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Versuchter Totschlag

21.04.2015

Messerstecherei in Thalfingen: Vier Männer vor Gericht

Vor dem Landgericht müssen sich bald vier Männer wegen versuchten Totschlags verantworten.
Bild: A. Kaya

Im Juli 2014 gingen zwei verfeindete Gruppen aufeinander los – vier Menschen wurden verletzt

Eine blutige Messerstecherei in Thalfingen ist bald Mittelpunkt einer Verhandlung am Landgericht Memmingen. Den vier Angeklagten, die sich ab Mittwoch, 29. April, vor Gericht verantworten müssen, wird versuchter Totschlag vorgeworfen. Sie sollen in einer Nacht im Juli 2014 mit Messern auf eine Gruppe mit vier Männern losgegangen sein. Der ganze Fall erinnert stark an den Rocker-Prozess, bei dem sich zwei Brüder und deren Kumpel der rockerähnlichen Vereinigung Rock Machine wegen Mordes vor Gericht verantworten mussten. Im neuen Fall in Thalfingen spielen auch die beiden Brüder aus Neu-Ulm eine nicht unerhebliche Rolle.

Denn wie aus Justizkreisen zu erfahren war, hatte eines der vermeintlichen Opfer der blutigen Auseinandersetzung Kontakt zu einem der Brüder, um ihm am Telefon von dem Vorfall zu erzählen – mit weitreichenden Folgen: Denn da die Polizei das Handy des damals im Rocker-Prozess Angeklagten abgehört hatte, ist nur so der ganze Fall in Thalfingen vor Gericht gelandet.

Damals, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, sollen sich die beiden Gruppen (je vier junge Männer auf jeder Seite) am Bahndamm in der Eichenstraße in Thalfingen verabredet haben. Dort seien die beiden Gruppen aneinandergeraten, ehe die Angeklagten nach Aussagen der Opfer Messer und Schlagringe gezückt hätten.

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Vier Männer haben dabei Stichverletzungen erlitten. Einer von ihnen musste sechs Tage lang im Krankenhaus behandelt werden, weil ihm ein Messer in den Bauch und in den rechten Oberschenkel gerammt worden war, teilt ein Sprecher des Landgerichts mit.

Was war der Auslöser für das Treffen?

Kurz nach der Tat im Juli 2014 gingen die Ermittler davon aus, dass es wegen eines Vorfalls einige Tage zuvor zu dem Treffen in Thalfingen gekommen ist: An einem Schnellrestaurant in der Blaubeurer Straße in Ulm habe der Fahrer eines roten BMW am Mitnahmeschalter von einem Mann, der mit im Wagen saß, einen Faustschlag verpasst bekommen, hieß es damals.

Um die Sache zu klären, sei womöglich das Treffen in Thalfingen vereinbart worden, zu dem sowohl der Schläger als auch der Geschlagene Kumpels mitgebracht haben. Ob diese Vermutungen tatsächlich zutreffen, wird sich im Laufe des Verfahrens zeigen.

Insgesamt acht Verhandlungstage sind in Memmingen angesetzt, der erste beginnt am Mittwoch, 29. April, um 13.30 Uhr. (kat)

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