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Forderung

28.01.2015

Zweigleisiger Ausbau der Illertalbahn: Bögge drückt aufs Tempo

Die Bahnstrecke Neu-Ulm-Memmingen soll zweigleisig ausgebaut werden, damit diese hoch frequentierte Route entzerrt werden kann. Das fordert der Sendener Bürgermeister Raphael Bögge (CSU).
Bild: Alexander Kaya

Strecke von Neu-Ulm nach Memmingen soll bald ertüchtigt werden

Beim zweigleisigen Ausbau der Illertalbahn zwischen Neu-Ulm und Memmingen drücken jetzt die Kommunen entlang der Strecke aufs Tempo. Nach Einschätzung des Sendener Bürgermeisters Raphael Bögge genügt es nicht, dass dieses Projekt in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden ist, es müsse dort auch in den vordringlichen Bedarf eingestuft werden. „Dafür müssen wir trommeln“, sagte Bögge gestern. In Kürze soll daher auch auf Initiative des Neu-Ulmer Landrates Thorsten Freudenberger eine Interessensgemeinschaft Illertalbahn gegründet werden, in den neben den Politikern auch Vertreter der Wirtschaft sich für einen baldigen Ausbau der Bahnstrecke stark machen.

In Gesprächen mit dem verkehrspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ulrich Lang, hat Raphael Bögge das Anliegen der Illertalgemeinden ebenso vorgebracht wie beim Beauftragten der Bahn für den Freistaat Bayern sowie bei den Bundestagsabgeordneten Katrin Albsteiger (CSU) und Ekin Deligöz (Grüne). Ein Ziel dabei: Es müsse außerhalb des Bundesverkehrswegeplanes nach weiteren Finanzierungsmöglichkeiten für dieses ehrgeizige Projekt gesucht werden.

„Irritiert und schockiert“ ist Bögge von der Antwort des Bahnbeauftragten für Bayern, der sich nicht zeitlich festlegen lassen will, wann der zweigleisige Ausbau der Illertalbahn erfolgen könne. Damit aber will sich der Sendener Bürgermeister nicht zufrieden geben. Nach seiner Ansicht sollte frühestens Anfang des nächstens Jahrzehnts zumindest abschnittsweise mit dem Ausbau der Strecke begonnen werden. Dadurch könne die hoch frequentierte Illertalbahn entzerrt werden mit dem Vorteil, dass ein regionales S-Bahn-Konzept realisiert werden könne. Dazu zählen für Bögge auch ein Haltepunkt im Sendener Norden und die Reaktivierung des Haltepunktes in Gerlenhofen. Dafür müssten Wirtschaft und Politik in der ganzen Region zusammenstehen. Bögge: „Nur so können wir Berlin von der Notwendigkeit unserer Forderung überzeugen.“

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Unterdessen wertete es der CSU–Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein schon als Erfolg, dass das angestrebte Vorhaben in die „Projektanmeldungen“ des Bundesverkehrswegeplanes 2015 aufgenommen worden ist, „weil das nämlich längst nicht alle Projekte schaffen“, so der Parlamentarier.

Im Moment sei noch ungewiss, ob die Ausbaustrecke schlussendlich in den „vordringlichen Bedarf“ des neuen Verkehrswegeplans aufgenommen wird und wann die Baumaßnahmen beginnen. „Es laufen noch Prüfungen“, so der Bundestagsabgeordnete. Die für den Bundesverkehrswegeplan vorgeschlagenen Vorhaben für die Schienenwege werden derzeit vom Bundesverkehrsministerium auf ihr Kosten-Nutzen-Verhältnis und anderen Kriterien hin überprüft. Im Sommer 2015 sollen diese Prüfungen abgeschlossen sein.

Dann werde das Ministerium einen Vorschlag unterbreiten, welche Projekte als vordringlicher Bedarf priorisiert sind und welche im weiteren Bedarf. Entscheiden werde das der Deutsche Bundestag, sagt Nüßlein.

Zwischenergebnisse liegen noch nicht vor. Nüßlein erklärte, dass er im Sinne des Ausbaus der Illertal-Bahn mit Bundesminister Alexander Dobrindt „Kontakt hält“.

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