Nobel
In der Bäckerei in der Bahnhofstraße wird wieder gebacken: Nun gibt es dort albanische Back- und Konditoreiwaren.Foto: Oliver Helmstädter
Schick sieht's aus in der neuen Bäckerei Nobel samt angeschlossenem Café. Was Ladenbau, Einrichtung und Beleuchtung angeht, steht die Bäckerei Nobel den größeren Ketten in nichts nach. Nur das Angebot ist etwas exotischer.
Den Namen Nobel hat Shensidin Qenaj gewählt, weil er international klingt. Sowohl in seiner Muttersprache Albanisch als auch auf Deutsch, habe jeder Mensch bei diesem Begriff positive Gedanken. Vergangenen Samstag eröffnete Qenaj, der bereits in Augsburg eine Bäckerei führt, seinen neuen Standort. Er will sowohl die albanische Gemeinde in Ulm/Neu-Ulm ansprechen als auch Schwaben auf den Geschmack von seinen Backwaren bringen.
Nobel
In der Bäckerei in der Bahnhofstraße wird wieder gebacken: Nun gibt es dort albanische Back- und Konditoreiwaren.Foto: Oliver Helmstädter
Fladenbrot aus Albanien bei der Bäckerei Nobel gegenüber der Glacis-Galerie
Das "klassischste" Produkt im Angebot - zumindest aus albanischer Sicht - ist das Fladenbrot. So flach wie der Namen vermuten lässt, ist es nicht. Als Brot zum Grillen scheint es sich hervorragend zu eignen. Auch Brezen sind im Angebot, allerdings ohne Lauge und mit einem weicheren Hefeteig, als die schwäbische Variante. Insbesondere die Freunde deftiger Backwaren dürften auf ihre Kosten kommen: Es gibt "Bureks" mit Hackfleisch, Käse, Kartoffeln oder Spinat. Und das auch in Strudelform. Ein Burek erinnert an eine Quiche und wird kuchenstückweise angeboten. Außergewöhnlich: das Käse-Kipferl, ein Teigstrudel mit viel albanischen Frischkäse in der Mitte.
Freunde von Süßem kommen ebenfalls auf ihre Kosten: neben Nusstaschen, Apfelstrudeln und Schokohörnchen werden auch sehr sahnige, sehr bunte Torten angeboten. "Alles hausgemacht", sagt Qenaj.
Ein Café ist der Bäckerei Nobel angeschlossen.Foto: Oliver Helmstädter
Bäckerei Dreihäupl - ein Betrieb mit Tradition in Neu-Ulm
Wer will, kann die Torten oder Backwaren auch direkt vor Ort verzehren. Wie früher bei der Bäckerei Dreihäupl ist der Nebenraum als Café in Betrieb. Kaffeespezialitäten - aus einer italienischen Siebträgermaschine gehören ebenfalls zum Angebot.
Die frühere Dreihäupl-Stammkundschaft wird auffallen, was Qenaj als eine Art Reminiszenz an die Traditionsbäckerei in einer Vitrine im Eingangsbereich zwischen Verkaufsraum und Café erhalten hat: "Oh wie schön, dass ihr alle hier seid", steht dort handschriftlich hinter Glas. Eine Ära wird nun in der Bahnhofstraße 9 fortgeführt: Seit 1894 hatte eine Bäckerei hier Bestand. Aus dem Café Bühl wurde die Bäckerei und Konditorei Dreihäupl. Bis diese wurde 31. August im vergangenen Jahr geschlossen wurde. Die Back-Geschichte geht weiter.