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Neu-Ulm

02.05.2019

Leserwanderung durch den Ulmer Winkel: Wo die Patrizier Ruhe suchten

So unterschiedlich wie Schloss Reutti ist wohl kein anderer der Patriziersitze im Ulmer Winkel genutzt worden. Die Leserwanderung der Neu-Ulmer Zeitung führt an vielen dieser einstigen Sommerresidenzen vorbei.
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So unterschiedlich wie Schloss Reutti ist wohl kein anderer der Patriziersitze im Ulmer Winkel genutzt worden. Die Leserwanderung der Neu-Ulmer Zeitung führt an vielen dieser einstigen Sommerresidenzen vorbei.
Foto: Sebastian Mayr

Der Ulmer Winkel ist so abwechslungsreich wie die Runde von Steinheim nach Finningen. Auf der Leserwanderung der NUZ gibt es Einblicke, die sonst versteckt sind.

Vom Patriziersitz zur Zuckerfabrik, von der Brauerei zum Flüchtlingsquartier, von der Heimschule zur Adresse eleganter Wohnungen. So unterschiedlich wie Schloss Reutti ist wohl keine der einstigen Sommerresidenzen im Ulmer Winkel genutzt worden. Die Leserwanderung der Neu-Ulmer Zeitung führt am Donnerstag, 9. Mai, auch an Schloss Reutti vorbei. Durch das Tor zum Gelände zeigt sich das stolze Anwesen. Etwas besonders Außergewöhnliches aber gibt es an einem anderen Ort auf der Route zu sehen: Brigitte Sperner gewährt den Wanderern einen Blick ins Schloss Tiefenbach. Der Patriziersitz, der irgendwann im 16. Jahrhundert errichtet wurde, ist seit 1860 im Familienbesitz. Brigitte Sperners Tante kam in dem Haus zur Welt und lebt noch immer dort.

Viele Fotos von der ersten Leserwanderung:

45 Interessierte nahmen an der Leserwanderung mit dem Schwäbischen Albverein teil.
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Leser der Neu-Ulmer Zeitung wandern mit nach Roggenburg
Foto: Andreas Brücken

Die Leserwandung führt an den Schlössern in Tiefenbach und Reutti und an einigen weiteren der eleganten Häuser vorbei, die eines gemeinsam haben: Sie entstanden als Sommerresidenzen der Ulmer Patrizier. Die reichen und einflussreichen Kaufleute, die es bis in den erblichen Adelsstand schafften, bauten sie als Rückzugsorte auf dem Land, um die heißen Tage nicht in der stickigen Stadt verbringen zu müssen.

NUZ-Leserwanderung durch den Ulmer Winkel

Schloss Tiefenbach, dass ein Jahrhundert lang der in Ulm berühmten Familie von Besserer gehörte, wurde lange als landwirtschaftliches Anwesen genutzt. An die Besserers erinnert ein Wappenstein. An die Kühe, Schweine, Pferde und Schafe erinnern nur noch die Stallungen. Tiere gibt es auf dem Gelände noch immer: zwölf Hühner und einen Hahn. Und dann sind da noch die Biber, Wildschweine und Käfer, die den Besitzern Sorgen bereiten.

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Das Treppenhaus aus dem Barock mit seinen hölzernen Stufen bekommen normalerweise nur Familienmitglieder und Freunde zu sehen, bei der Leserwanderung kommen auch Besucher in den Genuss. Und in den kühler Getränke: Auf dem Patriziersitz in dem kleinen Weiler ist Gelegenheit für eine Pause. Sie kommt zur rechten Zeit, denn dort sind beinahe zwei Drittel der rund 14 Kilometer langen Strecke geschafft.

70 Jahre Neu-Ulmer Zeitung: Leserwanderung mit dem Schwäbischen Albverein

Die Tour durch den Ulmer Winkel ist die zweite von drei Leserwanderungen. Die NUZ wird in diesem Jahr 70 Jahre alt und nimmt aus diesem Anlass ihre Leserinnen und Leser mit auf Wanderungen durch den Landkreis – gemeinsam mit dem Schwäbische Albverein (SAV) und der Donau-Iller-Nahverkehrverbund-GmbH (Ding). Tourguide Klaus Junken hat sich im Ruhestand zum zertifizierten Wanderführer ausbilden lassen, die Tour durch den Ulmer Winkel war 2016 die erste, die er führte. „Ich bin nicht negativ aufgefallen“, erinnert er sich lächelnd. Auf der Strecke legt der Offenhauser immer wieder Zwischenstopps für kulturhistorische Anmerkungen ein. Die Gelegenheiten sind zahlreich.

Die Wanderung beginnt in Steinheim und nimmt besonders die Patriziersitze in den Blick. Klaus Junken kennt viele Geschichten zu den Schlössern Steinheim, Neubronn, Tiefenbach und Reutti, aber auch zur Steinheimer Nikolauskirche, zur Mariengrotte bei Holzheim und zur Kriegsgräberstätte in Reutti. Am Ende führt die Wanderung durchs Ried nach Finningen, auf das die Wanderer unterwegs immer wieder Ausblicke bekommen.

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Der Ulmer Winkel ist dank der Herrenhäuser an manchen Orten so etwas wie die Toscana des Landkreises – die Architektur erinnert daran. Und er ist eine Gegend, in der sich einst rein katholische mit einst rein evangelischen Dörfer abwechseln. Klaus Junken führt die Wanderer aber nicht nur durch kleine Orte und Weiler, sondern auch durch die Natur. Ganz so unberührt wie zur Zeit der Ulmer Patrizier ist die nicht mehr, immer wieder ist die Autobahn zu hören. Doch der Wanderführer kennt auch Wege durch den Wald, die manchen Einheimischen neu sind. Unterwegs tun sich immer wieder Ausblicke auf: Holzheim, der Zwiebelturm von St. Mammas in Finningen, das Münster. Und am Ende gibt es noch einmal die Gelegenheit zu einer Einkehr: im Landgasthof Hirsch in Finningen.

Treffpunkt ist am Donnerstag, 9. Mai, um 9.45 Uhr am ZOB Ost in Ulm, Bussteig F. Die Rückfahrt mit dem Bus beginnt gegen 17 Uhr in Finningen. Die Wanderungen sind gratis, die Kosten für Ding-Gruppentickets werden auf die Teilnehmer umgelegt. Wer schon eine Jahreskarte oder Ähnliches hat, ist bei diesen Kosten außen vor. Ist die Zahl der Interessenten für die Wanderung zu groß, gibt es einen Zusatztermin: Samstag, 11. Mai. Wer kein Mitglied des SAV ist, genießt unterwegs keinen gesonderten Versicherungsschutz. Anmeldung per E-Mail unter klaus.junken@aol.de bei Tourguide Klaus Junken oder unter Telefon 0731/707120 in der Redaktion.

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