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Neu-Ulm/Weißenhorn

16.01.2020

Gericht erlässt Haftbefehl gegen mutmaßlichen Schläger

Eine Gewalttat auf dem Weißenhorn Fasching sollte am Donnerstag Gegenstand einer Verhandlung am Amtsgericht Neu-Ulm sein. Doch der Angeklagte kam nicht.
Bild: Symbolfoto Alexander Kaya

Eine Attacke beim Weißenhorner Fasching sollte am Donnerstag am Amtsgericht Neu-Ulm verhandelt werden. Doch der Angeklagte erscheint nicht.

Das Amtsgericht Neu-Ulm hat Haftbefehl gegen einen Mann erlassen, der 2019 im Faschingstreiben in Weißenhorn unvermittelt zum Schlag ausgeholt und dabei eine Frau getroffen haben soll. Am Donnerstag sollte der Fall verhandelt werden, dem zur Tatzeit 21-Jährigen wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Doch der Angeklagte kam nicht und legte dem Gericht auch keine Entschuldigung vor.

Wie Richter Stefan Nielsen berichtete, hatte der Pole in seinem Heimatland eine Ladung zur Verhandlung erhalten und dies auch durch seine Unterschrift bestätigt. Es sei nichts Ungewöhnliches, dass Ladungen zu Gerichtsterminen in Deutschland auch im EU-Ausland erfolgten, sagte Nielsen. Dennoch blieb der Mann der Verhandlung in Neu-Ulm fern. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft soll der Haftbefehl gegen ihn nun ausgeführt werden, damit der Prozesstermin zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden kann. Die Frau, die den Schlag abbekommen hatte, ihr Partner und ein Zeuge waren hingegen am Donnerstag vor Ort, um ihre Aussage zu machen. Sie konnten wieder gehen, ebenso wie eine hinzu gezogene Dolmetscherin.

Die Polizei fand einen Schlagring bei dem Mann

Die Polizei hatte nach dem Vorfall am Abend des Fasnachtsdienstags 2019 von einer „Körperverletzung mit Folgen“ berichtet. Gegen 21.30 Uhr, so hieß es im Polizeibericht, wartete die damals 26 Jahre alte Frau zusammen mit ihrem 32-jährigen Freund in der Kaiser-Karl-Straße, um sich abholen zu lassen. Während die Frau auf ihrem Handy tippte, verspürte sie plötzlich einen seitlichen Schlag ins Gesicht. Daraufhin sah sie zwei Männer wegrennen. Diese konnten zunächst entkommen, eine hinzugerufene Polizeistreife machte sie später jedoch ausfindig und nahm sie vorläufig fest.

Gericht erlässt Haftbefehl gegen mutmaßlichen Schläger

Der Schlag allein war nicht der einzige Grund, warum der Fall strafrechtliche Ermittlungen nach sich zog. So hatte einer der Beschuldigten, der zu dem Zeitpunkt 21 Jahre alte Pole, bei der Festnahme das Handy bei sich, das die Frau zuvor benutzt hatte. Außerdem fanden die Beamten bei dem jungen Mann einen verbotenen Schlagring. Während der Faschingsfeierlichkeiten hatte er offensichtlich viel Alkohol getrunken und nach Angaben der Polizei an dem Abend mehr als zwei Promille intus.

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