlich arbeitete Franz Martin Kuen beispielsweise auch im Kapitelsaal, der zwei Deckenfresken des Künstlers beherbergt.

Pater Roman Löschinger, Leiter des Bildungszentrums des Klosters Roggenburg.
Bild: Alexander Kaya

Kloster Roggenburgs Plan für die "Oberschwäbische Barockstraße"

Im Klosterladen stöbern, wo es religiöse Literatur, erlesene Weine und Spirituosen und edle Köstlichkeiten gibt, durch den großen Klostergarten samt Umweltstation und dem vielfältigen Efeu-Garten schlendern, beim Roggenburger Sommer Kunst und Kultur genießen oder das jährliche Musikfestival „Diademus“ besuchen – für diese Station der Oberschwäbischen Barockstraße braucht der Besucher wahrscheinlich etwas mehr Zeit.

Zumal auch die Gastronomie im kleinen Ort Roggenburg vorbereitet scheint auf mehr Besucher, die die Barockstraße bringt: Im Klostergasthof empfiehlt Pater Roman derzeit das Klosterschnitzel Brauer Art. Zudem gibt es in Roggenburg die „Alte Roggenschenke“, „und auch im Restaurant am See tut sich wieder etwas“, weiß Löschinger. Dass Brautpaare ihre Hochzeit gern in der Roggenburger Klosterkirche planen, ist weit über die Region hinaus bekannt. Aber wer wüsste, dass man im Klostergasthof auch rätseln kann, wer Herzogin Sophies Ehemann Albert von Hochmuth meuchelte? Krimi-Dinners gibt es dort regelmäßig – und Pater Roman outet sich als großer Krimi-Fan. „Wenn ich in Urlaub fahre, lese ich zuerst zum Runterkommen immer einen Krimi. Das ist für mich Entspannung“, erzählt der Pater. Literatur, die er mit in den Urlaub nimmt und die ebenfalls gelesen werden muss, gibt es danach.

Alle wichtigen Infos zum Kloster und zur Kirche sowie ein 360-Grad-Panorama gibt es unter www.kloster-roggenburg.de.

Lesen Sie den ersten Teil der Artikel-Serie: Die Barockstraße führt jetzt auch nach Illertissen

Lesen Sie auch: Im Gotteshaus im Ortsteil Roth wird bald gewerkelt

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