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Ulm

23.09.2013

Schavan lässt sich feiern

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Viel Beifall bekam Annette Schavan (CDU), als sie gestern Abend ins Ulmer Rathaus kam. Da war bereits klar: Sie holt erneut das Direktmandat und legt mit ihrem Ergebnis im Vergleich zu 2009 deutlich zu.
Bild: Andreas Brücken

CDU-Kandidatin holt erneut das Direktmandat und legt bei Stimmen kräftig zu. Mattheis (SPD) ist wieder über die Liste drin, Weinreich (Grüne) verpasst den Einzug

Ulm Als Annette Schavan ( CDU) gegen 19.20 Uhr ins Ulmer Rathaus kommt, wird sie im Foyer mit großem Beifall empfangen. Da ist bereits klar: Sie holt erneut das Direktmandat im Wahlkreis Ulm, und zwar mit deutlicher Mehrheit. Am Ende liegt sie mit 52,1 Prozent mehr als neun Prozent über ihrem Ergebnis von 2009. Auch Hilde Mattheis ( SPD) zieht erneut über die Landesliste ein. Annette Weinreich (Grüne) verpasst hingegen den Einzug in den Bundestag. Die Wahlbeteiligung liegt mit 75,8 Prozent höher als vor vier Jahren.

„Es gibt nur einen Gewinner: die CDU.“ Diese Bilanz zog Ulm Oberbürgermeister Ivo Gönner ( SPD), der einer der ersten Gratulanten Annette Schavans war. Die 58-Jährige strahlte und ließ sich von ihren Anhängern feiern. „Ich bin heute Abend glücklich“, sagte sie. Das Ergebnis sei eine wunderbare Bestätigung ihrer Arbeit. Die Stimmung im Wahlkampf sei sehr positiv gewesen, deswegen habe sie mit einem Zuwachs gerechnet – „aber nicht mit diesem gigantischen Zuwachs“. Die Diskussion um ihren Doktortitel habe bei den Wählern keine Rolle gespielt. Im Gegenteil, sie habe viel Zuspruch erhalten. Gegen den Entzug des Doktortitels durch die Universität Düsseldorf hat sie vor dem Verwaltungsgericht geklagt. Eine Entscheidung steht noch aus. Schavan wird derweil bereits wieder als Kandidatin für ein Ministeramt gehandelt.

Dass Hilde Mattheis ( SPD) erneut in den Bundestag einziehen würde, war wegen ihres guten Listenplatzes klar. Bei den Erststimmen lag sie mit 23,8 Prozent etwas über ihrem Ergebnis von 2009. „Ich bin einigermaßen zufrieden, dass es wenigstens ein bisschen besser geworden ist“, sagte die 58-Jährige, die gestern Abend nicht in Ulm, sondern in Berlin war. Bundesweit hätte sie sich aber ein besseres Ergebnis vorgestellt.

Groß war die Enttäuschung bei Annette Weinreich (Grüne), die die besten Chancen ihrer Partei auf ein Ulmer Mandat seit mehr als 20 Jahren hatte. Ein zweistelliges Ergebnis im Bund und etwa 14 Prozent im Land hätten wohl gereicht – das schafften die Grünen nicht. „Ich mache mir keine Hoffnungen mehr“, sagte sie am Abend. „Ich denke, dass die Kampagnen in jüngster Zeit von unseren eigentlichen Themen zu sehr abgelenkt haben“, sagte Weinreich. Die Grünen seien nur noch in der Defensive gewesen. Zum Ergebnis insgesamt sagte sie: „Ich bin entsetzt.“ Enttäuscht zeigte sich auch Frank Berger (FDP): „Dass es so dramatisch wird, hätten wir nicht gedacht. Das tut uns wirklich weh.“ Eva-Maria Glathe (Linke) zeigte sich zufrieden darüber, dass ihre Partei bundesweit drittstärkste Kraft wurde.

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