Newsticker
Corona: Zahl der insgesamt gemeldeten Infektionen in Deutschland übersteigt drei Millionen
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Wasserwacht Neu-Ulm warnt vor zugefrorenen Seen: "Das ist lebensgefährlich"

Landkreis Neu-Ulm

19.01.2021

Wasserwacht Neu-Ulm warnt vor zugefrorenen Seen: "Das ist lebensgefährlich"

Eine Familie war am Sonntag auf dem Kuhsee in Augsburg eingebrochen. Einen vergleichbaren Einsatz hat die Wasserwacht in Neu-Ulm in diesem Winter noch nicht gehabt.
Foto: Peter Fastl

Zugefrorene Seen im Landkreis Neu-Ulm locken Spaziergänger und Wintersportler aufs Eis. Doch Wasserwacht warnt vor der versteckten Gefahr.

Die Seen im Landkreis Neu-Ulm sind aufgrund der anhaltenden Kälte zwar zum Teil zugefroren, die Wasserwacht aber warnt aktuell vor dem leichtsinnigen Betreten der Eisflächen. "Das ist lebensgefährlich", sagt Helmut Graf, Sprecher der Wasserwacht Neu-Ulm.

Noch am Samstag hatte seine Abteilung eine Tauchübung am zugefrorenen Pfuhler Baggersee. Die Eisdicke habe zu diesem Zeitpunkt lediglich vier oder fünf Zentimeter betragen. Erst ab zirka zehn Zentimetern gilt eine Eisschicht als dick genug für mehrere Personen.

In Augsburg am Kuhsee ist am Sonntag eine Familie ins Eis eingebrochen. Auch dort sei nach Angaben der dortigen Wasserwacht die Eisschicht gerade mal fünf Zentimeter dick gewesen. Trotz der Warnungen seien am Wochenende mehrere Besucher auf das Eis gelaufen. Der Kuhsee ist nun bis auf Weiteres gesperrt.

Zugefrorene Seen: "Zum Glück" noch kein Einsatz für die Wasserwacht Neu-Ulm

Im Landkreis Neu-Ulm hat die Wasserwacht bislang keinen vergleichbaren Einsatz gehabt. "Zum Glück", sagt Helmut Graf. Laut Wettervorhersagen soll es in den kommenden Tagen zudem wieder wärmer werden. Auch der Schnee auf dem Eis sorge nicht dafür, dass die Schicht dicker werde. Er isoliere das Eis eher, erklärt Graf.

Der Pfuhler Baggersee sei am Sonntag nicht nur zum Spazierengehen, sondern auch zum Eisbaden genutzt worden. Auch hiervor warnt der Wasserwacht-Sprecher. Oftmals würden dazu Löcher ins Eis gemacht und anschließend nicht ausrechend abgesichert. Die Wasserwacht zum Beispiel habe nach ihrer Tauchübung am Samstag reichlich Gehölz um das Loch gelegt, um zu signalisieren: Hier ist ein Loch.

Bricht ein Mensch ins Eis ein, verliert dieser aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen Mensch innerhalb kürzester Zeit das Bewusstsein und läuft Gefahr zu ertrinken. Die Wasserwacht rät daher dringend, folgende Regeln für den Ernstfall zu beachten:

Was tun, wenn man selbst im Eis einbricht?

  • Laut um Hilfe rufen.
  • Ist man allein unterwegs und eingebrochen, sollte man sich nicht mehr als nötig bewegen, um so wenig Körperwärme wie möglich zu verlieren. Das Wasser ist an der Nullgradgrenze. Daher kann Bewusstlosigkeit schon nach wenigen Minuten eintreten. Danach hat man keine Kontrolle mehr und ertrinkt.
  • In jedem Fall vermeiden, dass man unter das Eis gerät.
  • Bei einer dünnen Eisdecke das Eis so weit abbrechen, bis es trägt, sich dann in Bauch- oder Rückenlage flach auf das Eis hochziehen und auf dem Bauch zum Ufer kriechen. Durch die Verteilung des Körpergewichts auf eine größere Fläche vermeidet man ein weiteres Einbrechen.

Was tun, wenn man jemand anderen retten will?

  • Die Person beruhigen, deutlich machen, dass man Hilfe holt.
  • Sofort Hilfe rufen, am besten über das Handy (Notrufnummer 112 und 110). Stichworte sind: Was ist passiert und wo ist der Unfallort? Je genauer die Angaben, desto schneller kommt Hilfe. Wie lange ist die Person schon im Eiswasser?
  • Dem Eingebrochenen niemals aufrechtstehend, sondern auf dem Eis liegend helfen, da die Gefahr besteht, selbst einzubrechen.
  • Dem Eingebrochenen niemals die Hand reichen, da man selbst ins Wasser rutschen könnte. Dem Verunglückten nur mit einem festen Gegenstand helfen, den man auch loslassen kann, zum Beispiel Äste, ein Kleidungsstück, das kann auch ein Schal sein oder ein Abschleppseil.
  • Den Verunglückten am Ufer ruhig lagern und zudecken. Wenn er bewusstlos ist, die Atmung kontrollieren.
  • Die nasse Kleidung des Eingebrochenen erst zusammen mit den Mitarbeitern vom Rettungsdienst abnehmen.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren